Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

628

Phillips

welche  ausschliesslich  nur  hei  Burchard  und  nach  ihm  in  Ivo’s  Werk
Vorkommen,  findet  sich  keine  Parallele  zu  den  in  den  gedruckten  Ausgaben ­
  enthaltenen  Canones;  es  ist  indessen,  wie  auch  Wasserschlehen ­
  hervorhebt,  den  Inscriptionen  bei  Burchard  nicht  mit  Sicherheit
zu  trauen 6 )  und  es  entsteht  daher  die  Yermuthung,  dass  diese  zuletzt
bezeichneten  keinen  unbedingten  Anspruch  darauf  haben,  für  Triburiensische
  Canones  zu  gelten.  Die  von  ihm  zusammengestellten  Canones ­
  theilt  der  genannte  gründliche  Forscher  in  zwei  Classen:  die
erste 7 ),  aus  zwölf  Capiteln  bestehend,  bezeichnet  er  als  zu  den  Protokollen ­
  der  Synode  gehörig,  die  letzteren s )  als  die  kurzgefassten
Auszüge  aus  den  weitläufigen  Fassungen  und  ersten  Entwürfen,  welche
Arnulf  zur  Unterzeichnung  vorgelegt  und  dann  publicirt  worden  seien.
Er  nimmt  daher  keinen  Anstand  sich  dafür  zu  entscheiden,  dass  diese
Auszüge  die  eigentlichen  und  ersten  Triburiensischen  Canones,  gleichsam ­
  die  authentische  Recension  des  Conciliums  seien.  Er  unterstützt
seine  Ansicht 9 )  vornehmlich  durch  den  gewichtigen  Umstand,  dass
Regino  eben  gar  keine  andern,  als  nur  solche  kürzer  gefasste  Canones
enthält,  die  er  „in  einem  Werke,  welches  auf  Befehl  Ratbod's  von
Trier  angefertigt  und  dem  Hatto  von  Mainz  dedicirt  war,  nicht  hätte
für  Triburische  ausgeben  können,  wenn  sie  es  nicht  waren;  schon
darin,  dass  er  nur  Excerpta  und  nicht  einen  einzigen  jener  vermeintlich ­
  echten  Schlüsse  unverstümmelt  aufnahm,  läge  eine  unbegreifliche
Nichtachtung  seiner  Kirchenoberen,  und  räthselhaft  bliebe  es,  dass  er,
der  sich  in  den  übrigen  Theilen  seiner  Sammlung  meist  gewissenhaft
an  seine  Quelle  hielt,  sich  gerade  hier  erlaubte,  den  Worten  eines  für
seine  Zeit  überaus  wichtigen  Concils  solche  Gewalt  anzuthun.“  Seit
dem  Jahre  1839,  in  welchem  Wasserschieben  seine  „Beiträge“  herausgab, ­
  hat  die  Frage  geruht,  indem  sich  kein  neues  Material  für  die
Beurtheilung  derselben  bot.
VII.
Verschiedene  Classen  von  Handschriften  der  Synode  von  Tribur.
Die  gedruckten  Ausgaben  des  Conciliums  von  Tribur  beruhen
sämmtlich  nur  auf  Einer  Handschrift,  der  Brixener,  welche  Cocli-6
 )  Beitrage,  S.  176.  Note  3.
7 )  Beiträge,  S.  168  —171.
s )  Beiträge,  S.  171—186.
9 )  Beiträge,  S.  23  u.  f.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.