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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

Die  höchste  Gerichtsbarkeit  des  deutschen  Königs  u.  Reiches.

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Doctoren  aus  allen  Gerichten  und  Rathen  der  Fürsten  verlangt  wird,
—  ist  bekanntlich  in  neuerer  Zeit  von  Eichhorn,  Homeyer  >)  Fischer a )
so  überzeugend  nachgewiesen  worden,  dass  daran  nicht  weiter  gezweifelt
  werden  kann.
Wenn  auch  unter  ihm  die  Ernennung  von  Juristen  zu  Hof-  und
Reichsadvokaten  und  k.  Referendarien  nicht  mehr  vorkommt,  so  ist
doch  die  Zahl  derselben  an  seinem  Hofe  und  in  seinem  Rathe  eine
sehr  grosse,  und  der  Einfluss,  den  sie  an  diesem  und  in  dem  k.  Kammergerichte ­
  als  Urtheilssprecher  und  Beisitzer  zu  Gunsten  der  fremden
Rechte  übten,  ein  so  bedeutender,  dass  das  einheimische  Recht  und
der  deutsche  Rechtsgang  immer  mehr  verdrängt  wird.  So  erscheint
z.  B.  1441,  31.  Juli  (Cbmel  R.  Fr.  n.  344),  Heinrich  Leubing,
Lehrer  in  kaiserlichen  und  Licentiat  in  geistlichen  Rechten  als  Protonotar,
  1442  Dienstbriefe  für  Johann  Guerlich,  d r  in  decretis
(Chmel  n.  540),  am  27.  August  für  Heinrich  von  Beinheim,
doctor  decretorum  (Chmel  n.  1047),  1443,  28.  Februar  für  Johann
Toi  ln  er,  licentiatus  in  decretis  (Chmel  n.  1388),  Ludwig  Giissel
lic.  in  decr.,  Conrad  Cyrenberg  mag.  in  artibus  et  in  utroque
jure  baccalaureus,  Heinrich  Feuchtner  lic.  in  decr.  (Chmel  n.
1389),  16.  April  (Chmel  n.  1411)  ein  Caplanatsbrief  für  den  egregius
magister  Johann  de  Reve,  d r  decretorum;  1443  27.  August  (n.
1932)  ein  Rathsbrief  für  Franz  de  Folengys  d r  der  Decretalen;
1446  30.  Juli  (n.  2124)  wird  der  Dr.  beider  Rechte  Hartung  von
Cappel  mit  anderen  Rüthen  z.  B.  dem  püeta  laureatus  Aeneas  Sylvius
de  Piccolomini  bevollmächtigt  auf  dem  Reichstage  zu  Frankfurt  über
die  Verhältnisse  der  Kirche  und  des  Reiches  zu  conferiren  und  einen
Vergleich  zu  schliessen;  1447  2.  Oct.  (n.  2349)  ein  Rathsbrief  für
Ulrich  Riedrer,  licentiatus  der  Rechte,  1433  7.  April  (n.  3036)
wird  der  k.  Rath  und  Dr.  beider  Rechte  Hartung  von  Cappel  zum
Fiscalkammerprocurator  ernannt,  1434  3.  Febr.  (n.  3163)  der  Magister ­
  Johannes  de  Nichele  zum  k.  Rath,  1466  16.  Jänner  (n.
4349)  Johann  Rott,  Lehrer  der  geistlichen  Rechte  als  k.  Protonotar
erwähnt,  21.  April  (n.  4453)  Georg  Ehinger,  Lehrer  beider
Rechte  als  k.  Rath  und  Kammerprocuratorfiseal,  1467,  20.  Mai  (n.
4996)  Apruninus  de  Apruninis,  Dr.  beider  Rechte  als  k.  Diener

0  Monatsberichte  der  Berliner  Akademie.  Juni  18156.  S.  292  IT.
2 )  Programm  des  Hamburger  Johanneums  18n8.
Silzb.  d.  phil.-hist.  CI.  XLIX.  Bd.  III.  Hft.

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