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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.  43t)
geschrieben  hat.  Wie  nahe  diareipysiv  dieser  Überlieferung  des  L
üarEpyeiv  steht,  ist  klar.
Nauck  vermuthet  (De  trag,  graec.  fragm.  observatt.  crit.
S.  38  f.)  auf  Grundlage  von  drei  Stellen  des  Eustathios  (II.  p.  824,
32;  Od.  p.  1336,  49;  1633,  3)  und  dem  Scholion  zu  Ai.  61  (sXchyv/asv
  •  iKxiiaa.ro,  xko  tcüv  vko^v^mv,  öSiv  xai  ro  süXdycuf  <p  ipsiv),
  Sophokles-habe  geschrieben  ovd'  vkö  £uy<5j  vcörov  öixaicuj
slyov  e:  ö  a  6  <p  g  <p  i  p  s  i  v,  und  er  ist  von  der  Richtigkeit  seiner  Vermuthung
  so  fest  überzeugt,  dass  er  dieselbe  sogar  zuversichtlich  in  den
Text  aufnimmt.  Auf  jene  Stellen  des  Eustathios  (sowie  das  Scholion  zu
Ai.  61)  hatte  bereits  Hermann  hingewiesen,  aber  über  den  Werth
derselben  mit  Recht  ein  ganz  anderes  Urtheil  gefällt:  „Ex  his  patet
Eustathium,  tjui  multa  ex  Iexicographis  hausit,  ista  non  ex  ipso  Sophocle,
  sed  ex  rnutilo  lexico,  in  quo  duo  diversi  loci  citati  erant,  attulisse“.
  Ob  Eustathios  diese  Citate  aus  einem  Lexicon  entnahm,  kann
man  freilich  bezweifeln;  ich  halte  Dindorf's  Ansicht  für  wahrscheinlicher: ­
  „quattuor  t)  illa  excerpta  ita  inter  se  pugnant  ut  manifestum ­
  sit  Eustathium  nihil  illorum  omnium  inspecto  codice  Sophoclis,
  sed  omnia  memoriter  scripsisse  et  confusis  quae  diversis  in  locis
poetarum  legerat:  qui  error  clarissime  apparet  in  excerpto  secundo
(II.  p.  1313,  32)  ubi  vcärov  suÄowov  memorans  Sophoclem  nominat
pro  Lycophrone,  cujus  verba  supra  apposui 2 ),  ex  quibus  illa  quoque
haud  dubie  conficta  sunt  quae  tribus  reliquis  in  locis  cum  verbis  Sophoclis
  permiscuit  Eustathius“.  An  der  letzten  Stelle  (Od.  p.  1633,5)
beweist  der  grobe  Irrthum  o3sv  6  rpayv/.og  Oid'iKoug  (priai  tc3v  riväg
koaitüv  [xi]  iSiXetv  xjKo  vdrrov  EiiXöyco?  (pipsiv,  dass  ihm  bei
diesem  Citate  kein  Exemplar  des  Sophokles  vorlag,  ja  dass  er  sogar
die  Antigone  des  Sophokles  mit  dem  Oidipus  tyrannos  verwechselte.
In  dieser  letzteren  Tragödie  hat  Oedipus  gegen  Kreon  und  seine  Helfershelfer ­
  einen  ähnlichen  Verdacht,  wie  in  der  Antigone  Kreon  gegen
einige  Rürger;  die  Ähnlichkeit  dieses  Verhältnisses  gab  Anlass  zu
dem  Irrthum  des  Eustathios.  Ausserdem  zeigt  auch  das  Citat  des
Eust.  i/Ko  ■yS)  vwtov  sdXöycoj  cpipeiv,  dass  ihm  die  Stelle  des  Sophokles, ­
  auf  die  er  sich  beruft,  weder  vorliegen  noch  vorschweben

0  Die  vierte  Stelle  des  Eust.,  die  in  Betracht  kommt,  ist  Ii.  p.  1313,  32  o3sv  xai  o
viiro?  euXoyoc  na.pct  EoyoxXst.
2 )  Lyk.  770  rXvjasrat  fi.ev  oixerwv  arvfvctg  äneiXäg  cvXi'pii)  vdtrif)  (pipsiv.
            
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