Die höchste Gerichtsbarkeit des deutschen Königs u. Reiches.
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unter ihm noch nicht gelang als Urtheiler in das k. Hofgericht einzudringen.
K. Sigismund übertrug ihnen häufig die Instruction der
Sache '). bediente sich ihres Rathes hei seinen Entscheidungen, und
zog sie als Zeugen zu denselben 2 ). Wenn auch auffallender Weise
in seiner Kanzlei grösstentheils Kleriker ohne akademische Grade
Vorkommen, so besteht doch die Mehrzahl seiner Räthe, und eine
grosse Anzahl seiner Familiären bereits aus gelehrten Juristen.
So kommen Consiliarbriefe vor für Baptista Cigala de
Janua, legum doctor mit dem jährlichen Solde von 600 Ducaten
guten Goldes (1418, 8. April a), Johannes, praepositus de Sanceyo,
legum doctor (1422, 11. September), Nicolaus Stock,
decretorum doctor (1431, 1. März), Simeon de Theramo, D. U.
I. und zugleich advocatus imperii (1437 im November), Petrus
Antonii de Michaelibus de Senis, decr. d. (1432, 23. Aug.)
Petrus de Peciis, D. U. I. und Benedictus de Pascis de
Perusio (1432, 23. August), Rudolphus de Feysigniaco,
legum doctor (1427, 28. Mai); Familliariatsberiefe für Johannes
Legants, decr. dr. (1432, 11. November), Johannes Schallermann,
decr. dr. (1428, 18. November) und viele andere.
So gross war ihr Einfluss auf die Rechtspflege geworden, dass
K. Albrecht im Jahre 1438 bereits die Besetzung seines Obergerichtes
mit Rittern und Gelehrten in Aussicht stellt, die nach
gemeinen Rechten und guter Gewohnheit entscheiden sollen.
Die Bedeutung dieses Wortes kann in diesem Zusammenhänge nicht
mehr zweifelhaft sein. Auch er nahm während seiner kurzen Regie-0
z. B. in der Entscheidung des Streites zwischen dem K. Erich von Dänemark und
den Herzogen von Schleswig im J. 1424 dem legum doctor Ludowicus de Cattaneis
von Verona. Unter den bei der Publication anwesenden Zeugen werden fünf
Juristen genannt. Siehe Franklin a. a. 0. S. 182.
2 ) z. B. in der Entscheidung des Processes des Erzbischofs Günther von Magdeburg
gegen die Stadt Halle im J. 1424, habitoque super his dictorum prelatorum,
doctor um et aliorum consiliariorum consilio. Unter den Zeugen drei Juristen.
So entschied er auch im J. 1429 den Straubinger Erbstreit in Gegenwart vieler
Gelehrten und nach ihrem Rathe. Franklin, S. 183, 4.
3 ) Von diesem Juristen und der Wiener Universität liess sich K. Sigismund, wie uns
Stobbe Rechtsqliellen I. 2. S. 76 n. 52) aus einem Manuscripte des Grafen
Zdialynsky in Posen (f. 320) mittheilt, ein Gutachten über die Frage geben, ob die
Weihe und Salbung zur Krönung des deutschen Königs nothwendig sei.