Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

460

K  v  i  c  a  1  a

Derselbe  Kritiker  mag  dann  auch  im  folgenden  Verse  unter  <pi>yx
die  Flucht  der  Krankheiten  (subj.  Gen.)  verstanden  haben.
V.  365  ff.
auipöv  rt  tö  p.riy_av6ev
Tejvag  iinep  elnid’
nore  p.iv  xaxöv,  aklor'  in'  iaSlöv  Zpneivop.ovg
  napeipcov  y$ovdg
3-eäiv  t’  evopxov  Sixav,
Cipinohg-  änohg,  Stw  tö  p.Yj  xalöv
^vvean,  roXp.ocg  yßpiv.
Ilapeipcav  ist,  wie  die  meisten  Gelehrten  anerkennen,  ohne
Zweifel  corrupt.  Unter  den  zahlreichen  Conjecturen  hat  die  von
Pflugk  aufgestellte  nepaivuv  die  grösste  Wahrscheinlichkeit  für
sich;  ja  ich  trage  kein  Bedenken,  sie  für  eine  Emendation  im  wahren
Sinne  des  Wortes  zu  halten.
Zunächst  ist  die  Thatsache  zu  constatiren,  dass  im  V.  368  von
dem  Halten  der  Gesetze  die  Rede  sein  muss  und  nicht  von  dem
Verletzen  derselben.
Nimmt  man  das  Letztere  an,  so  muss  man  nach  Zpnei  ein  Komma
setzen,  die  Worte  vop.ovg  —  otV.av  zum  ersten  Satze  ziehen  und  sie
als  nähere  Ausführung  der  Worte  nore  p.ev  (ini)  xaxöv  (Zpnei)  nehmen. ­
  Dies  ist  aber  unwahrscheinlich,  weil  das  Überspringen  der
zunächst  vorausgehenden  Worte  ällor'  kn'  iaSlöv  Zpnei  hier  unnatürlich ­
  wäre.  Böckh’s  Behauptung  „es  liegen  zu  viele  Kennzeichen
in  der  Stelle,  dass  sie  hlos  vom  Bösen  handle“  und  „das  Gute  ist  zu
Anfang  nur  als  Gegensatz  neben  dem  Bösen  und  nach  diesem  genannt“ ­
  lässt  sich  nicht  als  begründet  nachweisen.  Hätte  der  Dichter
diese  Intention  gehabt,  so  hätte  er  wohl  früher  ZoS'Xöv  und  dann
xaxöv  erwähnt.  Vielmehr  hat  Sophokles  gewiss  zuerst  die  Sentenz,
dass  der  Mensch  bald  zum  Schlechten,  bald  zum  Guten  sich  wendet,
als  Einleitung  der  folgenden  Betrachtungen  hingestellt  und  sodann  in
chiastischer  Weise  zunächst  die  Folge  des  in’  ZgSIöv  Zpneiv  mit  den
Worten  vop.ovg—  vtyinolig,  und  sodann  die  Folge  des  int  xaxöv  Zpneiv
hingestellt.  Das  Asyndeton  zwischen  Zpnei  -  v6p.ovg,-  sowie  das  Asyndeton ­
  zwischen  ötpinohg-  änohg  ist  bei  einer  solchen  Ausführung  im
Griechischen  ebenso  angemessen  und  natürlich,  wie  im  Deutschen:
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.