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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

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gebung  des  Begriffes  der  Mitte  zur  Bezeichnung  der  Öffentlichkeit  im
Gegensätze  zu  dem  Verborgenen  gebraucht;  vgl.  Plat.  Phil.  14  B  ig
tö  psaov  -/.araTiSivTss  (opp.  dnGxpvnröpEvoi).  Aesch.  Cb.  143  raör’
iv  peatp  TtSripi  Sopli.  Phil.  608  dsapiöv  t’  äyuv  Idstf'  ’Ay_ouoig  ig
piaov  (palam).  Gerade  so  im  Latein;  z.  B.  Cic.  Verr.  2,  2,  71  venient
  in  medium  (öffentlich  auftreten).  Sprachlich  ist  also  dg  psaov
nspä  vollkommen  zulässig;  es  ist  eben  ==  in  medium  venit.  Der  Ort,
an  den  sich  Kreon  begab,  war  ein  öffentlicher  Platz,  auf  welchem
Versammlungen  stattfanden  (1S9  f.).
Aber  man  entnimmt  aus  ^vppsrpog  im  folgenden  Verse  einen
Grund  gegen  die  Zulässigkeit  von  peaov.  So  z.  B.  Nauck:  „Dass
sig  piaov  nicht  richtig  ist,  lehrt  'EOp.ixtzpog' 1 .  Doch  die  Voraussetzung,
dass  Kreon’s  Worte  noia  p.  p  et  p  o  g  np.  r.  auf  die  Worte  des  Chors
sich  beziehen,  ist  unnöthig.  Unnöthig  ist  diese  Annahme,  weil  sich
fyppsrpog  auch  ohne  dieselbe  vollkommen  befriedigend  erklären  lässt.
Kreon  kommt  zufällig  und  ungeraten  aus  dem  Inneren  des  Palastes
heraus.  Da  er  nun  den  Wächter,  den  er  vor  kurzer  Zeit  unter  den
furchtbarsten  Drohungen  entlassen  hat,  wieder  erblickt,  so  muss  er
annehmen,  dass  etwas  Wichtiges,  was  auf  die  Bestattung'  des  Polyneikes
  Bezug  hat,  vorgefallen  ist  (dass  Ant.  die  Thäterinn  ist,  ahnt  er
freilich  wohl  noch  nicht,  vgl.  403);  ebenso  muss  er  annehmen,  dass
man  ihm  die  Ankunft  des  Wächters  gemeldet  haben  und  ihn  hinausgerufen ­
  haben  würde,  wenn  er  nicht  zufällig  seihst  gekommen  wäre.
Folglich  kann  Kreon  mit  Recht  von  sich  sagen,  dass  er  eben  recht
gekommen  sei,  ohne  dass  es  notlnvendig  gewesen  wäre,  ihn  zu  rufen;,
dies  liegt  in  ipjppEzpog.  Auch  ist  es  gar  nicht  so  sehr  als  sicher  anzunehmen ­
  ,  dass  Kreon  die  Worte  des  Chors,  die  an  den  Wächter
gerichtet  sind,  vernommen  hat.  Es  ist  recht  gut  denkbar,  dass  der
Chor  jene  Worte  sprach,  eben  als  Kreon  aus  dem  Palast  heraustrat
und  noch  in  ziemlicher  Entfernung  war,  so  dass  zwischen  386  und
387  eine  Pause  stattfand.  Die  Frage  rt  ö’  egti;  zwingt  uns  durchaus
nicht,  in  ds  eine  Beziehung  auf  die  Worte  des  Chors  anzunehmen;
denn  ds  hat  nach  fragenden  Pronominen  und  Adverbien  nachweislich
oft  die  ursprüngliche  deiktische  Bedeutung;  also  rt  o’  egti  —  was
gibt’s  da?  (Vgl.  Zeitschr.  f.  d.  österr.  Gymn.  XV,  S.  324  f.)
Nun  kann  man  aber  wohl  noch  weiter  gehen  und  behaupten,
dass  öeov  (und  ebenso  Nauck's  Conjectur  xaipov)  nicht  nur  nicht
eine  probable,  sondern  sogar  eine  verfehlte  Conjectur  ist.  Et?  oeov
            
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