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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

49ß

K  v  i  c  a  I  a

gödien  des  Sophokles  kein  Beleg  dafür  Vorbringen  lässt  <),  so  hat  doch
Aischylos  dies  epische  Wort  ziemlich  häufig  gebraucht  (vgl.  Elmsley
zu  Eur.  Med.  313),  und  Sophokles  steht  seinem  Vorgänger  betreffs
der  Neigung  zur  Anwendung  epischer  Formen  und  Wörter  nicht  nach.
Besonders  kommt  hier  in  Betracht,  dass  Sophokles  sich  nicht  scheute,
in  dem  Gebrauch  des  Artikels  in  der  ursprünglichen  Geltung  eines
demonstrativen  Pronomens  über  die  Grenzen,  welche  der  prosaische
Sprachgebrauch  beobachtete,  hinauszugehen.  Vgl.  0.  R.  1082  rrjg
ydp  7r£cpuxa  p/Qrpog.  200  röv  —  ySriaov.  0.  C.  1699  änore  ys  xai  röv
sv  yspolv  xarüyov.  Ebenso  erinnern  Stellen  wie  Phil.  371  6  8'  stV
'QSvoaeOg  (d.  i.  er  aber,  Odysseus,  sagte)  Ai.  780  6'  o’  —Tsüxpo?
an  die  homerische  Construetion  II.  a  488  auräp  6  p-tvie,  vovai  Kaprr
p.tvog  üxvKÖpoienv,  Aioysvrig  llvjliog  viog,  nöoag  wxü?  'AyjXXsvg  u.  a.
Wenn  also  Sophokles  verschiedene  Formen  des  Artikels,  über  die
Grenzen  des  damaligen  gewöhnlichen  Sprachgebrauches  sich  hinwegsetzend, ­
  in  demonstrativer  Geltung  gebrauchte,  so  kann  man  ihm  auch
das  von  demselben  demonstrativen  Stamme  ro-  abgeleitete  Adverb
reo?  zumuthen.
Dass  reo?  leicht  zu  derCorruptel  ros?  Anlass  geben  konnte,  leuchtet ­
  ein;  es  mochte  dazu  das  Verbum  idöxovv  verleiten.
V.  559  f.
3ctp<7£s  •  ctö  p.£v  £f,?,  >7  8'  £p.ri  '•pvyr,  nulou
tsSvyjxev,  ojuts  ros?  ■S'avoöatv  wyeAstv.
Der  Schojiast  erklärt  oFov,  Kpoyiy.dp.riv  roö  tüv,  ßor<3f)aai  ßou*
lop,ivri  ~w  doeXfö).  H  e  rm  a  n  n  hat  mit  gewohntem  Scharfblick  erkannt,
dass  dieselbe  richtig  ist,  leider  aber  nur  kurz  bemerkt:  Sensum  recte
explicuit  scholiastes.  Bei  anderen  Gelehrten  fand  diese  Erklärung
wenig  Zustimmung,  Wunder  fand  sie  sogar  so  seltsam,  dass  er  zu
sagen  wagte:  „Mirum  est  a  quoquam  probari  hanc  interpretationem
potuisse“.  An  die  Stelle  derselben  setzte  er  folgende:  „Nemo  non
perspexisset  sensum  liuius  loci,  si  scripsisset  poeta:  wars  ros?  £wgi
p.rixir’  wysÄesv,  ita  ut  vivis  nihil  iam  utilis  sim.  Idem  autem
f )  Auf  die  einzige  Stelle,  an  der  es  handschriftlich  überliefert  ist,  Ai.  841,  kann  man
sich  nicht  berufen,  da  ohne  Zweifel  841  f.  interpolirt  ist.  0.  R.  80  hat  Markland ­
  rwc  durch  Conjectur  an  die  Stelle  von  rw  setzen  wollen;  aber  diese  Conjeetur
  ist  unberechtigt  und  unzulässig.
            
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