Ileiträge zur Kritik und Erklärung des Sophokles. 4b 1
wolmlieit nach den Gedanken des Dichters durch eine y.vpia
bezeichnet.
Vielleicht ist aber, obwohl sich gegen ayst kein erhebliches Bedenken
aufstellen lässt, iyji auf Grundlage der im Laur. sich findenden
Spur zu schreiben. Laur.: „syji äyst, sed eraso äysi et eyyi ab
antiquiore m. in aysi mutato“. Dindorf. ’Eyji würde das Festhalten,
Gefangenhalten bezeichnen und würde einerseits gut zu äp.<pißaXwv
(syj’-v ist die Folge von äp.tpißäWuv'), andererseits zu xparü (349)
und mdaasTca (351) stimmen; denn das Festhalten ist auch eine
Äusserung der Herrschergewalt, die der Mensch über die anderen
Geschöpfe ausiiht. Dass sysiv von alten Kritikern nicht selten geändert
wurde, weil sie die mannigfaltigen Bedeutungen, die syjiv haben
kann, nicht beachteten, ist schon zu V. 264 bemerkt worden.
V. 353 ff.
y.ai (p-Siytj.a y.ai avspoiv
<ppövyp.a y.ai darwop-aug
cpyäg ifj'.od^azo y.ai ovaavlorj
näyiüv aiSpia y.ai
Suacp.ßpa tpsvyeiv ßilri.
Den metrischen Fehler im V. 336 hat man durch die Conjccturen
vnaiSpsia y.ai (ßöckh), ivaiSpsia y.ai (Helmke) u. v. a. zu
beseitigen gesucht. Die beiden genannten Versuche, die hei neueren
Herausgebern den meisten Anklang finden, sind im höchsten Grade
unwahrscheinlich, wie denn Böckh seihst seine Vermuthung vrrai-Spsia
für sehr unsicher hält und sie nur beispielsweise anführt.
Unwahrscheinlich sind diese Versuche, abgesehen von anderen Bedenken,
hauptsächlich deshalb, weil sie keine Möglichkeit darbieten,
die Stelle genügend zu erklären.
Soll man als erstes Glied övaavlwv ndywv vriaiSpeia oder ivai-Spsia
(im Sinne von §uaau\oug ndyoug vnaiSrpsirjuc, d. i. Reif und Eis
bei heiterem Himmel, nach Analogie von äa-np-a ßoyjg 1209 und nach
den Beispielen, die Matthiä §. 442. 4 und Krüge r II, §. 47, 10,
Anm. 2 anführen) und als zweites Glied dOdop-ßpa ßi\r, nehmen?
Aber man findet kein einziges Beispiel, durch welches die Construction
ndyoiv önuiSßsca hinreichend gerechtfertigt werden könnte; denn in
allen Beispielen, die man anführen könnte, bietet das substantivisch