Beiträge zur Kritik und Erklärung des Sophokles.
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hoc tempore oportet mulieres esse has neque libere vagantes, wobei
•yuvcrfxag in prägnanter Bedeutung genommen wird) triplici vitio
laborat. Primo enim oratio inepta est et tarn obscura ut Creon, secus
atque regem decet, cum famulis tanquam per aenigma loquatur“.
Dies würde Dindorf nicht gesagt haben, wenn er erwogen hätte,
dass Kreon mit den Worten ix— dvsi[xivccg niclit den Dienern eine
Weisung geben, sondern den bittersten Hohn gegen die Schwestern
aussprechen wollte. Wenn auch Kreon den Dienern nur die eine ausdrückliche
Weisung gab „dlld viv xo[j.itzz' efaw“, so waren die
Diener, die ja genau wussten, um was es sich handelte,
doch wohl sicher so geseheidt, um auch zu wissen, dass sie die
Schwestern nicht blos in das Innere des Hauses zu führen, sondern
sie dort auch in Gewahrsam zu halten hätten. Keineswegs konnte es
ihnen einfallen zu glauben, dass sie, wenn sie nur die Schwestern in's
Haus gebracht hätten, sich um dieselben weiter nicht zu kümmern
brauchten, sondern ruhig ihrer Wege gehen könnten. Hätte Kreon
nichts weiter als eine Entfernung der Schwestern in‘s Haus bezweckt,
so hätte er ja gar nicht den Dienern die Weisung zu geben gebraucht
v/jjjjZir' siacn, sondern er hätte blos die Schwestern heissen können,
in’s Haus sich zu verfügen. Da aber Kreon den Dienern ausdrücklich
sagt xopi^sr’ stffco, so werden damit Antigone und Ismene als Gefangene
bezeichnet, und dass Gefangene bewacht werden müssen, das
wussten die Trabanten des Königs sicherlich so gut wie nur irgend
Jemand. Weiter sagt Dindorf: „Deinde sententia ipsa, etiam si rectius
quam interpretes illi voluerunt enunciata esset, ejusmodi foret ut
nutricem audire videremur, non regem, a cujus persona alienum est
hoc quidem in loco quaerere quid decorum quid indecorum habeatur
mulierculis, quum hoc unum ei curandum sit, ut sua legibus constet
auctoritas nec poenam effugiat qui deliquerii“. Auch dies Argument
zerfällt in nichts, wenn man sich eben nicht dem Wahne hingibt, dass
Kreon im Ernst hier untersuche „quid decorum quid indecorum habeatur
mulierculis“, sondern wenn man zu der Einsicht gelangt, dass
Kreon mit bitterem Sarkasmus spricht. Treffend bemerkt Schneidewin:
„Von nun an sollen diese sein was sie sind, Weiber, die fein
sittsam daheim bleiben und nicht nach Belieben umherschweifen.
Bitterster Hohn, dass Kreon die Vorsichtsmassregel als Fürsorge für
die Beobachtung des Anstandes bezeichnet“. Dass man sich eines
solchen bitteren Hohnes zu Kreon versehen kann, beweisen viele seiner