Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung-  des  Sophokles.

493

dige  Erklärung  dieses  Erklärers  hat  also  gelautet  osavr-p  xctAoö?  iöoxät?
<ppovstv,  pb  GufjLtzpczTTouaa:  p.01  (Erklärung  des  ersten  rot?),  iyu>  di
ipaurp  xcdcö?  iöoxouv  ypovotv  rot?  ipoTg  döyp.a<nv  (Erklärung  des
zweiten  rot?).  Die  Worte  $3  rot?  ävöpäatv  dagegen  gehören  einer
zweiten,  vom  Scholiasten  excerpirten  Erklärung  an,  deren  Urheber
beidemal  rot?  als  Masculinum  nahm  und  ’öoxouv  sowohl  als  auch  das
daraus  im  ersten  Gliede  ergänzte  iöoxot?  in  der  Bedeutung  „scheinen“
auffasste.
Sowie  es  nun  wahrscheinlich  ist,  dass  den  Scholien  die  Leseart
piv  rot?  zu  Grunde  liegt,  und  nicht  piv  aoi,  so  scheint  auch  die  corrupte
  Überlieferung  des  Laur.  auf  piv  rot?  zurückzugehen.  L  piv  700,
L'pivrot.  Zunächst  ist  wohl  piv  rot?  in  älteren  Handschriften,  sei  es
durch  Versehen  des  Abschreibers,  sei  es  durch  Conjectur,  in  pivrot
verwandelt  worden.  Im  letzteren  Falle  wäre  anzunehmen,  dass  Jemand
ilie  unregelmässige  Stellung  av  piv  rot?,  rot?  d’  iycii  (statt  rot?  pli
06,  rot?  $'  I76Ö)  bedenklich  fand,  an  dem  allein  stehenden  rot?  Anstoss
  nahm  und  die  leichte  Änderung  pivrot  wagen  zu  können  glaubte.
Wahrscheinlich  erklärte  er  sich  dabei  den  Sinn  der  Stelle  in  derselben ­
  Weise,  wie  später  Brunck;  er  ergänzte  zu  xaAcö?  ov  pivrot  das
Verbum  ilsysg  und  fasste  xotXtö?  ironisch  auf.  Ein  späterer  Kritiker
erkannte  die  Unmöglichkeit  von  pivrot  und  suchte  durch  die  Änderung
psv  7’  oö  die  Stelle  zu  heilen;  noch  andere  versuchten  andere  Änderungen, ­
  die  in  jüngeren  Handschriften  sich  finden.  Während  nun
aus  piv  rot?  die  Überlieferung  des  Laur.  sich  ungezwungen  erklärt,
ist  das  Entstehen  derselben  unter  Voraussetzung  der  Echtheit  von
piv  aot  nicht  leicht  erklärlich.
Aber  auch  in  dem  Falle,  wenn  piv  aot  diplomatisch  noch  so  gut
beglaubigt  wäre,  müsste  man  die  Überlieferung  für  corrupt  erklären.
Dindorf  versucht  folgende  Erklärung:  „rot?  di  genere  masculino
dictum  est,  ut  of?  in  simili  sententia  Antigonae  v.  89,  et  post  piv  aoi
non  minus  recte  infertur  quam  post  rot?  piv.  .  .  .  Oppositae  autem
quas  Antigona  dicit  sententiae  hae  sunt,  altera  Ismenae,  quae  obedientiam
  adversus  Creontem  pietatis  officio  adversus  mortuos  potiorem
habet,  altera  Antigonae,  quae  contrariam  defendit  sententiam“.  Aber
die  Bezeichnung  des  Polyneikes  durch  rot?  öi  wäre  geradezu  unverständlich: ­
  und  der  Gegensatz  beider  Glieder  ist  kein  passender;  man
würde  vielmehr  erwarten  xoG.cI)?  oö  piv  aoi,  spot  d'  iydi  tppovsiv
ioo'xo'jv.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.