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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

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K  v  i  c  a  I  a

gebrauchte  Neutrum  des  Adjectivs  an  und  für  sich  einen  ausreichenden ­
  Sinn,  und  der  Genetiv  tritt  als  possessiver  Genetiv  (oder  Gen.
auctoris)  hinzu.  Wenn  z.  B.  Sophokles  aariixa  ßofiq  sagt,  so  konnte
er  es  nur  deshalb  sagen,  weil  aa-nixa  „Undeutliches“  an  und  für
sich  die  Bedeutung  „undeutliche  Laute“  (vgl.  z.  B.  äiroixa  Hyiiv)
haben  konnte.  Ant.  1265  ist  ävolßa.  ßouAsupärwv  =  Unglücksschläge,
die  aus  den  ßouAsup.Ära  entsprungen  sind,  und  es  wäre  sehr  ungenau,
diese  Construction  mit  ävoXßa  ßouAsOpara  zu  erklären.  Trach.  117
ist  ßiorov  nolv7iovov  =  das  Mühselige,  die  Mühe  des  Lebens.  Und  so
durchweg  <)•  Aber  man  versuche  es,  itayotv  vTzuiSptia  nach  Analogie

i )  Von  allen  Stellen,  die  ich  verglichen  habe,  scheint  nur  eine  einzige  dein  Gesagten ­
  zu  widersprechen,  nämlich  0.  C.  921  ff.  av  a’  sVatvEaeiav,  ei  7TJ-3o(«to
  d’jA&vra  raf-ta  xod  ra  rwv  3e6)v,  ßiet  a*yovra  ywrcov  a3Xi'wv
txr^pta.  Wenn  die  fast  allgemein  angenommene  Erklärung  der  letzten  Worte
<pwrac  a&kiovg  ixevypioug  richtig  wäre,  dann  müsste  allerdings  das  oben  Gesagte ­
  widerrufen  werden,  zugleich  müsste  aber  mit  Bedauern  constatirt  werden,
dass  Sophokles  mit  unerhörter  Willkür  die  Sprache  misshandelte  und  vor  notorisch ­
  unsinnigen  Consfructionen,  selbst  auf  die  Gefahr  hin  ,  von  keinem  Menschen
verstanden  zu  werden,  nicht  zurückschreckte.  Glücklicherweise  ist  aber  jene  Erklärung ­
  nachweisbar  unrichtig  und  unmöglich.  Kreon  hat  allerdings,  nachdem  er
die  Töchter  des  Oedipus  hatte  wegschleppen  lassen,  auch  die  Drohung  ausgesprochen, ­
  den  Oedipus  selbst  gewaltsam  fortzufiihren  (860);  aber  von  diesem  Vorhaben ­
  hatTheseus,  der  zufällig  (vgl.  886  ff.)  und  ungerufen  erscheint,  nicht  das  mindeste ­
  erfahren  ;  er  weiss  nur  von  dem  Mädchenraub,  den  ihm  Oedipus  894  f.  kurz  mittheilt; ­
  folglich  könnt  eer  gar  nicht.  923  mit  (pcorwv  a3)acov  ixTYjptcc  den  Oedipus
meinen.  Und  selbst  wenn  wir  zu  Gunsten  jener  Erklärung  das  Unmögliche  annehmen ­
  wollten,  dass  Theseus,  ohne  etwas  von  dem  V.  860  ausgesprochenen  Vorhaben
Kreon’s  gehört  zu  haben,  selbst  auf  diese  Vermuthung  verfiel:  so  wäre  es  doch
höchst  abgeschmackt,  wenn  Theseus  923  auf  dies  blosse  Vorhaben  reflectirt  und
der  Hauptsache,  um  die  sich  jetzt  alle  seine  Gedanken  drehen  mussten,  nicht
gedacht  hätte.  Es  ist  vielmehr  als  sicher  anzunehmen,  dass  Kreon  V.  923  eben
diese  Hauptsache,  die  Wegführung  der  Mädchen,  im  Auge  hatte  und  dass  er  mit
den  Worten  «pcorwv  a3).tojv  ixrqpia  die  Töchter  cptozog  a3\iov  d.  i.  des  Oedipus, ­
  bezeichnete  (wie  916  ci^eig  3’  a  XPV& l 0*
Ist  diese  Annahme  wirklich  so  sicher,  wie  sie  mir  scheint,  so  haben  wir  dann
die  Alternative:  entweder  ist  ixryjpia  für  corrupt  zu  halten  und  anzunehmen,  dass
Sophokles  irgend  ein  Wort  gesetzt  hat,  durch  Avelches  die  Töchter  als  Stütze
oder  Labsal  (etwa  3sXx'r/jpta?)  bezeichnet  wurden;  oder  man  muss  versuchen,
iXTYjpta  in  diesem  Sinne  zu  erklären.  Und  dies  letztere  ist,  glaube  ich,  möglich.
f Ixr/jpio£,  ixerrjpiog  eig.  „den  Schutzflehenden  betreffend“  konnte,  weil  die  eigentliche ­
  Bedeutung  des  Wortes  eine  sehr  dehnbare  ist,  auch  „dem  Schutzflehenden
            
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