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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

Die  grosse  Synode  von  Tribur.

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Handschrift  und  zwar  letztere  manche  neue  Aufschlüsse;-sie  bat  mime  ••
lieh  eii^n,  eigenen  Prolog,  welcher,  viel  kürzer  gefasst  ,  >voü  jener
Vorre.de  in  einzelnen  Puueten  abweicht.;  Nach  altherkömmlicher  Weise
wurde  das  ;Concilium  durch  feine  dreitägige  Paste,  diirch  öffentliche
Gebete  und  BrpeessiQnewiypipbfereitet;  der  König:  selbstmahm  an  Allem:
den  lebhaftesten  Antheil.  Nachdem  dann  diese  vorbereitenden  Feierlichkeiten ­
  voriibeywaren,  begab  sich  Arnulf  nach  derii  Palatiuro;  bestieg
in  königlichem  Schmucke  den  Thron  und  begannu  von  den  weltlichen-Grossen
  des  Reiches,umgeben,  mit  diesen  über  den  Zustand  des  Reiches, ­
  sowie  über  die  Ordnung  und  Sicherstellung:  der  christlichen
Kirche  zu  verhandeln,  auf  dass  ,die  Güten  in  Frieden  leben  und  die
Bösen  nicht  ungestraft  sündigen  könnten 2 ;  Die  Reichsangelegenheiten ­
  behandelte  Arnulf,  wi,e  jene  Epistola  prcelocutioa  sich  ausdrückt, ­
  practice,  die  der  Kirche  Jheoretiee*,  was  wohl  soviel  sagen
will,  als:  Dort  verstand  sich  die  unmittelbare  ; Giltigkeit  der  Be->
Schlüsse  des  Reichstages  so  gut  wie  von  selbst,,  hier  bedurfte  es  des
Einyernelimens  mit  der  Kirche.:  Unterdessen  hatten  sich  die  Bischöfe
in  vollem  Pontificalschmucke  in  dOeizur  Pfalz;  gehörigen  Kirche  zur
Synode  versammelt  und;  während  sie  ■hier  cinmiithig  über  das  kirchliche ­
  Recht  beriethen 4 ,  fassten  sie  gemeinsam  den  Beschluss,  Einige
aus  ihrer  Mitte  an  den  König  zu  senden,  um  sich  ■mit  ihm  in  ein  vollständiges ­
  Benehmen  zu  selzen,  in  wie  weit  er  geneigt  sei*  sie  in  ihren
Anordnungen  durch  die  Hille  des  weltlichen  Armes  zu  unterstützen,
womit  sie  zugleich  die  Zusage  verbanden,  dass  sie  ihrerseits  bereit
seien,  den  Vorschriften  der  Reichsgesetze  nachzukommen.  Die  nächste
Veranlassung  zu  dieser  Mission  scheint  der  Umstand  gegeben  zu  haben,
dass,  wie  es  schon  früher  auf  solchen  Versammlungen  geschehen  war,
die  Bischöfe  durch  die  Berichte  über  die  grausamen  Misshandlungen
erschüttert  wurden,  welche  an  unschuldigenPriestern  von  gewaltthiitigen
  Laien  verübt  worden  waren.  So  hatte  Bischof  Am  vou  VVüi'Zt
bürg  auf  dem  Conciljum  zu  Mainz  im  dahre  888  die  Leiden  eines
ehrwürdigen  Priesters  geschildert 5 ,  welchem  verruchte  Misselhiiter
.  Ul  i--,,  j  _■  ib  -umbaU/  dom?  zfiadi  »WVzVqä  aib  alimli
a )  Ep  ist.  praeloc.  bei  Harz  heim  1.  c.  p.  390.
3 )  Die  Wiener  und  die  beiden  oben  (II.  .Note  10)  erwähnten  FreisingerHandschriften  gäben
dies»  mit  griechischen  Buchstaben,  IIPAKTIKH  und  9EQP.HTIKH,  wieder.
Cod.  Diess.  4i.  f.  104.  a.
5 )  Conc.  Mogunt.  ann.  888.  cap.  8.  [bei  Harzliej  nt  I»  c.  p.  37äjv
            
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