Beiträge zur Kritik und Erklärung des Sophokles.
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oov.tX mit Recht als unhaltbar, und gibt den Sinn derselben in folgender
Weise an: „Wisse du immer, habe du Einsicht, sei klug, wie es
dir zu sein beliebt“ (ßeitr. II, S. 2b). Aber ungeachtet der scharfsinnigen
Begründung <) dieser Ansicht glaube ich doch auf einen
Punct hinweisen zu müssen, der wohl geeignet ist, die Lesart inot'a
als angemessener erscheinen zu lassen. Es spricht nämlich für
diese Lesart der Umstand, dass die Worte d)X ioSr' inoia ooi ooxet
in unmittelbarer und sehr passender Beziehung zu den vorausgehenden
Worten der Antigone stehen, während die Beziehung der Lesart
t<7$' 6noTd ooi doxet auf V. 49. 61. 68 weniger natürlich erscheint.
Ich beziehe die Worte „sondern du magst sein (du magst verfahren),
wie es dir beliebt“ unmittelbar auf die Worte out &v xeXsOtjatp - ; das
zweite Glied out äv, ei ä£koig — pira ist als ein parenthetischer
Gedanke aufzufassen, durch den Antigone den Zusammenhang ihrer
Erwiederung für einen Moment unterbricht, um der Schwester ihre
bittere Verachtung gelegentlich in höhnender Weise zu zeigen. Wie
passend die Sätze: „Ich mag dich nicht zu der Tliat auffordern; sondern
du magst sein, wie es dir beliebt“ Zusammenhängen, ist auf den
ersten Blick klar. Ferner glaube ich in den Schlussworten der Antigone
ooi 3" d 3oxef, ra toöv 3sö3v smp’ dTip.doao' eine Rückweisung
auf io3' önoia. ooi Soxd annehmen zu können.
Ausserdem ist es wohl nicht überflüssig, über die Erklärung von
r,3eo)g eine Bemerkung zu machen. Es muss tSd>g durch ridioig ip.oi
erklärt werden; die Erklärung lubens me cum facies ist unmöglich.
Nichtsdestoweniger behauptet Dindorf noch in der dritten
Ausgabe: „Minus accurate Brunckius, lubens te utar adjutrice.
Recte alii, lubens mecum facies. Nam hoc dicit, nee jubebo te
ut hoc facias nec, si nibilominus facere veiles, credo te lubenter id
esse facturam, quae longe aliter quam ego sentis. Quod Brunckius
voluit Yjdeoig pro rjdiug i[xoi accepto, si voluisset Sophocles, orationem
aliter erat conformaturus. Nam ut nunc baec verba scripta sunt non
poterant ab lectoribus Graecis aliter intelligi (piam ut Yjdicog ad Ismenam
referretur“. Diese irrtbümliche Erklärung beruht auf der Nicht-*)
Sie lautet: „lsmene hatte ihrer Schwester Mehrere« zur Überlegung Vorbehalten,
V. 49 eppovYjtjov. V. 61 svvoetv V. 6® ou* £ X el vo ^ v ouöeva: versetzen wir
uns in Antigone’s Stimmung und Gesinnung, so musste ihr lsmene mit ihren verständigen,
besonnenen Mahuungen als altklug erscheinen. Diesen Belehrungen
gegenüber also sagt sie: Wisse u. s. w.