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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

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K  v  i  c  a  1  a

solches  Zweckmässigkeitsprincip  bei  der  Handhabung  der  Kritik  ist
nicht  ein  heilendes  Instrument,  sondern  eine  sehr  gefährliche  Waffe.
Die  fraglichen  Verse  könnten  nur  dann  für  unecht  gelten,  wenn  sich
nachweisen  Hesse,  dass  durch  dieselben  der  Zusammenhang  zwischen
HO4  f.  und  508  geradezu  in  einer  nicht  zu  rechtfertigenden  Weise
gestört  wird;  aber  die  (wenn  auch  berechtigte)  Ansicht,  dass  Sophokles ­
  nach  505  besser  sofort  508  gesetzt  haben  würde,  weil  die
Darstellung  in  diesem  Falle  kräftiger  wäre,  ist  ein  sehr  unzulängliches ­
  Argument  gegen  die  Echtheit.
Die  Störung,  oder  vielmehr  besser  gesagt  die  nicht  genug  kräftige ­
  Hervorhebung  des  Zusammenhanges  zwischen  508  und  504  f.
lässt  sich  genügend  rechtfertigen.  Man  muss  sich  eben  erinnern,  dass
die  allgemeine  Sentenz,  mit  der  Antigone  schliesst,  zufolge  ihrer
Anwendung  auf  den  vorliegenden  Fall,  im  engsten  Zusammenhänge ­
  mit  rovrotg—■As-yoir"  ccv  steht,  wie  oben  dargethan  worden ­
  ist.  Der  Dichter  konnte  somit  sehr  wohl  auch  nach  506.  507
dem  Kreon  eine  Erwiederung  in  den  Mund  legen,  die  sich  auf  den  von
Antigone  hervorgehobenen  Hauptpunct  zovroig—  Xsyoir  av  bezieht, ­
  da  eben  V.  506.  507  keinen  neuen  Punct  bezeichnet,  sondern
nur  zur  Beleuchtung  der  Worte  robzoig—  xv  dient.
Übrigens  fehlt  es  nicht  an  Analogien,  welche  die  Möglichkeit
dessen,  was  sich  Sophokles  hier  gestattet  hat,  vollends  unzweifelhaft
machen.  Vgl.  El.  788—790,  welche  Verse  sich  auch  nicht  auf  die
zuletzt  ausgesprochene  Äusserung  der  Klytaimnestra  (784—787)
beziehen,  sondern  auf  den  Hauptpunct  ihrer  Rede,  der  von
V.  773—784  durchgeführt  wird.  El.  385  bezieht  sich  auf  379—382.
Endlich  muss  man  bei  dieser  Frage  auch  die  Neigung  der  Tragiker ­
  berücksichtigen,  mit  einem  allgemeinen  Ausspruch  zu  scldiessen.
V.  514.
Tiojg  rjrjr'  ».sivu  dvaasßrj  zi/j.äg  %xpiv;
Als  sicher  ist  anzunehmen,  dass  ixeivat  auf  Eteokles  sich  bezieht.
Ebenso  steht  die  Richtigkeit  der  Erklärung  Hermanns  fest:  „impiam
  in  Eteoclem  dicit  Antigonam,  quod  hunc  non  honoret  magis,
quam  fratrem  Polynicen“.  Die  welche  Antigone  dem  Eteokles
entrichtet,  wird  ftvatjeßrig  genannt,  weil  sie  um  nichts  grösser  ist,  als
            
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