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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

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K  v  i  c  a  1  a

muss  diese  Metapher  auf  die  sinnliche  Bedeutung  „cohibeo“  (eiuschliessen,
  einzwängen)  zurückführen.  Eine  Sache,  welche  stpyezai,
wird  eben  dadurch  gehindert,  in  die  Wirklichkeit  hinauszutreten,
sich  zu  verwirklichen,  so  wie  ein  Mensch,  welcher  eipyeza.’.,  an  freier
Bewegung  gehindert  ist.  Es  beruht  die  Ausdrucksweise  eipyeiv
xpäyixu  ti  (eine  Sache  einschliessen,  nicht  frei  geben,  verhindern)
auf  derselben  Anschauung,  wie  z.  B.  Od.  £  61  rov  ye  3-eoi  zarä  voarov
soriaccv.  Vgl.  den  ähnlichen  Gebrauch  von  arcere,  das  ja  mit  eipye.iv
verwandt  ist.  Cic.  Harusp.  3:  videbam,  illud  scelus  tarn  importunum,
audaciam  lam  immanem  adolescentis  furentis  non  posse  arceri  otii
finibus,  erupturum  illud  malum  aliquando  ad  perniciem  civitatis.
Dazu  kommt  nun  noch  das  zu  Gunsten  der  handschriftlichen
Überlieferung  sprechende  Zeugnis  der  Scholien:  od  [xezeaziv  ad™
eipyeiv  {xe  äxd  tüv  spttöv.  r ;  oßrcof  ov  ixezeoziv  ccjzü  rä  r^xezepa.
ßouXeöjxazci  eipyeiv.  Dem  zweiten  Scholion  liegt  entschieden  die
Lesart  rtüv  l[xüv  eipyeiv  zu  Grunde;  das  erste  Scholion  beruht  vielleicht ­
  auf  einer  willkürlichen  Ergänzung  des  Objects  \xe;  wenigstens ­
  ist  keine  zwingende  Nothwendigkeit  vorhanden  anzunehmen,
dass  dem  Urheber  dieser  Erklärung  p.’  eipyeiv  vorlag.  Denn  von  ähnlichen ­
  willkürlichen  Ergänzungen,  aus  denen  man  auf  den  Text  des
Dichters  keinen  Schluss  ziehen  darf,  finden  sich  in  den  Scholien
nicht  seltene  Beispiele.  So  lautet  z.  B.  das  Scholion  zu  V.  317:
day.vei  Ge  r6  r.payjjev.  Indem  der  Scholiast  ody.vei  irrthiimlich  für  das
Activum  nahm,  ergänzte  er  zugleich  in  höchst  willkürlicher  Weise
nicht  blos  das  Object,  sondern  auch  ein  Subject,  das  hier  durchaus
nicht  Subject  sein  kann;  denn  wer  sollte  es  wagen  zu  vermuthen,
dass  dem  Scholiasten  eine  andere  Fassung  der  Stelle  (etwa  z.  B.  iv
coffi  Toörö  c'  rj  ’m  rv?  oäzvei;)  vorlag,  die  ihn  zu  seiner  Erklärung ­
  berechtigt  hätte?
Die  handschriftliche  Überlieferung  hat  auch  Wex  vertheidigt,
dabei  aber  eine  Construction  angenommen,  die  an  Kühnheit  und  Härte
ihres  gleichen  sucht:  „Accipe  enim  epiüv  pro  masculino  et  sic  construe:
  avöiv  tüv  i[xüv  ixezeoziv  ccvzöl),  (u>Gze)  eipyeiv  aüzov?  SC.  zoü
zdipov  ...  Non  ei  potestas  data  est  meorum,  ut  eos  prohibeat
  a  sepultura“.

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