Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

444

K  v  i  c  a  I  a

nähme  der  bei  Moschopulos  sich  darbietenden  Fassung  das  müssige
vüv  entfernt  wird,  so  lässt  sich  dagegen  erinnern,  dass  vüv  als  Gegensatz ­
  des  in  den  folgenden  Worten  involvirten  Begriffes  der  Zukunft
aufgefasst  werden  kann:  „Jetzt  magst  du  immerhin  noch  deine
Witzeleien  Vorbringen;  bald  soll  dir  und  den  anderen  Wächtern,
wenn  ihr  die  Thäter  nicht  ausfindig  macht,  die  Zeit  kommen,  in
welcher  ihr  statt  zu  xopr^susiv  in  der  Lage  sein  werdet,  die  Sentenz
rcc  dsivä  y.ipdr]  Kvp-oväg  ipyätszai  auszusprechen“.  Sowie  die  Worte
i^zpslS'  Sri  —  ipyätszai  im  Gegensätze  zu  x6p.ipeus  rrjv  dögav
stehen,  so  ist  auch  die  Annahme  eines  Gegensatzes  zwischen  vüv  und
der  durch  d  [J.'n  yavürs  bezeiclmeten  Zukunft  angemessen,  und  vüv
nicht,  müssig.
b)  Wichtiger  aber  und,  wie  ich  glaube,  vollkommen  begründet
ist  das  zweite  Bedenken  gegen  Büekh’s  Auffassung.  Ist  es  möglich,
o)  ooxet  ys  in  der  Bedeutung  6'rav  ooxvj  nvt  „wenn  Jemand  beschlossen ­
  hat“  aufzufassen?  So  viel  ich  weiss,  findet  sich  kein  Beispiel,  in
welchem  das  Relativum  mit  dem  Indicativ  statt  einer  allgemeine  Giltigkeit ­
  habenden  hypothetischen  Protasis  (für  ei  zig  oder  iäv  zig  oder
allenfalls  auch  oang)  stünde,  und  die  Worte  des  Wächters  müssen
offenbar  allgemeine  Geltung  haben,  welche  freilich  auf  den  vorliegenden ­
  speciellen  Fall  Anwendung  erleidet.  Die  Worte  Soxd  ys
können  also,  wie  mir  scheint,  nicht  richtig  sein  ‘).
Nun  könnte  vielleicht  durch  die  einfache  Änderung  <u  dorr,  ys
geholfen  werden.  Es  finden  sich  Stellen,  an  denen  dg  mit  dem  Conjunctiv
  oder  dg  äv  mit  dem  Conjunctiv  einen  hypothetisch-temporalen
Sinn  hat  (==or«v  zig  mit  dem  Conjunctiv),  ohne  dass  ein  Wort  vorausgeht, ­
  auf  das  sich  das  Relativum  grammatisch  bezöge.  Vgl.  II.
£  81  ßslzspov  dg  ipsoyojv  Ttpoipvyri  xaxöv  rjs  «Awrj.  lies.  Op.  327  fffov
o  dg  itizrjv  dg  rs  £sivov  xaxöv  eptgri.  Her.  1,  136  ävdpccyaS'iri
o  avrn  änodidsxzca  p.szä  zb  p-dysaS/xi  sivai  äyaSbv,  .dg  äv  Tto’Xlovg
änooiigri  Tcaidag.  So  könnte  denn  auch  ostvöv,  w  öoxirj  ys  =  ozav  zivi
doxr,  ys  aufgefasst  werden.

1 j  Der  Umstand,  dass  og  mit  dem  Indic.  oft  =  on  steht,  selbst  da,  wo  kein  Wort
vorausgeht,  auf  das  sich  og  grammatisch  bezöge  (z.  B.  Od.  C7  221  f.  otov  d‘/)  rode
epVov  gvi  peyäpoioiv  sYux^vj,  og  rov  £etvov  socaag  aetxt(j5^p.£vat  ourco)
berechtigt  nicht  zu  der  Annahme,  dass  og  auch  =  et  zig  stehen  könnte.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.