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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

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nicht  glauben  konnte  oder  nicht  glauben  wollte,  an  dessen  Möglichkeit ­
  zu  glauben  ihm  nicht  beikam,  endlich  doch  leider  glauben  muss;
die  Wahl  des  milderen  Ausdruckes  iousva.i  von  einer  ganz  evidenten
Sache  ist,  so  zu  sagen,  ein  Nachhall  des  früheren  Unglaubens  und  ein
Ausdruck  der  gegenwärtigen  Überraschung.  Vgl.  ausser  den  oben
angeführten  Beispielen  El.  1048,  Ai.  1120,  Ant.  740  noch  Ant.  1270.
1280.  0.  C.  1262  (vgl.  1264  dyu  Kav(h\vig  oip’  dyav  sy.p.avSdvoj),
El.  765  (im  Contrast  zu  der  im  ersten  Stasimon  ausgesprochenen
Zuversicht,  die,  wie  der  Chor  mit  bitterer  Enttäuschung  sieht,  eitel
war),  Aesch.  Ch.  910.  914.  An  vielen  Stellen  könnte  man  diesen
Nachhall  des  früheren  Unglaubens  und  den  Ausdruck  der  gegenwärtigen ­
  Überraschung  passend  durch  dpa  wiedergeben.  So  ist  0.  T.
744  f.  olp.01  rdlag'  sau  sp.avzdv  slg  d.pdg  oeivug  Jtpo[BaXAwv  dpziwg
odx  siosvai  —  ovx  dp’  ydsiv  dpziug,  ebenso  wie  umgekehrt  z.  B.
El.  1185  dig  ovx  dp’  povj  züiv  ovoiv  xaxchv  umschrieben  werden
könnte  durch  (hg  oüx  soixa  siosvcu  oüösv  rtöv  ip.<hv  xaxcöv.  Demnach
ist  man  sicher  berechtigt,  an  unserer  Stelle  (hg  saus  im  Munde  der
Ismene  sehr  passend  zu  finden,  da  sie  es  lange  nicht  glauben  wollte,
dass  Kreon  unerbittlich  bleiben  würde,  sondern  ihn  durch  die  Erinnerung ­
  an  die  dem  Sohne  schuldige  Bücksicht  doch  von  seinem  Starrsinn ­
  abbringen  zu  können  hoffte;  jetzt  sieht  sie,  dass  sie  das,  was  sie
nicht  glauben  wollte,  leider  glauben  müsse,  und  dieser  Enttäuschung
gibt  sie  durch  die  schmerzlich  ausgesprochene  Litotes  (hg  saus  einen
passenden  Ausdruck.
Dies  sind,  so  viel  mir  bekannt  ist,  alle  Gründe,  die  gegen  die
handschriftliche  Überlieferung  geltend  gemacht  worden  sind;  wie
man  sieht,  ist  kein  einziger  derselben  geeignet,  die  Autorität  der
Überlieferung  zu  erschüttern.  Es  lässt  sich  nun  aber  auch  geradezu
der  Beweis  für  die  Nothwendigkeit  oder  wenigstens  Wahrscheinlichkeit ­
  der  handschriftlichen  Überlieferung  und  gegen  die  Zulässigkeit
der  von  Böckh  befürworteten  Änderung  führen.  Von  den  Gründen,
die  sich  dafür  beibringen  lassen,  hebe  ich  nur  die  wichtigeren  hervor.
Die  Worte  Kreon’s  dyccv  7  s  Xunslg  xat  av  xai  rö  adv  ^sy^ag
können  nur  der  Ismene  gelten.  Avirsiv  und  dviccv  wird  bekanntlich
sehr  häufig  gebraucht,  wenn  man  lästige  Auseinandersetzungen  oder
Vorstellungen  eines  anderen  abschneiden  will.  Vgl.  Ai.  589.  Dieselbe
Bedeutung  hat  sicher  XvirsTv  auch  hier.  Zu  wiederholtenmalen  hat
Ismene  schon  dem  Kreon  Vorstellungen  gemacht,  deren  Zweck  Bet-
            
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