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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

Über  den  Ursprung-  der  himjarisch-älhiopisehen  Schrift.

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Ursprung,  der  bei  der  Abhängigkeit  des  christlichen  Äthiopiens  von
Ägypten  einigen  Grad  von  Wahrscheinlichkeit  hat,  als  nicht  gerechtfertigt ­
  fallen  zu  lassen,  da  ein  tiefer  greifender  Einfluss  Griechenlands ­
  auf  das  südliche  Arabien  nicht  nachgewiesen  werden  kann.
Es  bleiben  daher  nur  zwei  Wege  offen,  den  Ursprung  der
himjarisch-äthiopischen  Schrift  zu  erklären,  entweder  eigene
Schöpfung  derselben  anzunehmen,  oder  sie  von  der  altsemitischen
Schrift  oder  besser  der  aramäischen  (die  Aramäer  sind  Erfinder,
die  Phönikier  nur  Verbreiter  der  Schrift  gewesen)  abzuleiten.
Die  erstere  Ansicht  erweist  sich  jedoch  als  unhaltbar,  sobald
man  au  den  ernstlichen  Versuch  geht,  die  himjarisch-äthiopische
Schrift  mit  der  altsemitischen  zu  vergleichen  und  die  Entwicklung
aus  ihr  näher  darzulegen.
Ehe  ich  jedoch  an  die  Untersuchung  selbst  gehe,  muss  ich
folgende  allgemeine  Bemerkungen  vorausschicken.
1.  Manche  Zeichen  zeigen  noch  deutlich  jenen  Strich,  auf  den
die  Buchslaben  gestützt  wurden,  woher  der  bei  den  Arabern
gebrauchte  Name  der  Schrift  „Musnad“  zu  kommen  scheint,
so  1J,  fh,  <*>  (vgl.  die  Tafel).
2.  Bei  manchen  Zeichen  ist  der  alte  Seitenstrich  abgefallen,  so
bei  rf>>  <£>,  rtl  (vgl.  die  Tafel).
3.  Manche  Zeichen  finden  sich  auf  den  Kopf  gestellt,  so  II.  n>
/fi,  •n,  £*.  A,  manche  wieder  nach  einer  Seite  hin  umgewendet,
so:  <*>,  ft,  H,  dl,  0  (vgl.  die  Tafel).
Ich  will  nun  zur  Betrachtung  der  einzelnen  Zeichen  schreiten
und  dabei  die  Anordnung,  wie  sie  im  Äthiopischen  gang  und  gäbe
ist,  einhalten:
u
Die  älteste  Form  dieses  Buchstaben  finden  wir  in  den  hirnjarisclien
  Inschriften  als  y  ,  in  den  äthiopischen  Inschriften  älteren
Datums  begegnen  wir  ihm  als  y.  Diese  Form  gestaltet  sich  später
durch  Zuspitzung  der  oberen  Rundung  zu  y  und  nach  und  nach
durch  Hereinziehen  des  unteren  Stützstriches  in  den  Körper  des
eigentlichen  Buchstabens  in  \/,  woraus  durch  Abrundung  des
unteren  Theiles  die  heutige  Form  des  Äthiopischen  U  entstand.
Zu  vergleichen  mit  y  respective  (j  oder  3  ist  d as  a lt e  semitische ­
  und  aramäische  ^j.  Die  himjarisch-äthiopische  Form
            
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