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K v i c a I a
sale der Bürger ruht, sollte nicht von falschem Wahne sich bethören
lassen, da ein falscher Wahn eines solchen Mannes viel unheilvoller
ist als der eines andern Menschen; denn ein falscher Wahn des
Machthabers kann Andere das Leben kosten“. Dass dieser Gedanke
an unserer Stelle in hohem Grade angemessen wäre, braucht als
selbstverständlich nicht bewiesen zu werden. So ansprechend aber
auch diese Erklärung wäre, so stellt sich ihr doch ein Bedenken entgegen,
das sich schwerlich beseitigen lässt. Es scheint nämlich
unthunlich, die Worte 6oy.il in dem geforderten Sinne „dessen
Belieben Entscheidung ist“ zu nehmen. Niemals ist ooy.il p.01 an und
für sich als Bezeichnung der Machthaberschaft gehraucht worden;
stets bezeichnet 6oy.il wie das lat. videtur, placet nur den einzelnen
Beschluss, von dem eben die Rede ist. Ferner muss zu ooxil entweder
ein Infinitiv hinzutreten, durch den der Inhalt des Beschlusses angegeben
wird, oder es muss doch die Handlung, welche als Ausfluss
des Beliebens bezeichnet wird, auf irgend eine andere Weise nahe
gelegt werden; z. B. Ant. 76 f. ooi o 11 6oy.il (nämlich rä rtöv Siüv
ivrip.' ärip.do'c«), rä rüiv Sitiv ivnp.' dri[xdacia' lyi. 98 äAA’ li 6ox.il
goi (näml. ariiyjiv), anlyi. Ai. 489 vöv 6’ lipi oovlrj ■ Siolg ydp
di 6' (näml. doülriv iivai y.i) 160^1 nov.
Es dürfte also, wenn man von der Voraussetzung ausgeht, dass
die handschriftliche Überlieferung ijyiuoy) 6oy.il in tpiufrö ooy.ilv zu verändern
ist, nur übrig bleiben zu lesen i> ooxfi yi y.ai ■piuov ooy.ilv
oder r,v 6oxfi yi y.ai \piuov ooy.ilv und in beiden Fällen Bückh’s Erklärung
anzuwenden; bei der letzteren Leseart nämlich kann natürlich
zu ooxf, leicht rtvi ergänzt werden.
Ich glaube aber, dass vielmehr 6oy.il beizuhehalten und y.ai in
xii zu verwandeln ist. Die Worte fj 6nv6v, r,v doxfi yi, xii ipiv6f/ 6oy.il
(in dieser Fassung ist, glaube ich, der Vers zu lesen) erkläre ich:
„Wahrlich schlimm ist’s, wenn Einen, auch wenn ihm Falsches dünkt,
es (näml. dies Falscne, was ihn dünkt) doch bedlinkt“ d. i. „schlimm
ist’s, wenn Einem auch ein falscher Wahn, den er hat, wahrscheinlich
ist“ oder „schlimm ist’s, wenn Einer, auch wenn er einen falschen
Wahn hat, doch an ihm festhält“. Zu ?,v ooxf, yi ist rtvi zu
ergänzen. Vergl. Ai. 1081 ökov 6’ vßpi^nv opdv 3-' d ßoöXirca napf.
0. C. 1224 fl", /üt-vj fOvai rov ccxavTa vuä \6yov ro 6\ ikii <pavf,
ßfvat xilSiv ö'3-iv Kip fjxn, koAv oivripov, ojg rdyiaza. Eur. Or.
418 p.'.ooü[j.iS' ov-oig, (jjoti u.r, npoGiwinnv. Als Subject zu 6oy.fi