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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

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K  v  i  c  a  1  a

V.  130  f.
ix  p.iv  ovj  noAspMV
rcüv  vöv  SiaSs  A»?c7|Jio<76vav.
Verbindet  man  tcüv  vöv  mit  Ttolitxwv,  so  erhält  man  einen  Gedanken, ­
  den  man  unbedenklich  für  einen  absurden  erklären  kann.
Der  Krieg,  den  die  Thebaner  gegen  die  Archiver  zu  bestehen  hatten,
kann  jetzt,  da  die  Feinde  geflohen  sind  und  der  Krieg  somit  beendet
ist,  durchaus  nicht  mit  noltp-ot  ot  vöv  bezeichnet  werden;  denn  die
Annahme,  dass  rcöv  vöv  etwa  ungenauer  für  tojv  äpri  gebraucht  ist,
wäre  eine  willkürliche  Annahme.  Wollte  man  sich  darauf  berufen,
dass  vöv  zuweilen  auch  von  der  Vergangenheit  gebraucht  werde,  so
ist  zu  erwiedern,  dass  vöv  von  einer  in  der  Vergangenheit  eingetretenen ­
  Handlung  nur  dann  gebraucht  werden  kann,  wenn  diese
Handlung  in  ihren  Folgen  auch  in  die  Gegenwart  noch  hineinragt.
Wenn  z.  B.  Elektra  El.  1236  sagt  p.6hg  ytxp  iayov  vöv  iAeö-3-spov
azöp.a,  so  konnte  sie  es  nur  deshalb  sagen,  weil  das  iyj.iv  ilevSepov
(jrojua,  das  seinen  Anfang  allerdings  nicht  in  der  Gegenwart,  sondern
in  der  jüngsten  Vergangenheit  genommen  hat,  doch  auch  in  dem
Augenblicke,  in  welchem  Elektra  diese  Worte  sprach,  vorhanden  war.
Denken  wir  uns,  dass  in  diesem  Augenblicke  Elektra  nicht  mehr  diese
Freiheit  gehabt  hätte,  so  hätte  sie  gewiss  nimmermehr  vöv  sagen
können,  sondern  sie  hätte  äprt  oder  einen  ähnlichen  Ausdruck  gebrauchen ­
  müssen.  Wenn  man  also  auch  zugeben  wollte,  dass  no'kilzwv
  rcöv  vöv  an  und  für  sich  auf  die  Vergangenheit  bezogen  werden
kann,  so  muss  man  entschieden  behaupten,  dass  dies  nur  einen  Krieg
bedeuten  könnte,  dessen  Anfang  in  die  Sphäre  der  Vergangenheit
fällt,  der  aber  selbst  noch  fortdauert.  Ich  pflichte  daher  der  Bemerkung
Nauck’s:  „Auffallend  aber  bleibt  tcöv  vöv,  da  man  vielmehr  rä  vöv
erwartet“  bei;  nur  behaupte  ich,  dass  er  berechtigt  gewesen  wäre
statt  „auffallend“  „absurd  und  unmöglich“  zu  sagen.
Sollen  wir  nun  mit  Erfurdt  rcöv  vöv  von  ~o)Ju.ojv  trennen?
„Sic  iungi  malim,  ix  noki[xwv,  post  bellum,  SiaSs  kr/a/xoavvr/v
rcüv  vöv,  obliviscamini  praesentia,  i.  e.  funera  fratrum“.
Aber  wer  hätte  rcöv  vöv  von  den  funera  fratrum  oder  von  den
funera  aller  im  Kriege  gefallenen  Thebaner  verstehen  können?
            
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