Die grosse Synode von Tribur.
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Handschrift und zwar letztere manche neue Aufschlüsse;-sie bat mime ••
lieh eii^n, eigenen Prolog, welcher, viel kürzer gefasst , >voü jener
Vorre.de in einzelnen Puueten abweicht.; Nach altherkömmlicher Weise
wurde das ;Concilium durch feine dreitägige Paste, diirch öffentliche
Gebete und BrpeessiQnewiypipbfereitet; der König: selbstmahm an Allem:
den lebhaftesten Antheil. Nachdem dann diese vorbereitenden Feierlichkeiten
voriibeywaren, begab sich Arnulf nach derii Palatiuro; bestieg
in königlichem Schmucke den Thron und begannu von den weltlichen-Grossen
des Reiches,umgeben, mit diesen über den Zustand des Reiches,
sowie über die Ordnung und Sicherstellung: der christlichen
Kirche zu verhandeln, auf dass ,die Güten in Frieden leben und die
Bösen nicht ungestraft sündigen könnten 2 ; Die Reichsangelegenheiten
behandelte Arnulf, wi,e jene Epistola prcelocutioa sich ausdrückt,
practice, die der Kirche Jheoretiee*, was wohl soviel sagen
will, als: Dort verstand sich die unmittelbare ; Giltigkeit der Be->
Schlüsse des Reichstages so gut wie von selbst,, hier bedurfte es des
Einyernelimens mit der Kirche.: Unterdessen hatten sich die Bischöfe
in vollem Pontificalschmucke in dOeizur Pfalz; gehörigen Kirche zur
Synode versammelt und; während sie ■hier cinmiithig über das kirchliche
Recht beriethen 4 , fassten sie gemeinsam den Beschluss, Einige
aus ihrer Mitte an den König zu senden, um sich ■mit ihm in ein vollständiges
Benehmen zu selzen, in wie weit er geneigt sei* sie in ihren
Anordnungen durch die Hille des weltlichen Armes zu unterstützen,
womit sie zugleich die Zusage verbanden, dass sie ihrerseits bereit
seien, den Vorschriften der Reichsgesetze nachzukommen. Die nächste
Veranlassung zu dieser Mission scheint der Umstand gegeben zu haben,
dass, wie es schon früher auf solchen Versammlungen geschehen war,
die Bischöfe durch die Berichte über die grausamen Misshandlungen
erschüttert wurden, welche an unschuldigenPriestern von gewaltthiitigen
Laien verübt worden waren. So hatte Bischof Am vou VVüi'Zt
bürg auf dem Conciljum zu Mainz im dahre 888 die Leiden eines
ehrwürdigen Priesters geschildert 5 , welchem verruchte Misselhiiter
. Ul i--,, j _■ ib -umbaU/ dom? zfiadi »WVzVqä aib alimli
a ) Ep ist. praeloc. bei Harz heim 1. c. p. 390.
3 ) Die Wiener und die beiden oben (II. .Note 10) erwähnten FreisingerHandschriften gäben
dies» mit griechischen Buchstaben, IIPAKTIKH und 9EQP.HTIKH, wieder.
Cod. Diess. 4i. f. 104. a.
5 ) Conc. Mogunt. ann. 888. cap. 8. [bei Harzliej nt I» c. p. 37äjv