Beiträge zur Kritik und Erklärung des Sophokles.
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konnte, wenn man es nicht mit ayolfi verband und nicht einsah, dass
der Begriff von rayyg durch ayo)y iu's Gegentheil umgewandelt wird.
Gibt doch der Scholiast eine deutliche Probe einer ganz verfehlten
Erklärung des rayyg-, es ist also nicht zu verwundern, wenn scharfsichtigere
Männer, auch von dem Wahne befangen, dass ayyly mit
r/vvrov zu verbinden sei, statt rayyg geradezu das Gegentheil für
nothwendig hielten, indem sie die Auffassung xairoi rayyg wv mit
Hecht verwarfen. Umgekehrt ist nicht anzunehmen, dass ßpadiig
jemals zur Änderung in rayyg hätte Anlass geben können.
Trotzdem findet ßpad-jg auch in neuester Zeit noch hie und da
Vertheidiger. So behält Dindorf auch noch in seinen beiden letzten
Ausgaben, unter Berufung auf Wunder, ßpa§0g bei. „Non perspexit
corrector (von welchem rayyg herrühren soll) meutern verborum
poetae. Duo enim dicit custos, et adductum aegre se esse ut accederet
ad Creontem (ayylri vjvurov) et in ipso perficiendo itinere tardum
se l'uisse (ßpadvg rjvurov). Monuit Wunderus. Confirmant hanc interpretationem
verba sequentia, in quibus minus aptum foret [xaxpa, sic
praeeessisset rayyg“. D. (Ed. tert. Ox.) Dindorf ignorirt dabei,
dass oyolri den Begriff rayyg zum Gegentheil umwandelt; sonst
würde er die letzten Worte nicht ausgesprochen haben. Auch die
vorausgehende Bemerkung, dass Gyoly sich auf den mit Widerstreben
gefassten Entschluss des Boten, ßpamg auf das Zurücklegen des
Weges beziehe, ist unrichtig; denn wenn man auch <lyoly auf vjvurov
bezieht, so bezeichnet doch vjvutov nur die Zurücklegung des
Weges, und die Einschiebung des Begriffes „adductum se esse“ ist
vollständig aus der Luft gegriffen. Das, was W u n d e r und D i n d o r f
den Wächter sagen lassen, müsste etwa so lauten: ayolfi &pp.-t)$tig
yjvvrov ßpaöOg.
Für csyoly rayyg (d. i. cd rxavu ra^6?) spricht auch die Vergleichung
mit ipü piv ovy on;ug rdyovg vno dvanvovg ixavoj xoüyov
igdpag nboa >) (223 f.) Hier sagt der Bote in humoristischer Weise
1 j Bei der Erklärung dieser Worte ist ein Irrthum bei Schneidewin-Nauck zu berichtigen.
„Der athemlos (?^ ankommende Wächter will nicht gerade, wie sonst seines
Gleichen oft thun, behaupten, dass die Eile Grund davon sei, sondern Angst vor
Kreon“. Vielmehr wird mit spw p.ev ou/ die Giltigkeit des ganzen Satzes ottwj
ra^ou? viro d'JGZVovc txavoj xoö^ov Koda in Abrede gestellt, nicht bloss
die Giltigkeit von ray^ovs vtco. Der Wächter will sagen, er habe sich nicht eben
beeilt, so dass er auch nicht athemlos ankam.