Die höchste Gerichtsbarkeit des deutschen Königs u. Reiches.
der k. Hofrichter, der k. Kanzler, und der Erbkämmerer; ferner auch
Ottobonus von Valenze und Christianus „alle gut in kaiserlichen
vnd geistlichen rechten“ und Ziselmayer, in geistlichen
Rechten Lehrer, endlich Ritter und Knechte namentlich angeführt.
Den König vertrat als Fürsprecher Graf Ludwig von Öttingen. „Also
nu solche vorscliriben vorlegunge vnd vnser frage dorouff gescheen
worentt, vnd sich die vorgenanten fürsten, groffen, bannerherren
ritter vnd knechte wol vnd gemeinlich ertailet betten, vnd wir sie
hier au ff das vrtailte zu sprechen ermontend, do sprachen sie alle
einfeltiglich (einhelliglich?) zu dem rechten“ etc. (Siehe darüber
Aschbach G. K. S. II. S. 341).
Die unten mitgetheilte >) Urkunde v. J. 1433 dominica Oculi
(15. März) enthält ein merkwürdiges Weistluim deutscher Reichs-*)
Zwar findet man sie etwas abweichend und ohne Angabe der Jahreszahl bereits
gedruckt bei Lünig a. a. 0. S. 198 und hei Landorpp. Acta publica. S. 36. Da
aber auffallender Weise diese so wichtige Rechtsaufzeichnung bisher von den
Rechtshistorikern so gut wie gar nicht benutzt wurde und ihr Umfang nicht
bedeutend ist, so theilen wir sie neuerdings aus den Registraturs-Büchern K.
Sigismund’s hier mit. Aus welcher Veranlassung dieses Fürstenweisthum erfolgt
sei, ist zweifelhaft. Wohl bei Gelegenheit der Entscheidung eines einzelnen den
Pfalzgrafen beim Rhein betreffenden Falles. Dahin deutet die ausdrückliche Erwähnung
des Doctors des Pfalzgrafen, der wohl als Anwalt desselben gegenwärtig war.
Anno domini MCLXXXIU 0 , dominica Oculi (13. März), ßasilee.
Item der bischofT von Trient, der bisehoff von Cur, der bischof von Augsburg,
der Bischof von Bömberg, der bischof von Labus, der Bischof von Lubegk, der
bischof von Meichssen vnd der bischof von Olmuncz, der markgraf von Brandenburg,
hertzog Wilhelm von Beyren etc., graf Ludwig von Otingen, graf Hans von
Luppfen, der von Weinsperg, Haupt marschalk vnd Ludwig des pfaltzgrauen
doctor.
Die obgenanten fürsten, grauen vnd herrn haben auf ir eide geraten, wen
man ein fürsten vorfordern woll, das da antrefT sein leib, ere oder die Iehen des
furstenthumbs, so sul man jrn drei stund verkünden vnd das erst furbot schicken
hey eynem fürsten, er sey geistlich oder wertlich, oder bey eynem gefursten abbt,
vnd die andern zwei furbot mögen ym antworten ein grafT, herre, ritter oder
knecht, der des reiches man ist, vnd auch sein tag verkünden, als recht ist. Es
mag auch vnser herre derKayser umb die obgenanten drew stuck wol nydersecztn
sein fürsten, sy sein geistlich oder wertlich oder gefurst abbt.
Wer aber, ob man ein fürsten furbud umb sprueh, es wer vmb gellschuld
oder vmb gueter, die nicht leben weren, so mag man jm das furpot schicken hei
eynem grauen, herrn, ritter oder knecht, die des reichs man sind. Es mag auch