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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

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dieser  Beispiele  zu  erklären;  der  blosse  Versuch  wird  eine  hinreichende ­
  Widerlegung  sein;  es  wird  sich  zeigen,  dass  man  dem
vitcdSpsia.  keine  Bedeutung  beilegen  kann,  mit  der  sich  der  Gen.
possessivus  oder  auctoris  verbinden  Hesse.  ‘YjtaiSpuci  oder
ivtxi^peicc  könnte  doch  nur  „Vorgänge,  Erscheinungen  bei
heiterem  Himmel  oder  unter  freiem  Himmel“  bedeuten,  und
dazu  passt  ndyuv  nicht.  —  Ausserdem  spricht  auch  die  höchst
unliebsame  Unsymmetrie  gegen  diese  Construction;  Jedermann  ist
doch  versucht  und  berechtigt  vnaiSpEta.  und  ovaopßpa  bei  dieser
Wortstellung  und  bei  der  Verbindung  beider  Wörter  durch  xcd  als
vollkommen  coordinirt,  d.  h.  als  attributive  Adjectiva  von  ßsXyj  zu
nehmen.
Ein  zweiter  Erklärungsversuch,  der  sich  z.  B.  bei  Schneidewin
  —  Nauck  findet,  ist  ebenfalls  unstatthaft.  „Verb,  psvysiv  ßilrt
ndyüjv  xcd  duaop.ßpa,  indem  Obdach  (und  Kleidung)  gegen  Reif  und
Eis  bei  heiterm  Himmel,  gegen  Hagel  und  Regenschauer  bei  trübem
schützt:  die  Verbindung  des  Gen.  näywv  mit  dem  Adject.  oiiaop.ßpa
wie  zu  0.  R.  267“.  Diese  Erklärung  thut  ebenfalls  den  Worten  Gewalt ­
  an  und  es  ist  auch  gegen  sie  das  oben  gegen  die  erste  Erklärung ­
  aufgestellte  Bedenken  zu  erheben.  Sie  ist  aber  auch  noch  aus
dem  Grunde  zu  verwerfen,  weil  die  Beispiele,  welche  sie  stützen
sollen,  wesentlich  verschiedener  Art  sind.  Es  kann  nicht  jedes  beliebige ­
  Adjectiv  als  eigenes  Glied  parallel  zu  einem  Genetiv  gestellt
werden,  sondern  es  muss  das  Adjectiv  bezüglich  seines  Begriffes  mit
dem  Genetiv  homogen  sein,  d.  h.  mit  einem  possessiven  Genetiv
kann  nur  ein  possessives  Adjectivum  correspondiren,  mit  einem  Genetiv ­
  auctoris  nur  ein  Adjectiv,  das  den  Ursprung  bezeichnet.  Ferner

Schutz  verschaffend,  ihm  zur  Erreichung  des  Schutzes  verhelfend“  bedeuten.  Es
ist  nicht  unwahrscheinlich,  dass  z.  B.  ixervjpi'a  s’Xai'a  oder  ßctßdog  von  den  Griechen ­
  in  der  Bedeutung  „der  Zweig,  der  ein  Mittel  zur  Erlangung  des
Schutzes  für  den  Schutzflehenden  ist“  gefühlt  wurde.  Wichtig  ist  Aesch.  Suppl.
462  ZYjvog  ixrrjpog.  Kann  Zsu?  ixr/jp  „der  den  Schutzflehenden  Beistand  gewährende ­
  Zeus“  sein,  da  doch  txryjp  gewöhnlich  den  Schutz  fl  eben  den  bezeichnet, ­
  so  unterliegt  es  wohl  keinem  Zweifel,  dass  auch  fxr^ptos  =  Schu  tz  gewährend ­
  sein  kann,  und  somit  ist  man  berechtigt  ra  LXTYjpta  von  den  Töchtern
des  Oedipus  in  der  Bedeutung  „Schutz,  Hilfe,  Stütze“  zu  nehmen.  Ähnlich  wie
hier  die  Töchter  des  Oedipus  txr^pia  heissen,  sagt  Orestes  (Eur.  Or.  71G)  von
Menelaos  ovrog  «j«p  /jv  p.oi  xotzacp'jyr)  a^r^piag.
            
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