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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

S72

Tomaschek

was  uelle,  peen  oder  ander  gereclitikait  yns  als  ainem  Römischen
kunig  durch  recht  oder  gewonheit  desselben  vnseres
hofgerichtes  zusteen  vnd  gepuren  sullen,  die  sol  er  vns  anbringen
vnd  mit  fleysz  daran  sein,  daz  die  zu  vnsern  banden  inpracht,  vns
geraichet  vnd  verraitt  werden  vnd  der  warten,  daz  der  obgenant
vnser  hofrichter  vnserm  boffgericht  dester  pass  vorgeseyn  mag“.  Davon
sollen  ihm  jährlich  1000  fl.  rh.  zufallen,  und  wenn  die  Einkünfte  des
Hofgerichtes  für  diese  Summe  nicht  zureichen,  wolle  er  sie  ihm
ergänzen.
Wenn  der  Hofrichter  durch  wichtige  Gründe  verhindert  war,
den  Vorsitz  am  Hofgerichte  zu  führen,  so  konnte  er  einen  Stellvertreter ­
  bestellen,  jedoch  nur  aus  seinen  Genossen  und  nur  nach  vorläufiger ­
  Anzeige  und  nach  Bewilligung  des  Königs.  So  heisst  es  bei
der  Bestellung  des  Grafen  von  Neunar  zum  Hofrichter  (Chmel.  Reg.
Fr.  n.  343)  „also,  daz  er  nur  furbas  dasselb  vnser  hofgericht
besiczen,  halten,  vnd  das  in  seinem  abwesem,  ob  er  von  ec  h  afft  er
sach  wegen  zu  Zeiten  dabey  nicht  gegenwärtig  sein  mocht,  mit
sein  genossen  beseczen  sol  und  mag  als  recht  ist,  doch  mit
vnserm  wissen  und  willen“.  Bei  dieser  Urkunde  (Reg.  b.  K.  Fr.
0.  83  v)  wird  auch  das  Jurament  des  Hofrichters  mitgetheilt:
Item  des  hofrichters  Jurament.  Als  Ew  vnser  her  der  Römisch
kunig  zu.seinem  hofrichter  aulgenomen  hat,  also  werdet  Ir  im  geloben
vnd  sweren,  das  Ir  dasselb  hofgericht  trewlich  jnn  habet  und  verweset,
gerecht  rieht  richtet,  menikleich  dem  armen  als,  dem  reichen  vnd  darjn
nicht  ansehet  weder  freuntschafft  noch  veintschafft,  lieb  noch  laid,
myct  noch  gäbe  noch  dheindley  ander  Sachen,  die  rechtes  gericht
wenden  mochten,  vngeuerleich,  sunder  und  alles  handelt  und  tut.
das  in  dem  beuelhnussbriefe  Ew  über  dasselb  hoffgericht  gegeben
begriffen  ist  auch  treulich  und  an  geuerde.  •—  Ganz  übereinstimmend
mit  dem  Eid  des  Hofrichters  nach  der  const.  Mog.  v,  J.  1233:  Et
idem  iurabit,  quod  nichil  accipiet  pro  juditio,  quod  nec  amore  nec
odio,  nec  prece  nec  precio,  nec  timore  nec  gracia,  hec  alia  quaemnque
  de  causa,  iudicabit  aliter  quam  iustum  sciat  vel  credat  secundum
conscienciam  suam,  bona  fide  fine  omni  l'raude  et  dolo.
II.  Die  Ur  t  heil  sspre  eher.  Über  diese  enthält  jene  Urkunde
n)  1.  folgende  Bestimmung:  Der  Hofrichter  soll  bei  sich  zwölf
Ritter  haben,  die  getreulich  und  fromm  sind,  und  die  insgesammt
wissend  sein  sollen,  damit  das  Hofgericht  vollführt  werde.
            
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