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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

Die  höchste  Gerichtsbarkeit  des  deutschen  Königs  u.  Reiches.  567

dj  Unter  K.  Friedrich  III.
1.  Gumprecht  Graf  zu  Neunar,  Erbvogt  zu  Cöln  und
Herr  zu  Alpen  legte  am  29.  Juli  1441  als  Hofrichter  mit  1000  fl.
Jahressold  zu  Wiener-Neustadt  den  Eid  ab  (Chmel.  Reg.  K.  Friedricli's
  III.  n.  343).  Zwar  findet  sieb  bereits  ein  Gerichtsbrief  K.
Friedrich's  vom  20.  Juli  1441  (Chmel.  a.  a.  0.  Anhang  n.  7)  über  ein
unter  seinem  Vorsitze  zu  Wien  am  7.  Juli  1441  abgehaltenes  Gericht,
er  wird  jedoch  nirgends  daselbst  Hofrichter,  sondern  nur  „unser
richter“  genannt.  Seine  Ernennung  verkündigte  K.  Friedrich  den
Frankfurtern  durch  einen  besonderen  Brief  (Senckenberg  de  jud.
cämer.  hodierno.  Urk.  P.).  Noch  in  demselben  Jahre  ging  er  nach
Frankfurt,  in  der  Instruction  vom  8.  Oct.  1441  (Chmel.  a.  a.  0.  n.  9)
die  K.  Friedrich  seinen  Gesandten  zu  dem  zu  Martini  d.  J.  daselbst
abzuhaltenden  Reichstag  mitgab,  heisst  es  unter  andern:  Item  von
des  hofgerichts  wegen  saget  dem  von  Newenaren  vnserm  hofrichter,
daz  er  alle  Sachen,  darinne  ladung  für  in  ze  körnen  ausgangen  sind,
ettlich  tage  aufschiebe,  nachdem  vnd  das  am  fuglichsten  sein  möge,
dozwischen  wir  mit  der  hilf  gotes  persönlich  gegen  Frankfurt  hoffen
ze  körnen;  solden  wir  aber  zu  diser  zeit  daran  gancz  verhindert
werdn,  des  wir  nicht  getrauen  zu  geschehen,  so  saget  demselben
vnsern  hofrichter,  daz  er  sichalsdann  furderlich  in  vnsern
hof  füge  vnd  mit  im  bringe  solche,  die  zu  dem  hofgericht  zu  besiczen
tüglich  sein  in  mass,  als  wir  das  am  nächsten  zu  der  Newnstat  mit
im  verlassen  haben.  Ein  Beweis,  dass  so  lange  das  Hofgericht  bestand,
streng  an  dem  Grundsätze  festgehalten  wurde,  dass  es  nur  bei
Anwesenheit  des  Königs  und  am  k.  Hofe  richten  dürfe  <).  Im  J.  1442
findet  man  Hofgerichtsurtheile  unter  ihm  in  Nürnberg  (Senckenberg
eben  daselbst  S.  103)  in  Gegenwart  des  Königs  und  in  demselben
Jahre  zu  Frankfurt  am  19.  Juli  (Scknbrg.  Urk.  Q.),  die  Art  und  Weise
der  Urtheilsfindung  ist  dieselbe  wie  früher  „das  ward  Im  alles
gemeyner  volg  vnd  vrteil  erteilt  als  recht  ist“.
2.  Johann  Graf  zu  Schaumburg  1444,  Hofgericht  zu
Nürnberg  (Wölkern.  Hist.  Norimb.  dipl.  S.  G37).  Hofgericht  zu  Wien
1443,  27.  August  (Sckbrg.  Urk.  R.  2)  2),  Hofgericht  zu  Wien  1443,

1  j  Vergl.  Franklin  de  iust.  irnp.  S.  22  IT.
2 )  Senckenberg  schreibt:  am  Freitag  vor  dem  St.  Antoniustagc;  dies  wäre  am
11.  Juni,  an  welchem  Tage  ja  gerade  der  Graf  Johann  von  Schaumburg  als  Hof-Sitzb.
  d.  phil.-hist.  CI.  XLIX.  Bd.  III.  Hft.  37
            
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