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lieh an die Rücksichtslosigkeit seines Verfahrens gegen Hainion erinnert.
ihn zugleich auch zur Nachsicht gegen Antigone zu bewegen;
beides, Erfüllung der Wünsche Haimon’s und Rettung der Antigone,
war ja eng verbunden.
„In der That kann sie (Ismene) unmöglich die Worte sprechen,
die ihr gewöhnlich beigelegt werden: fj 7dp azspriasig u. s. w., da
sie ja V. 555 (568) ganz dasselbe schon gesagt hat: dAXd xrsvsi?
vupysia roö navzov ziy.vov; “ Röckh. Dieser Grund ist ohne Zweifel
der schwächste und auffallendste von allen, die gegen die handschriftliche
Überlieferung vorgebracht worden sind. Ist es denn nicht psychologisch
vollkommen begreiflich, ist es nicht sogar sehr angemessen,
dass Ismene dieses Mittel, welches sie für das geeignetste zur Erreichung
ihres Zweckes hält, zu wiederholtemnalen versucht? Pflegen
denn inständig Rittende vor solchen Wiederholungen sich zu scheuen?
Vergegenwärtigen wir uns übrigens, um die Grundlosigkeit dieser
Einwendung vollständig einzusehen, den ganzen Zusammenhang von
V. 568 bis V. 574. Auf Ismene's Frage: „aber wirst du denn die
Rraut deines eigenen Kindes tödten?“ (568) erwiedert Kreon, Antigone
sei nicht das einzige Weib auf der Welt, sein Sohn könne ein
anderes Weib sich aussuchen (569). Der folgenden Einwendung,
dass kein anderes Weib ihm so lieb sein werde (570), setzt Kreon
entgegen, dass er seinen Sohn nicht ein schlechtes Weib nehmen
lassen wolle (571). Ismene berücksichtigt nun diese Reschimpfung
der Antigone nicht, sie lässt sich nicht zu einer unzeitgemässen und
zweckwidrigen Apologie ihrer Schwester verleiten, sondern, indem sie
sich nur an den aus Kreon's Worten leicht zu entnehmenden Gedanken
„Haimon soll die Antigone nicht heirathen“ hält, und indem sie
zugleich an ihre frühere Behauptung u>g 7’ exdvui zf,§i z' r/v
17pp.offp.evct, welche Kreon nicht widerlegte und nicht widerlegen
konnte, anknüpft, ruft sie schmerzlich aus: „0 theuerster Haimon,
wie entehrt dich der Vater! “ <) was zugleich eine eindringliche Mali-1
) Nämlich dadurch, dass er dir Antigone, eine Braut, die nach
deinem Sinne ist, wie keine andere, raubt. Niemand wird wohl gegen
die handschriftliche Überlieferung den Scheingrund anführen, dass man ergänzen
sollte, „nämlich dadurch, dass er xaxag 7uvatxac viicJiv (JTV-7
et“. Wenn Ismene den in xaxac 7uvatxaf liegenden Vorwurf nicht ausdrücklich
widerlegt, so gibt sie ja dadurch noch nicht seine Richtigkeit zu; sie beachtet
ihn eben nicht. Mit demselben Recht, oder vielmehr Unrecht, könnte man auch