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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

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Phillips

Schulden  hätten  kommen  lassen,  namentlich  aber  habe  die  schreckliche
und  unerhörte  an  dem  aquitanischen  Bischof  Johannes  in  der  Gascogne
  verübte  Mordthat 2  (Johanne  —  inhoneste  et  inaudite  mordridato
  —)  die  Bischöfe  dringend  daran  gemahnt,  gemeinsame  Bestimmungen ­
  zum  Schutze  des  geistlichen  Standes  zu  treffen.  Demgemäss
hätten  die  zu  Diedenhofen  versammelten  Väter  den  Beschluss  gefasst,
sich  bittend  an  das  Ohr  „des  Fürsten“  zu  wenden,  und  es  ihm  zu
überlassen,  zu  entscheiden,  ob  dergleichen  Übelthäter  mit  den  kirchlichen ­
  Strafen  belegt  oder  ob  ihnen,  gemäss  der  Capitularien  der  früheren ­
  Könige,  die  Redemtion  durch  Compositionen  gestattet  werden
solle 3 .  Es  folgen  dann  vier  Capitel,  in  welchen,  je  nachdem  die  Beleidigungen ­
  an  Subdiakonen,  Diakonen,  Presbytern  oder  Bischöfen
ausgeübt  wurden  und  je  nachdem  der  Beleidigte  in  Folge  dessen  gestorben ­
  ist  oder  nicht,  bestimmt  wird,  wie  viel  der  Übelthäter  an
Fasten  und  Geldzahlungen  über  sich  nehmen  solle.  Auf  die  Anfrage
Aistulf's,  ob  diese  Bestimmungen  von  „den  Fürsten“  und  ihren  Getreuen ­
  gebilligt  würden,  wurde  das  Gesetz  sowohl  von  „den  Fürsten“
als  auch  von  allen  Übrigen  gebilligt  und  unterschrieben.  Hieran  reiht
sich  dann  als  dazu  gehörig  ein  anderes  Capitulare  mit  der  Überschrift ­
  Capitulum  aecclesiasticum  apud  Theodonis  viltam  a  Karolo
magno  et  Ludovico  etprimis  Galliae  conlaudatum  et  subscriptum".
In  diesem  sprechen  nun  ihrerseits  „die  Fürsten“  und  sagen:  „Es  hat
Uns  und  Unsern  Getreuen  gefallen,  dass,  wie  Wir  von  den  Bischöfen
und  den  übrigen  Priestern  und  Dienern  Gottes  im  andern  Jahre  zu

2 )  Bin  t  er  im,  Geschichte  der  deutschen  Concilien  Bd.  3.  S.  184  versetzt  dieses
Ereigniss  in  das  Jahr  821;  wohl  weil  in  diesem  Jahre  die  Reichsversammlung  zu
Diedenhofen  stattfand.
8 )  P  e  r  tz  1.  c.  p.  5:  decretum  est  ut  communi  consensu  et  humili  devotione  supplicarent
  auribus  principis,  si  suae  pietati  complaceret,  ut  calumnia  in  Christi  sacerdotes
peracta  iuxta  synodalia  determinaretur  pleniter  statuta,  hoc  idem  episcoporum  iudicio
  placeret,  si  ex  toto  secundum  potestatem  ipsorum  possit  definiri,  id  est,
ut  canonica  feriantur  sententia,  hi  videlicet  qui  timorem  Domini  postponentes,  in
ministros  suos  crassare  praesumunt.  Quod  si  vero  pietati  illius  complaceret,  iuxta
capitula  regum  praecedentium,  ubi  eorum  provisio  misericorditer  in  offensis  pecuniae
quantitatem  interposuit,  pro  levigatione  scilicet  poenitentiae  placuit,  ut  praefatae  res
per  pecuniam  ab  imperatoribus  et  a  sibi  sacerdotibus  ad  defensionem  concessam  et
per  poenitatiam  determinentur  episcoporum  iuditio,  si  pietas  illius  conlaudare  voluerit,
  sic  deflniri  eis  complacuit.  Vergl.  Beilage  F.
*)  P  ert  z  1.  c.  p.  6.
            
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