480
K v i c a l a
des i'acug (es stellt dies Adjectiv, wie mein zu sagen pflegt, de re
cfficienda) auf rovg vö;ji.qus.
Endlich liegt noch ein wichtiges, zu Gunsten von ’t'ffoo? sprechendes,
Moment in der Partikel ye. Gegenüber der Einwendung
Kreon’s, dass Polyneikes Feind, Eteokles Vertheidiger des Vaterlandes
sei, behauptet Antigone, dass Hades die Befolgung seiner Gesetze in
gleicherweise, ohne Unterscheidung von Freund und Feind, verlange.
Indem sie nun o y' "Aiorjg sagt, gibt sie zu, dass irdische
Gesetzgeber hei dem Verfahren gegen Freund und Feind einen Unterschied
machen mögen; Hades aber wenigstens habe nur einerlei Gesetze
, deren gleiche Befolgung er stets verlangt. Dagegen lässt yi
keine genügende Erklärung zu, wenn rovrovg gelesen wird.
Die so eben dargelegte Auffassung des y£ könnte mit der oben
gegebenen Erklärung des Verses 520 nicht gut vereinbar scheinen.
Wenn nämlich Antigone mit den Worten o y' "Atörj? andeutet, dass
auf Erden allerdings ein Unterschied in der Behandlung von Freunden
und Feinden gemacht wird, so kann Kreon, könnte man einwenden,
nicht unmittelbar darauf denselben Gedanken aussprechen:
„Hier auf Erden wird ein Unterschied zwischen den Braven und
Schlechten gemacht“. Allerdings haben die Verse 519 und 520
etwas Gemeinschaftliches, nämlich den Gedanken, dass irdische Gesetze
einen Unterschied zwischen den Menschen machen; Antigone
deutet diesen Gedanken durch y£ nur an, Kreon spricht ihn bestimmter
aus. Aber trotzdem sind die in beiden Versen ausgesprochenen
Gedanken doch sehr bedeutend verschieden, und Kreon berührt in
Wahrheit einen ganz neuen Punct. Antigone’s Worte, die sich eng
an 518 anschliessen, enthalten die Andeutung, dass irdische Gesetze
einen Unterschied zwischen Feind und Freund (jtopS&v und vnsp)
machen, während Hades einen solchen Unterschied nicht kenne.
Kreon aber lieht nun einen anderen Gegensatz, nämlich zwischen
/pr,ar6f und hervor und will diesen auch auf die Behandlung
der Todten ausgedehnt wissen.
V. 521.
ri.g otdev, c! xgctoj '<7rlv svayfi rätis.;
Kd-o) ’(tt!v L, yp. xdrutSev IA Nach dem Grundsätze, dass von
zwei beglaubigten Lesearten die ungewöhnlichere vorzuziehen, die