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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

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K  v  1  c  a  1  a

Lüge  verharrt;  sie  behauptet  noeli  jetzt  an  der  Bestattung  theilgenommen
  zu  haben.  Gegen  diese  Auffassung  würde  jede  Einwendung
fruchtlos  sein;  denn  die  Erwiederung  der  Antigone  pvjcf'  d  p~h  ^iysg
71010O  asavzfig  zwingt  zu  der  Annahme,  dass  Ismene  so  eben  nocb  die
That  auch  für  die  ihrige  ausgegeben  habe.  In  demselben  Sinne  ist
auch  V.  556  zu  erklären,  wie  ich  im  Folgenden  darzuthun  suchen
werde.
V.  554  IV.
IS.  otpoi  zdlcuva,  xdiJ.7zldy.0i  rov  aov  pöpov;
AN.  nv  psv  ydp  si’lov  iyd)  de  xazSczveiv.
IS.  dll'  ovx  S7z’  apprjrot?  7s  rolg  ipotg  loyoig.
AN.  xalöjg  au  plv  c70t,  zocg  §’  ey<l>  ’döxovv  fpoveiv.
IS.  xai  p^v  tavj  vwv  iaziv  v,  ’i-apapzia.
In  den  Scholien  findet  sich  eine  doppelte  Erklärung  des  Verses
556:  ofov,  TzposlTzöv  goi  zdg  SGopivccg  zipoipiag  iv  zy  Ttapaßdaet.
Die  folgenden  Worte  nun  geben  eine  durchaus  verschiedene  Erklärung: ­
  dlX  ovtcoj  Tzapd.  yvdtpriv  pov  zavza  Tzerzpayag,  dlld  xdpov
Gvveidviag  zd  npazzöpeva.  Fast  allgemein  wird  die  erste  Erklärung
angenommen  und  die  zweite  als  falsch  verworfen.  Aber  die  erste
Erklärung  ist  höchst  unpassend  und  verdirbt  die  Charakterzeichnung
der  Ismene.  Seit  Ismene  aufgetreten  ist,  hat  sie  bei  jeder  ihrer
Äusserungen  nur  das  eine  Ziel  verfolgt,  mit  ihrer  Schwester  zu  sterben. ­
  Von  den  Versen  536  f.,  540  f.,544  f.,548,  550,  554  braucht  dies
nicht  erst  bewiesen  zu  werden.  Der  einzige  V.  552  zi  driz’’  d.v  dlld
vvv  <7’  Ir’  ojyelotp'  lyoj;  scheint  einen  anderen  Gedanken  zu  enthalten. ­
  Aber  bekanntlich  werden  Fragesätze  mit  dem  Optativ  und  äv
nicht  selten  als  Äusserungen  eines  Wunsches  gebraucht.  Am  gebräuchlichsten ­
  ist  in  diesem  Falle  allerdings  Küg;  z.  B.  Phil.  794  ff.
c5  dazloT  azpcizrildzca,  ’Aydpepvov,  w  MsvlAae,  Tzöig  dv  dvz 1  epov
zov  caov  y_p6vov  zpeyoize  zrpjoi  rvjv  vögov;  Eur.  Med.  97  nüg  dv  öloip.av;
  Aber  andere  Interrogativa  waren  natürlich  von  diesem  Sprachgebrauch ­
  nicht  ausgeschlossen,  und  es  lassen  sich  Beispiele  auch  für
zig  beibringen.  Vgl.  Aesch.  Ag.  1411  ff.  <pev,  zig  &v  ev  zdyep  pri
7tspciüdwog,  pride  depvtozripYig,  poloi  zov  aUi  fipova’  i<p’  v7p.1v  potp’
dzelevzov  vtzvov;  Soph.  0.  C.  1100  f.  zig  dv  Szüv  goi  zövo  äpiGzov
dvdp'  ioelv  0007;  Ai.  880  ff.  So  ist  auch  unsere  Stelle  als  Ausdruck
eines  Wunsches  aufzufassen.  Wodurch  kann  aber  Ismene  dlld  vvv
            
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