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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

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K  v  i  c  a  I  a

sale  der  Bürger  ruht,  sollte  nicht  von  falschem  Wahne  sich  bethören
lassen,  da  ein  falscher  Wahn  eines  solchen  Mannes  viel  unheilvoller
ist  als  der  eines  andern  Menschen;  denn  ein  falscher  Wahn  des
Machthabers  kann  Andere  das  Leben  kosten“.  Dass  dieser  Gedanke
an  unserer  Stelle  in  hohem  Grade  angemessen  wäre,  braucht  als
selbstverständlich  nicht  bewiesen  zu  werden.  So  ansprechend  aber
auch  diese  Erklärung  wäre,  so  stellt  sich  ihr  doch  ein  Bedenken  entgegen, ­
  das  sich  schwerlich  beseitigen  lässt.  Es  scheint  nämlich
unthunlich,  die  Worte  6oy.il  in  dem  geforderten  Sinne  „dessen
Belieben  Entscheidung  ist“  zu  nehmen.  Niemals  ist  ooy.il  p.01  an  und
für  sich  als  Bezeichnung  der  Machthaberschaft  gehraucht  worden;
stets  bezeichnet  6oy.il  wie  das  lat.  videtur,  placet  nur  den  einzelnen
Beschluss,  von  dem  eben  die  Rede  ist.  Ferner  muss  zu  ooxil  entweder
ein  Infinitiv  hinzutreten,  durch  den  der  Inhalt  des  Beschlusses  angegeben ­
  wird,  oder  es  muss  doch  die  Handlung,  welche  als  Ausfluss
des  Beliebens  bezeichnet  wird,  auf  irgend  eine  andere  Weise  nahe
gelegt  werden;  z.  B.  Ant.  76  f.  ooi  o  11  6oy.il  (nämlich  rä  rtöv  Siüv
ivrip.'  ärip.do'c«),  rä  rüiv  Sitiv  ivnp.'  dri[xdacia'  lyi.  98  äAA’  li  6ox.il
goi  (näml.  ariiyjiv),  anlyi.  Ai.  489  vöv  6’  lipi  oovlrj  ■  Siolg  ydp
di  6'  (näml.  doülriv  iivai  y.i)  160^1  nov.
Es  dürfte  also,  wenn  man  von  der  Voraussetzung  ausgeht,  dass
die  handschriftliche  Überlieferung  ijyiuoy)  6oy.il  in  tpiufrö  ooy.ilv  zu  verändern ­
  ist,  nur  übrig  bleiben  zu  lesen  i>  ooxfi  yi  y.ai  ■piuov  ooy.ilv
oder  r,v  6oxfi  yi  y.ai  \piuov  ooy.ilv  und  in  beiden  Fällen  Bückh’s  Erklärung ­
  anzuwenden;  bei  der  letzteren  Leseart  nämlich  kann  natürlich
zu  ooxf,  leicht  rtvi  ergänzt  werden.
Ich  glaube  aber,  dass  vielmehr  6oy.il  beizuhehalten  und  y.ai  in
xii  zu  verwandeln  ist.  Die  Worte  fj  6nv6v,  r,v  doxfi  yi,  xii  ipiv6f/  6oy.il
(in  dieser  Fassung  ist,  glaube  ich,  der  Vers  zu  lesen)  erkläre  ich:
„Wahrlich  schlimm  ist’s,  wenn  Einen,  auch  wenn  ihm  Falsches  dünkt,
es  (näml.  dies  Falscne,  was  ihn  dünkt)  doch  bedlinkt“  d.  i.  „schlimm
ist’s,  wenn  Einem  auch  ein  falscher  Wahn,  den  er  hat,  wahrscheinlich ­
  ist“  oder  „schlimm  ist’s,  wenn  Einer,  auch  wenn  er  einen  falschen ­
  Wahn  hat,  doch  an  ihm  festhält“.  Zu  ?,v  ooxf,  yi  ist  rtvi  zu
ergänzen.  Vergl.  Ai.  1081  ökov  6’  vßpi^nv  opdv  3-'  d  ßoöXirca  napf.
0.  C.  1224  fl",  /üt-vj  fOvai  rov  ccxavTa  vuä  \6yov  ro  6\  ikii  <pavf,
ßfvat  xilSiv  ö'3-iv  Kip  fjxn,  koAv  oivripov,  ojg  rdyiaza.  Eur.  Or.
418  p.'.ooü[j.iS'  ov-oig,  (jjoti  u.r,  npoGiwinnv.  Als  Subject  zu  6oy.fi
            
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