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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

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K  v  {  c  a  I  a

stimmen;  denn  an  die  Äusserung  „kein  Leid,  mag  es  wie  immer
geartet  sein,  mag  es  welchen  Namen  immer  haben,  erspart  uns
Zeus“,  schliesst  sich  passend  die  Begründung  an,  in  der  Antigone  die
einzelnen  Arten  der  xaxä  aufzählt  und  behauptet,  dass  jegliches  Übel,
möge  es  diesen  oder  jenen  Namen  führen,  unter  den  sie  und  ihre
Schwester  bedrängenden  Leiden  zu  finden  ist.  Dass  dieser  Gebrauch
des  oKoiog  dem  Geiste  der  griechischen  Sprache  nicht  zuwider  ist,
lässt  sieh  durch  die  Analogie  von  ÖKorspog  und  Sartg  beweisen,  welche
Wörter  ebenfalls  zuweilen  ohne  Verbum  und  mit  Aufgebung  des  ursprünglichen ­
  relativen  Begriffes  als  indefinite  Wörter  gebraucht  werden, ­
  so  dass  önorspog  =  alteruter,  oo-ng  =  quilibet  ist.  Vgl.  Plat.
Tim.  86  B.  näv  ouv  6  rt  Kdoyoiv  rtg  TzaSog  onörspov  ccjtüv
vogov  npoapririov.  Bep.  VI,  509  A.  oürtn  -/.cd  ivrtxüSa  dyaSosidri  [xiv
vo/xi^elv  rciOr’  dp.tporspa  opSöv,  dyaSov  os  riyeigScu  6korspov  avzüv
ovx  opSöv.  Hipp.  mai.  282  D.  roOrcnv  o  ixdrspog  nkiov  dpyvpiov  dKÖ
aotpiotg  dpycxarai  r,  äXXo?  orjfj-iovpyög  dtp'  rjauvog  riyyrig.  Luc.  Gail.
16  tökov  ovriva  etKoiv  »).  Vgl.  das  lat.  quicumque,  das  auch  zuweilen ­
  seine  relative  Natur  aufgibt  und  geradezu  im  Sinne  von  quilibet ­
  steht;  mit  Unrecht  suchen  Manche  diesen  Gebrauch  wegzuleugnen. ­
  Auch  für  Ö7roTo?  kann  man  wenigstens  ein  Beispiel  aus
einem  älteren  Autor  anführen,  nämlich  Xen.  Oec.  8,  19  thg  oe  v.ukov
tpaivsrca,  iKEidciv  VKodrip.ctTct  itps^fig  xeyjtcu,  xäv  gkgIo.  p,  xaXöv  os
ip.dricc  ?.Eyjj)pia[XEVix  ioeX'j  ,  xav  Ö7rot«  p  x.  r.  X.  Da  der  Satz  mit  iäv
eingeleitet  ist,  so  kann  als  sicher  angesehen  werden,  dass  in  ökoux.
die  relative  Natur  hier  gar  nicht  gefühlt  ward.  Häufiger  findet  sich  so
071010?  bei  späteren,  z.  B.  Polybios;  vgl.  Pol.  4,  65,  3  ovo  VKotog  =
OVO  OKOIOGOVV.
Derselbe  Sinn,  den  diese  Erklärung  gibt,  Hesse  sich  auch  durch
die  Änderung  okoiovovv  ov  v&v  x.  t.  X.  erzielen.  Die  Endsylbe  von
oKotovovv  konnte  leicht  ausfallen,  da  dieselben  drei  Buchstaben
unmittelbar  nachfolgen;  nachdem  diese  Endsylbe  ausgefallen  war,
ergänzte  man  die  fehlende  Sylbe  durch  Verwandlung  des  ov  in  ovyi.

1 )  Dass  dieser  Sprachgebrauch  in  letzter  Instanz  auf  die  Ellipse  des  Verbs  sTvat  oder
eines  anderen  aus  dem  Contexte  zu  entnehmenden  Verbs  zurückzuführen  ist,  versteht
sich  von  selbst.  An  unserer  Stelle  wäre  07rocov  durch  OKOiov  iavi  zu  erklären,
woraus  aber  nicht  folgt,  dass  man  in  ottoiov  noch  den  relativen  Begriff  gefühlt
hätte.
            
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