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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

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dass  die  von  Antigone  dem  Eteoldes  erwiesene  Svaasß-iig  sei,
mit  der  Bemerkung,  dass  die  /apt?,  die  sie  dem  Eteokles  erweise,
nur  ebenso  gross  sei,  als  die  dem  Polyneikes  erwiesene,  der  doch
ouaasßr/g  ist;  daraus  gehe  eben  hervor,  dass  sie  den  Eteokles  mit
dem  dvijasßr,g  auf  eine  Linie  stelle,  dass  sie  ihn  durch  ihr  Verfahren
implicite  auch  als  övaasß-'ng  behandle.  Dagegen  wendet  Antigone  zu
ihrer  Rechtfertigung  ein,  dass  Polyneikes  ebenso  gut  ihr  Bruder  sei,
wie  Eteokles  (öl7).  Kreon  aber  gibt  ihr  zu  bedenken,  dass  zwischen
Bruder  und  Bruder  ein  Unterschied  ist;  der  eine  Bruder  sei  Feind,
der  andere  Vertheidiger  des  Landes  (518);  mit  diesen  Worten  hält
also  Kreon  den  in  den  Worten  st  rot  a<ps  ziy.äg  s£  laou  :w  dvaatßsl
liegenden  Vorwurf  der  Gleichstellung  aufrecht.  Antigone  aber
rechtfertigt519  diese  Gleichstellung  durch  die  Behauptung,  dass
Hades  von  den  Menschen  die  Beobachtung  seiner  Gesetze  (denen  zufolge ­
  Verwandte  jeden  Verwandten  ohne  Unterschied  und  ohne  Rücksicht ­
  auf  andere  Momente  bestatten  sollen)  in  gleicherweise,
ohne  jeden  Unterschied,  verlange,  dass  somit  ihre  Gleichstellung
beider  Brüder  den  Forderungen  des  Hades  entspreche.
So  herrscht,  wenn  man  taou?  liest,  überall  der  schönste  und
innigste  Zusammenhang.  Dagegen  würde  durch  zovzovg  der  Zusammenhang ­
  sowohl  mit  dem  Vorhergehenden,  als  auch  mit  dem  Folgenden ­
  in  unliebsamer  Weise  geschwächt,  ja  geradezu  gestört  werden.
Der  Scholiast  erklärt  zovg  vöy.ovg  zovzovg  mit  zd  Säxzeiv.  Aber  es
geht  nichts  voraus,  wodurch  die  Bezeichnung  des  zd  ^d^TEtv  mit  zovg
voy.ovg  zovzovg  nahe  gelegt  wäre.  Antigone  würde  dann  von  dem
Eingehen  auf  Kreon’s  Argumentationen  und  dem  Bekämpfen  derselben ­
  plötzlicli  abspringen.  Nun  könnte  man  zwar  vielleicht,  um  die
innige  Beziehung  der  Rede  und  Gegenrede  aufrecht  zu  erhalten,  6y.üg
statt  Sy.oog  vorschlagen  und  sagen,  dass  durch  oyoig—  zovg  vöy.ovg
zovzovg  dasselbe  erreicht  werde  wie  durch  6'ptos—zovg  voy.ovg  laovg:  -
aber  das  Bedenken,  dass  die  Bezeichnung  des  Srunzsiv  mit  rovg
voy.ovg  zovzovg  nicht  nahe  gelegt  und  durch  das  Vorangehende
nicht  motivirt  ist,  wird  dadurch  nicht  behoben.
Ferner  ist  zu  beachten,  dass  die  Ausdrucksweise  tcoSeT  zovi
voy.ovg  zovzovg  im  Sinne  „Hades  verlangt  die  Befolgung  dieser
Gesetze“  auffallend  und  unklar  ist.  Bei  der  Leseart  zovg  vöyovg  laovg
kommt  der  Begriff  der  (gleichen)  Befolgung  der  Gesetze  des  Hades ­
  in  die  Stelle  ganz  natürlich  durch  die  prädicative  Beziehung
            
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