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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

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Dr.  Fr.  Müller,  Über  den  Ursprung  d.  himj.  athiop.  Schrift.

demselben  ft  oder^.  Man  vergleiche  palmyrenisclies  y,  das  in  der
himjarisch-äthiopischen  Form  auf  den  Kopf  gestellt  erscheint.
0
Dafür  findet  sich  in  den  himjarischen  Inschriften  die  Form  g,
in  den  äthiopischen  Inschriften  daneben  noch  die  Form  0,  durch
Abrundung  des  unteren  Tbeiles,  woraus  das  heutige  äthiopische  0
hervorgegangen,  g  ist  offenbar  eine  Differenzirung  von  ni>  wie
arabisches  ü>  von  h>.  Die  von  Rüdiger  (Zeitschrift  für  Kunde  d.
Morgenlandes  I)  mitgetheilten  Alphabete  bieten  für  lä  die  Form
P.  P.  ebenso  das  von  Gildemeister  (ebend.  V,  Tafel  unter  B).
—  Man  vergleiche  ferner  die  Notiz:  Zeitschrift  f.  Kunde  d.  Morgenlandes ­
  V,  S.  215.  J®-L,  Uillj  Uall
£
Die  himjarischen  Inschriften  bieten  die  Form  <>;  die  äthiopischen ­
  Inschriften  dagegen  durch  Neigung  der  Gestalt  nach  links
und  Verlängerung  der  beiden  linken  Schenkel  die  Form  <£,  woraus
das  heutige  /L  entstanden  ist.  —  Man  vergleiche  altsemitisches
das  in  der  himjarisch-äthiopischen  Form  geschlossen  und  zu  einem
Parallelogramm  umgeformt  erscheint  (vgl.  Ähnliches  beim  griechischen ­
  TI  und  römischen  P).
Fragen  wir  nach  dieser  kurzen  aus  der  paläographischen  Betrachtung ­
  der  einzelnen  Zeichen  selbst  geschöpften  Darstellung,  welchem ­
  semitischen  Alphabete  speciel  1  diehimjarisch-äthiopische  Schrift
entsprossen  sein  mag,  so  weisen  alle  Anzeichen  auf  die  Aramäer
hin,  denen  bekanntlieh  auch  die  muhammedanischen  Araber  ihre
Schrift  verdanken.  So  schliessen  sich  ft,  ff,  l),  (D,  Ä.,  A  Z,
unter  allen  Alphabeten  am  meisten  an  das  palmyrenische  an,  während ­
  1,X,  H,  fit,  e,  A,  ,  i,  O,  <b,  UJ,  -t-  eine  viel  ältere
Form,  als  die  in  den  auf  uns  gekommenen  aramäischen  Alphabeten ­
  vorhandene  repräsentiren.  Daher  ist  die  Einführung  der
Schrift  bei  den  Himjariten  viel  weiter  zurück  zu  datiren,  als  die
vorhandenen  von  Aramäern  stammenden  schriftlichen  Denkmäler
reichen.
            
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