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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

Die  grosse  Synode  von  Tribur.

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kirchlichen  Thätigkeit  auch  von  verschiedenen  Angelegenheiten  des
Reiches  in  Anspruch  genommen  und  seiner  wird  öfters  in  den  fränkischen ­
  Annalen  gedacht 18 .  Wighert  endlich  war  ein  Sohn  des  sächsischen ­
  Grafen  Walbert  und  hatte  das  Bisthum  Verden  in  den  Jahren ­
  876  bis  908  inne  Während  nun  der  Cod.  Diessens.  in  den
oben  angegebenen  Bischöfen  vier  bisher  nicht  als  Mitglieder  des
Conciliums  bekannte  Persönlichkeiten  namhaft  macht,  enthält  er
jedoch  in  Hinsicht  auf  den  Bischof  von  Chur  eine  Unrichtigkeit;  er
nennt  denselben  Ruadliart.  Allerdings  gehört  dieser  in  die  Reihe
der  Bischöfe  von  Chur,  allein  er  ist  schon  im  Jahre  887  gestorben
und  hatte  den  in  den  andern  Handschriften  genannten  Theodolf  zum
Nachfolger 20 .  —  Zahl  und  Namen  der  auf  dem  Concilium  zu  Tribur
anwesenden  Aebte  sind  unbekannt;  der  Versuch  des  Trithemius  mehrere ­
  derselben  namhaft  zu  machen,  beruht  nur  auf  Wahrscheinlichkeitsgründen ­
 21 .
III.
Veranlassung  der  Synode  von  Tribur.
So  bemitleidenswerth  das  Loos  des  unglücklichen,  unter  der
Last  seines  Leibes  und  der  Krankheit  seines  Geistes  erliegenden
letzten  Sprösslinges  der  im  ostfränkischen  Reiche  regierenden  echten
Karolinger  auch  war,  so  muss  man  doch  eine  göttliche  Fügung  darin
erkennen,  dass  das  Scepter  des  Reiches  in  die  Hand  eines  Mannes
gelangte,  der  dasselbe  mit  Kraft  und  Energie  zu  führen  wusste.  Es
hatte  nicht  aushleiben  können,  dass  unter  den  vorausgegangenen
Stürmen  auch  die  Kirche  ausserordentlich  viel  zu  leiden  hatte  und
dass  in  einer  Zeit,  wo  eine  allgemeine  Verwilderung  in  dem  zerrütteten, ­
  auch  von  äussern  Feinden  vielfach  heimgesuchten  Reiche  einzureissen
  drohte,  die  Autorität  der  Bischöfe  sich  keine  rechte  Geltung
verschaffen  konnte.  Schon  war  es  Ar  nulf  gelungen,  durch  den  glänzenden ­
  Sieg  bei  Löwen  die  Normannen  zu  bekämpfen  und  damit  die

18 )  Hin  cm.  Rem.  Anna!,  ann.  865.  p.  460.  ann.  869.  p.  483;  ann.  876.  p.  501.  p.  502.
—  R  e  g 1  i  n.  Chron.  ann.  869.  p.  581  ;  ann.  898.  p.  608.
1U )  Wedekind,  Noten  zu  einigen  Geschichtschreibern  des  Mittelalters.  Bd.  1.  S.  102.
20 )  Ambr.  Eichhorn.  Episcopatus  Curiensis.  p.  41.  sqq.
21 )  S.  Eckhardt,  Comment.  de  rebus  Franciae  Orient.  Tib.  XXXII.  n.  30  [Tom.  II.
p.  756.]
            
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