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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

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6  ££  £p.rig  pvzpog  statt  6  ex  piäg  oder  zfig  txiizvjg  p-nzpog  in  den  Mund
gelegt?  Wenn  man  im  Deutschen  „der  Sohn  meines  Vaters,  der  Sohn
meiner  Mutter“  für  „mein  Bruder“  sagt,  so  ist  dies  eine  absichtlich
gewählte  auffallende  Bezeichnung;  bei  den  Griechen  lässt  sich  kein
Beispiel  dafür  finden;  am  allerwenigsten  hätte  wohl  ein  griechischer
Schriftsteller  Jemanden  diese  Bezeichnung  in  den  Mund  gelegt,  wenn
Vater  und  Mutter  beiden  Geschwistern  gemeinschaftlich  sind.
3.  Die  Construction  der  Worte  zov  tg  iiir,g  —  vexvv  ist  sehr
unklar  und  in  jedem  Fall  hart.  Nauck  hat  bemerkt,  dass  die  Worte
tov  ep.rjg  prjzpdg  Sccvövra  zu  dem  Missverständnisse  „den  yon  meiner ­
  Mutter  getödteten“  führen.  Aber  wenn  wir  auch  von  dieser  sicher
nicht  sehr  geschickten  Wortstellung  absehen,  wie  sollen  wir  die  einzelnen ­
  Woi'te  construiren?  Vielleicht  wollte  der  Interpolator  Sccvovzoc
vexvv  verbunden  wissen,  wie  26.  SIS.  Nun  würde  genügen  ei  zöv
ii;  £p.rjg  pyizpog  (angenommen,  dass  dies  =  röv  epöv  doel<pöv  ist)  ä^atctciv
  £ayöp.rtv  (angenommen,  dass  dies  =  riveoyöpr I v  ist),  wobei  äSanzov
  —  ciSaKTov  ovza,  wenn  ich  meinen  Bruder  unhestattet
gelassen  hätte.  Auch  d  zov  iprjg  prizpög  Savovz’  äSxnzov  ioyo-[xr)v
  liesse  sich  erklären=wenn  ich  meinen  Bruder,  nachdem
er  gestorben,  unhestattet  gelassen  hätte.  Was  soll  man
aber  mit  Sravovra.  vexvv  beginnen?  Soll  man  es  in  derselben  Weise
zu  erklären  versuchen,  wie  das  einfache  Savivza,  etwa:  wenn  ich
meinen  Bruder,  nachdem  er  ein  3a.vcnv  vezu;  geworden
oder  da  er  ein  Srxvdtv  vexvg  war,  unhestattet  gelassen
hätte?  oder  soll  man  3-avövza  vexvv  zu  dSccnzov  ziehen  ==  wenn
ieh  den  Bruder  als  unbestatteten  -3-  a  v  co  v  vexvg  gelassen
hätte?  Bei  beiden  Erklärungsversuchen  ist  die  Construction  eine
ungeschickte.  Oder  sollen  wir  vexvv  von  Savövza  trennen,  ^xvovzx
=  nachdem  er  gestorben  erklären,  und  ddja-zov  vexvv  verbinden ­
  =  wenn  ich  den  Bruder,  nachdem  er  gestorben,  eine
unbestattete  Leiche  hätte  sein  lassen?  Auch  diese  Construction ­
  ist  hart  und  vielleicht  unmöglich,  da  aus  der  Construction
dveyopcd  zivx  dSanzov  ovza  und  dvtyopcü  nva  äScazzov  nicht  folgt,
dass  man  auch  dvey.op.cd  ziva  däanzov  vexvv  gebraucht  hätte.
Das  Wahrscheinlichste  ist  mir,  dass  der  Interpolator  ursprünglich ­
  ei  zov  epfig  prizpog  Savovz’  äSuTtzov  eayöp-ov  beabsichtigte
=  wenn  ich  meinen  Bruder,  nachdem  er  gestorben,  unbestattet
  gelassen  hätte,  und  dass  er  dann,  verlegen  um  die
            
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