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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

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konnte,  wenn  man  es  nicht  mit  ayolfi  verband  und  nicht  einsah,  dass
der  Begriff  von  rayyg  durch  ayo)y  iu's  Gegentheil  umgewandelt  wird.
Gibt  doch  der  Scholiast  eine  deutliche  Probe  einer  ganz  verfehlten
Erklärung  des  rayyg-,  es  ist  also  nicht  zu  verwundern,  wenn  scharfsichtigere ­
  Männer,  auch  von  dem  Wahne  befangen,  dass  ayyly  mit
r/vvrov  zu  verbinden  sei,  statt  rayyg  geradezu  das  Gegentheil  für
nothwendig  hielten,  indem  sie  die  Auffassung  xairoi  rayyg  wv  mit
Hecht  verwarfen.  Umgekehrt  ist  nicht  anzunehmen,  dass  ßpadiig
jemals  zur  Änderung  in  rayyg  hätte  Anlass  geben  können.
Trotzdem  findet  ßpad-jg  auch  in  neuester  Zeit  noch  hie  und  da
Vertheidiger.  So  behält  Dindorf  auch  noch  in  seinen  beiden  letzten
Ausgaben,  unter  Berufung  auf  Wunder,  ßpa§0g  bei.  „Non  perspexit
corrector  (von  welchem  rayyg  herrühren  soll)  meutern  verborum
poetae.  Duo  enim  dicit  custos,  et  adductum  aegre  se  esse  ut  accederet
  ad  Creontem  (ayylri  vjvurov)  et  in  ipso  perficiendo  itinere  tardum
se  l'uisse  (ßpadvg  rjvurov).  Monuit  Wunderus.  Confirmant  hanc  interpretationem
  verba  sequentia,  in  quibus  minus  aptum  foret  [xaxpa,  sic
praeeessisset  rayyg“.  D.  (Ed.  tert.  Ox.)  Dindorf  ignorirt  dabei,
dass  oyolri  den  Begriff  rayyg  zum  Gegentheil  umwandelt;  sonst
würde  er  die  letzten  Worte  nicht  ausgesprochen  haben.  Auch  die
vorausgehende  Bemerkung,  dass  Gyoly  sich  auf  den  mit  Widerstreben ­
  gefassten  Entschluss  des  Boten,  ßpamg  auf  das  Zurücklegen  des
Weges  beziehe,  ist  unrichtig;  denn  wenn  man  auch  <lyoly  auf  vjvurov
  bezieht,  so  bezeichnet  doch  vjvutov  nur  die  Zurücklegung  des
Weges,  und  die  Einschiebung  des  Begriffes  „adductum  se  esse“  ist
vollständig  aus  der  Luft  gegriffen.  Das,  was  W  u  n  d  e  r  und  D  i  n  d  o  r  f
den  Wächter  sagen  lassen,  müsste  etwa  so  lauten:  ayolfi  &pp.-t)$tig
yjvvrov  ßpaöOg.
Für  csyoly  rayyg  (d.  i.  cd  rxavu  ra^6?)  spricht  auch  die  Vergleichung ­
  mit  ipü  piv  ovy  on;ug  rdyovg  vno  dvanvovg  ixavoj  xoüyov
igdpag  nboa  >)  (223  f.)  Hier  sagt  der  Bote  in  humoristischer  Weise

1  j  Bei  der  Erklärung  dieser  Worte  ist  ein  Irrthum  bei  Schneidewin-Nauck  zu  berichtigen.
  „Der  athemlos  (?^  ankommende  Wächter  will  nicht  gerade,  wie  sonst  seines
Gleichen  oft  thun,  behaupten,  dass  die  Eile  Grund  davon  sei,  sondern  Angst  vor
Kreon“.  Vielmehr  wird  mit  spw  p.ev  ou/  die  Giltigkeit  des  ganzen  Satzes  ottwj
ra^ou?  viro  d'JGZVovc  txavoj  xoö^ov  Koda  in  Abrede  gestellt,  nicht  bloss
die  Giltigkeit  von  ray^ovs  vtco.  Der  Wächter  will  sagen,  er  habe  sich  nicht  eben
beeilt,  so  dass  er  auch  nicht  athemlos  ankam.
            
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