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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

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T  omascliek

mann  (Cod.  Tremon.  ed  Senckenberg  lind  Schiller).  Der  Grund  ist
klar,  denn  blos  der  Freie  durfte  über  den  Freien  richten,  Ssp.  III.  b4,
§.  1  und  einem  Unfreien  durfte  kein  Richteramt  geliehen  werden  <).
Da  die  wichtigeren  Angelegenheiten  der  Fürsten  schon  von  vorneherein
  von  der  Jurisdiction  des  Hofgerichtes  ausgeschlossen  waren,
so  brauchte  er  ursprünglich  kein  Genosse  der  Fürsten  und  der  freien
Herren  zu  sein.
Es  war  aber  eine  nothwendige  Folge  der  veränderten  Ständeverhältnisse, ­
  des  Zurücktretens  der  gemeinen  Freiheit  und  der  Ausbildung ­
  des  Adels  im  XIII.  und  XIV.  Jahrhunderte,  dass  die  blosse
Freiheit  der  Gehurt  hei  der  Wahl  des  Hofrichters  nicht  mehr  genügte,
und  es  Übung  wurde  den  Hofrichter  aus  dem  Stande  der  Fürsten  und
der  freien  Herren  zu  wählen.  Gehen  wir  die  Reihe  der  Hofrichter  in
diesen  Jahrhunderten  durch,  so  finden  wir,  dass  Namen  aus  den
höchsten  Standesclassen  die  weitaus  überwiegende  Mehrzahl  bilden,
und  besonders  im  XIV.  Jahrhundert  sehr  häufig  Fürsten  und  Landesherren ­
  als  Hofrichter  erscheinen 2 ).
Diesen  factischen  Verhältnissen  gegenüber  erscheint  es  daher
nur  ganz  entsprechend,  wenn  unsere  Rechtsaufzeichnung  Artikel  I
mit  der  ausdrücklichen  Forderung  hervortritt,  dass  der  Hofrichter  ein
Fürst  sein  solle,  der  einen  angesehenen  Namen  habe,  streng  und
gerecht  sei.  Die  persönlichen  Eigenschaften  des  Mannes,  der  nach

1 )  S.  Franklin.  De  inst.  imp.  S.  45.
2 )  9255  Adolf  Graf  von  Waldeck  hei  Franklin  a.  a.  0.  S.  93  IT:  1285  Hermann  von
Bonstelten,  Landgraf  von  Tnrgau  S.  97;  1303  Godofred  Graf  von  Hohenlohe  S.
101;  1339  Ludwig  Herzog  von  Teck  S.  105;  unter  K.  Karl  IV.  1339  Friedrich
Graf  von  Heydeck  S.  109,  1357  Herzog  Bolko  von  Falkenherg  S.  110,  1359  Herzog
Bolco  von  Oppeln  S.  111;  1361  Herzog  Premisl  von  Teschen  S  112,  1363  Johann
Burggraf  von  Magdeburg,  Graf  zu  Hardeck  S.  113.  1365  Friedrich  Herzog  von  Teck
und  Graf  Burchard  von  Hardeck  S.  114,  1373  Heinrich  Herzog  von  Lignitz  S.  116;
unter  K.  Wenzel  1379  Herzog  Premisl  von  Teschen  S.  119,  1382  Freiherr  von
Kreiher  S.  120,  1384  Günther  Graf  von  Scliwarzhurg  S.  121,  1387  Friedrich  Herzog
von  Teck  S.  122,  1392  Johann  Graf  von  Spanheim  S.  125,  1393  Johann  Graf  von
Truhendingen,  1394  Swantibor  Herzog  von  Stetin  S.  125,  1398  Ernest  von
Schöneburg,  Herr  von  Pirsenstein  S.  126.  So  weit  hat  Franklin  die  Reihe  der
Hofrichter  zusammengestellt.  Hiezu  kommen  noch  unter  K.  Wenzel  nach  Siegel
1396  Graf  Wilhelm  von  Schaumburg,  1397  Herzog  Bolko  von  Schlesien,  1399
Landgraf  Johann  von  Leuchtenberg.  (Siehe  HaimeiTs  Osten*.  Vierteljsehr.  VI.  B.
2.  H.,  S.  53).
            
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