Beitrüge zur Kritik und Erklärung des Sophokles.
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vielmehr überall sehr deutlich hervor. Thatsache ist ferner, dass sich
kein einziges Beispiel nachweisen lässt, in welchem TtpoaxsiaSai
rtvt die matte und farblose Bedeutung „in einem Verhältnisse zu
Jemandem stehen“ hätte. Und so kann man behaupten, dass jeder
Grieche die Ausdrucksweise IjSpdg 7tp6ay.sip.al. rtvt nur in dem Sinne
„inimicus insto alicui“ gefühlt haben würde. Und wenn man auch
zugehen wollte, was nach der obigen Auseinandersetzung nicht zugegeben
werden kann, dass 7tp6ax.sip.at nach Analogie von oid.xsip.ata)
in der Bedeutung „in einem Verhältnisse stehen“, die sich durch kein
Beispiel nachweisen lässt, gewagt werden konnte: so bliebe noch das
Bedenken, dass diaxeTaSai zur Bezeichnung der Gemiithsstimmung
gegen einen, des Verhältnisses zu einem, ausnahmslos mit Adverbien
verbunden wird; nirgend findet sich die Construction 6tdy.sip.ai
iySpot; rtvt und ebenso wenig hätte Avohl Sophokles hier iy^pd
Ttpoaxsiasi geAvagt, da ihm das Metrum sySpüg npoaxsiast erlaubte.
Da also beide bisher aufgestellten Erklärungen unzulässig sind,
eine dritte Erklärung aber nicht denkbar ist, so muss die handschriftliche
Überlieferung geändert werden. Und da bietet sich nun, wenn
man sich an die Verbindungen TtpoGxstaScu xaxü (El. 1040), itpoaxsiaSai
yp-narto (El. 240) erinnert, das Heilmittel wie von selbst
dar; es ist in l'^pa zu verändern. SoAvie neben ttpoaxsizaf.
p.ot xaxov, aüvsazi pot xaxov nach einer den Griechen sehr geläufigen
Ausdrucksweise 7tp6ay.sip.ai xay.ä>, avvsipi xaxöp gesagt Averden kann,
so war auch neben tt^oaxstzai p.01 l'^pct (rtvoj), Avelche Construction
uns vom modernen Standpuncte aus natürlicher erscheint, auch
7tp6ay.etp.at d/Jdpa. (rtvö?) „ich befinde mich (beharrlich) bei dem
Hasse Jemandes, ich kann mich von dem Hasse nicht losmachen, ich
hin dem Hasse verfallen“ möglich. Was nun den Dativ reo 3-avövn
betrifft, so hängt er von der ganzen Verbindung l'^pa npoaxeiaei
ab, welche den Sinn s^-S-pä (auvEyw?) säst oder sv tySpa säet hat.
Es lässt sich diese Anwendung des Dativs an unserer Stelle durch
zahlreiche Analogien rechtfertigen; vgl. z. B. sig typpav ipytajaj.
rtvt, slg sySrpav xuSiazavzat dDA’Xoig (Plat. Polit. 307 D), rdv Ai6g
eySpöv, rdv ttäai Srsoig 61' dttsy^äsiag iXSovS' (Aesch. Prom. 120f.),
6id <piXiag Uvai rtvt (Xen. Anah. 3, 2, 8) u. a.
1 ) Man würde sich mit Unrecht auf die Analogie von öiäxeipca berufen, da es mit
der Präposition dia eine ganz andere Bewandtniss, als mit repoe hat.
Sitzb. d. phil.-hist. CI. XLIX. Bd. II. Hft. 28