Beiträge zur Kritik und Erklärung des Sophokles.
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Unrechten und unerlaubten Gewinn; wer unerlaubten Gewinn sucht,
scheut dabei die Öffentlichkeit und handelt heimlich; wer aber die
Öffentlichkeit scheut und heimlich Gewinn sucht, zeigt dadurch Feigheit;
also konnte Kreon die aiaypa xipdri auch osilä nennen“. Nun
muss man sich aber darüber wundern, warum Kreon, der doch sicher
unerlaubten Gewinn meinte, diesen nicht geradezu mit dem entsprechenden
Ausdrucke, etwa aioyjpd (wie 313 *) aiaypüv Irip.p.äruv')
bezeichnete. Der Ausdruck oiüä xspori ist aber auch noch aus einem
Grunde unpassend. Wer widerrechtlichem Gewinne nachgeht, setzt
sich für den Fall, dass seine That ruchbar wird, der Strafe aus und
beweist nicht Feigheit, sondern im Gegentheil Verwegenheit; Kreon
hätte also die xspöVj vielmehr Spaaia als ösda nennen müssen. Kreon
hätte allenfalls r« xpvKTcc xepörj sagen können, weil der, welcher
Unerlaubtes thut, es insgeheim zu thun sucht; aber der weitere
Schritt von xpvnr« zu oTikd ist unstatthaft, weil darin die Voraussetzung
involvirt wäre, dass erlaubter und offenkundiger Gewinn (der
z. ß. durch Betreiben eines Handwerkes, durch erlaubte Dienstleistungen
u. a. erreicht wird) von dem Gegentheil der östAt'a, von
Muth, zeigt, während gerade umgekehrt aiaypä xipSri von Kühnheit
zeugen.
Tä duv d x.ipdr, ist unzweifelhaft richtig und sehr angemessen.
Zum richtigen Verständniss des oiivd verhelfen Kreon's Worte 308 ff.
Kpiv dv ^äivTiq xpsp.aaToi ty,vÖs Q'rfköiariä' üßpiv, tV eiooTig to xipdo;
ivSsv oicjteov, to \oikov upnä^r/TE xai p.äSri3’ Sri o v x
ct.Ka.vToq oei ro xspdaivsiv ipü.sXv. tx Tojv yctp aitrypcHv Xrimj.dc-Toiv
x. t. I. Nach Kreon's Ansicht haben also die Wächter, gierig
nach Gewinn, die gesetzlich bestimmten Schranken, innerhalb deren
sich der Gelderwerb bewegen soll, nicht beachtet und sind rücksichtslos
dem Gewinn nachgegangen. Dieselbe ungezügelte und rücksichtslose
Gewinnsucht, die nicht bedenkt tö xipaoq svdjiv oigteov,
bezeichnet nun auch das Epitheton osiva 3 ). Asivog bezeichnet oft
*) Die Verse 313. 314, so wie auch die verausgabenden, verdienen bei der Frage, oh
detva oder detXa zu lesen ist, Beachtung; denn sowie 7TY?jzova£ sp*ya£crai den
Worten rou£ TrXeiovag ara>{/.svous idoig av V? ffso'coo'p.evous entspricht, so ist man
auch berechtigt anzunehmen, dass das im V. 326 gebrauchte Epitheton von xspdvj
mit (Xvj paaren v) iibereinstiinmen soll.
2 ) Um die in der vorigen Anmerkung hervorgehob enc Parallele zwischen V. 324 IE
und 304 11*. zu vervollständigen, ist noch zu bemerken , dass an beiden Stellen mit