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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

T  o  in  «i  s  c  li  e  k

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fürsten  zu  Basel  über  das  Fürstenreclit.  Sie  gibt  zugleich  einen  klaren
Aufschluss  über  den  Umfang  des  Ausdruckes  res  maximae  der  Fürsten,
die  der  Kaiser  in  der  const.  Moguntina  seiner  unmittelbaren  Cognition ­
  im  Fürstengericbte  Vorbehalten  batte.  Darnach  sollte  der  König
blos  in  jenen  Angelegenheiten  der  Fürsten  ein  Fürstengeriebt  niederzusetzen ­
  gehalten  sein,  die  ihren  Leib,  ihre  Ehre  oder  das  ihnen  zu
Lehen  gegebene  Fürstenthum  beträfen.  Handle  es  sieb  aber  blos  um
eine  Geldschuld  oder  um  andere  Güter,  die  nicht  Lehen  seien,  so
könne  der  König  das  Gericht  auch  mit  Grafen,  Herren,  Rittern  oder
Knechten  besetzen.  Während  im  letzteren  Ealle  die  gerichtliche  Ladung ­
  genüge  und  die  Überbringung  derselben  durch  einen  Genossen
des  Fürsten  nicht  nötliig  sei,  müsse  der  Fürst  zum  Fürstengericbte
dreimal  vorgeladen,  und  die  Ladung  ihm  durch  einen  Standesgenossen
überbracht  werden.
Ungefähr  um  dieselbe  Zeit  oder  kurze  Zeit  nachher,  rief  der
Herzog  Erich  von  Lauenburg  „qui  se  nominat  Saxoniae  ducem“  die
Hilfe  des  allgemeinen  Concils  zu  Basel  gegen  den  König  an,  weil  er
ihm  bezüglich  des  Herzogthums  Sachsen  das  Recht  verweigert  habe.
Der  König  protestirt  nun  von  Ulm  aus  ()  feierlich  gegen  die  Competenz
der  allgemeinen  Synode,  da  das  Erzmarschallamt  und  die  Churwürde
ein  Lehen  des  römischen  Reiches  sei  cumque  juxta  formam  juris  et
stylum  et  observantiam  sacri  nostri  imperii  feudales  questiones  coram
dominis  feudorum,  etiamsi  minores  valvassores  essent,  ac  paribus
curia  rum  suarum  respectu  feudi,  de  quo  agitur,  decernendae
sunt.  Die  Sache  gehöre  daher  vor  sei  n  Forum,  und  er  sei  auch  bereit
auf  Verlangen  des  Herzogs  pares  curiae  evocare  et  causam  iuxta
stylum  imperii  nostri  diffinire.

vnser  herr  Kayser  darumb  nvderseczen  sein  grauen,  herrn  ,  ritter  oder  knechte,
vnd  wenn  ein  furst  also  furgeuodert  wirt  vmb  spruch,  geltschuld  oder  vmb  gut
die  nicht  leben  sind,  so  ist  man  im  nicht  schuldig  mer  dann  ein  furpot  zu  schicken,
doch  so  soll  man  im  jn  das  furbot  seczen,  vmb  was  Sache  man  jm  zusprechen  well
vnd  darvmb  das  er  sein  brieff  vnd  was  er  notdurfTtig  zum  rechten  sey,  dester  bas
wisz  ze  bringen,  vnd  sol  jm  ein  gerawmen  tag  seczen  nach  gelegenheit  der  lannd
da  er  gesessen  ist,  vnd  kumpt  er  also  auf  den  tag,  als  man  jm  dann  den  seezt
oder  sein  voller  gewalt,  so  soll  geschehen,  was  recht  sei.  Cham  aber  er  oder  sein
gewalt  nicht,  so  sol  aber  geschehen,  als  recht  sey.  (Aus  dem  Registraturbuch  K.
Sigmund’s  K.  S.  1,  von  den  Jahren  1433—36.)
0  Die  Urkunde  ddto.  Ulm  1434  faria  quarta  post  Jacobi  (29.  Juli)  bei  Lünig  a.  a.  0.
            
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