Beiträge zur Kritik und Erklärung des Sophokles.
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gebung des Begriffes der Mitte zur Bezeichnung der Öffentlichkeit im
Gegensätze zu dem Verborgenen gebraucht; vgl. Plat. Phil. 14 B ig
tö psaov -/.araTiSivTss (opp. dnGxpvnröpEvoi). Aesch. Cb. 143 raör’
iv peatp TtSripi Sopli. Phil. 608 dsapiöv t’ äyuv Idstf' ’Ay_ouoig ig
piaov (palam). Gerade so im Latein; z. B. Cic. Verr. 2, 2, 71 venient
in medium (öffentlich auftreten). Sprachlich ist also dg psaov
nspä vollkommen zulässig; es ist eben == in medium venit. Der Ort,
an den sich Kreon begab, war ein öffentlicher Platz, auf welchem
Versammlungen stattfanden (1S9 f.).
Aber man entnimmt aus ^vppsrpog im folgenden Verse einen
Grund gegen die Zulässigkeit von peaov. So z. B. Nauck: „Dass
sig piaov nicht richtig ist, lehrt 'EOp.ixtzpog' 1 . Doch die Voraussetzung,
dass Kreon’s Worte noia p. p et p o g np. r. auf die Worte des Chors
sich beziehen, ist unnöthig. Unnöthig ist diese Annahme, weil sich
fyppsrpog auch ohne dieselbe vollkommen befriedigend erklären lässt.
Kreon kommt zufällig und ungeraten aus dem Inneren des Palastes
heraus. Da er nun den Wächter, den er vor kurzer Zeit unter den
furchtbarsten Drohungen entlassen hat, wieder erblickt, so muss er
annehmen, dass etwas Wichtiges, was auf die Bestattung' des Polyneikes
Bezug hat, vorgefallen ist (dass Ant. die Thäterinn ist, ahnt er
freilich wohl noch nicht, vgl. 403); ebenso muss er annehmen, dass
man ihm die Ankunft des Wächters gemeldet haben und ihn hinausgerufen
haben würde, wenn er nicht zufällig seihst gekommen wäre.
Folglich kann Kreon mit Recht von sich sagen, dass er eben recht
gekommen sei, ohne dass es notlnvendig gewesen wäre, ihn zu rufen;,
dies liegt in ipjppEzpog. Auch ist es gar nicht so sehr als sicher anzunehmen
, dass Kreon die Worte des Chors, die an den Wächter
gerichtet sind, vernommen hat. Es ist recht gut denkbar, dass der
Chor jene Worte sprach, eben als Kreon aus dem Palast heraustrat
und noch in ziemlicher Entfernung war, so dass zwischen 386 und
387 eine Pause stattfand. Die Frage rt ö’ egti; zwingt uns durchaus
nicht, in ds eine Beziehung auf die Worte des Chors anzunehmen;
denn ds hat nach fragenden Pronominen und Adverbien nachweislich
oft die ursprüngliche deiktische Bedeutung; also rt o’ egti — was
gibt’s da? (Vgl. Zeitschr. f. d. österr. Gymn. XV, S. 324 f.)
Nun kann man aber wohl noch weiter gehen und behaupten,
dass öeov (und ebenso Nauck's Conjectur xaipov) nicht nur nicht
eine probable, sondern sogar eine verfehlte Conjectur ist. Et? oeov