Beiträge zur Kritik und Erklärung des Sophokles.
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dass die von Antigone dem Eteoldes erwiesene Svaasß-iig sei,
mit der Bemerkung, dass die /apt?, die sie dem Eteokles erweise,
nur ebenso gross sei, als die dem Polyneikes erwiesene, der doch
ouaasßr/g ist; daraus gehe eben hervor, dass sie den Eteokles mit
dem dvijasßr,g auf eine Linie stelle, dass sie ihn durch ihr Verfahren
implicite auch als övaasß-'ng behandle. Dagegen wendet Antigone zu
ihrer Rechtfertigung ein, dass Polyneikes ebenso gut ihr Bruder sei,
wie Eteokles (öl7). Kreon aber gibt ihr zu bedenken, dass zwischen
Bruder und Bruder ein Unterschied ist; der eine Bruder sei Feind,
der andere Vertheidiger des Landes (518); mit diesen Worten hält
also Kreon den in den Worten st rot a<ps ziy.äg s£ laou :w dvaatßsl
liegenden Vorwurf der Gleichstellung aufrecht. Antigone aber
rechtfertigt519 diese Gleichstellung durch die Behauptung, dass
Hades von den Menschen die Beobachtung seiner Gesetze (denen zufolge
Verwandte jeden Verwandten ohne Unterschied und ohne Rücksicht
auf andere Momente bestatten sollen) in gleicherweise,
ohne jeden Unterschied, verlange, dass somit ihre Gleichstellung
beider Brüder den Forderungen des Hades entspreche.
So herrscht, wenn man taou? liest, überall der schönste und
innigste Zusammenhang. Dagegen würde durch zovzovg der Zusammenhang
sowohl mit dem Vorhergehenden, als auch mit dem Folgenden
in unliebsamer Weise geschwächt, ja geradezu gestört werden.
Der Scholiast erklärt zovg vöy.ovg zovzovg mit zd Säxzeiv. Aber es
geht nichts voraus, wodurch die Bezeichnung des zd ^d^TEtv mit zovg
voy.ovg zovzovg nahe gelegt wäre. Antigone würde dann von dem
Eingehen auf Kreon’s Argumentationen und dem Bekämpfen derselben
plötzlicli abspringen. Nun könnte man zwar vielleicht, um die
innige Beziehung der Rede und Gegenrede aufrecht zu erhalten, 6y.üg
statt Sy.oog vorschlagen und sagen, dass durch oyoig— zovg vöy.ovg
zovzovg dasselbe erreicht werde wie durch 6'ptos—zovg voy.ovg laovg: -
aber das Bedenken, dass die Bezeichnung des Srunzsiv mit rovg
voy.ovg zovzovg nicht nahe gelegt und durch das Vorangehende
nicht motivirt ist, wird dadurch nicht behoben.
Ferner ist zu beachten, dass die Ausdrucksweise tcoSeT zovi
voy.ovg zovzovg im Sinne „Hades verlangt die Befolgung dieser
Gesetze“ auffallend und unklar ist. Bei der Leseart zovg vöyovg laovg
kommt der Begriff der (gleichen) Befolgung der Gesetze des Hades
in die Stelle ganz natürlich durch die prädicative Beziehung