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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

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anführt,  nämlich  dass  die  Änderung  unbedeutend  ist,  dass  sie  kein
grammatisches  Bedenken  darbietet,  dass  in  dem  mangelnden  larl  ein
hinlänglicher  Anlass  zum  Verderbnis  lag  —  dies  kann  Alles  zugegeben ­
  werden;  trotzdem  aber  ist  die  Conjectur  sowohl  als  die  Erklärung
unrichtig,  weil  diese  nachdrückliche  Hervorhebung,  dass  Zeus  es  ist,
der  alle  Leiden  auf  sie  häuft,  ganz  unzulässig  ist.  Dass  eine  solche
Hervorhebung  von  der  Urheberschaft  des  Zeus  nicht  in  Antigone's
Sinn  liegen  konnte,  beweisen  klar  ihre  unmittelbar  darauf  folgenden
Worte  (V.  4—6),  welche  eine  Begründung  enthalten.  Hätte  Antigone ­
  die  Urheberschaft  des  Zeus  betont,  so  müsste  auch  der  begründende ­
  Satz  ein  Argument  für  diese  Urheberschaft  enthalten.
Die  Verse  4—6  (in  denen  Antigone  einzelne  Arten  der  xax.ix  nennt
und  behauptet,  dass  keines  derselben,  möge  es  welchen  Namen  immer
führen,  ihnen  fern  gebliehen  ist)  beweisen,  was  auch  schon  an  und
für  sich  wahrscheinlich  ist,  dass  in  V.  2  der  grösste  Nachdruck  auf
6  tc  (so  ist  unfehlbar  zu  schreiben)  und  in  V.  3  auf  gkcTov  liegt.
Mir  sind  beim  Nachdenken  über  diese  Stelle  mehrere  Verinuthungen
  aufgestiegen,  die  ich  schon  deshalb,  weil  ihrer  mehrere
sind,  als  blosse  Versuche  hinstelle.  Ich  hin  weit  davon  entfernt,
irgend  welcher  dieser  Vermuthungen  Evidenz  beizulegen,  und  nur
deshalb  wage  ich  sie  mitzutheilen,  weil  sie  mir  möglich  erscheinen.
Jeden  Beweis,  der  Von  anderen  gegen  die  Zulässigkeit  der  einen  oder
anderen  Vermuthung,  eder  auch  aller,  geführt  werden  wird,  werde
ich  als  Belehrung  betrachten,  die  zu  Danke  verpflichtet;  denn  mit
jeder  Widerlegung  eines  neuen  Versuches  wird  der  Kreis  des  Möglichen ­
  immer  enger  und  enger  gezogen,  und  schon  oft  ist  auf  diese
Weise  nach  vielen  Versuchen  doch  das  nichtige  gefunden  worden.
Unter  der  Voraussetzung,  dass  an  der  handschriftlichen  Überlieferung ­
  nichts  zu  ändern  ist,  scheint  mir  nur  eine  einzige  Möglichkeit ­
  der  Erklärung  vorhanden  zu  sein,  nämlich  die,  wenn  man  inciov
nicht  mit  ovyj  rslel  verbindet,  sondern  es  in  der  Bedeutung  öttoiovcüv
((jualecunque,  ein  wie  immer  beschaffenes)  auffasst,  so  dass  es  dem
Sinne  nach  sich  erklären  Hesse  gkoTov  av  f,  oder  xav  gxgigv  fr.  „weisst
du,  welches  von  den  von  Oedipus  stammenden  Leiden,  welcher  Art
es  immer  sei,  Zeus  nicht  noch  hei  unseren  Lebzeiten  uns  beiden  in
Erfüllung  gehen  Hesse?“  oder  „kannst  du  irgend  eines  der  von  Oed.
stammenden  Leiden  nennen,  sei  es  welcher  Art  immer,  das  uns  Zeus“
u.  s.  w.  Zu  den  folgenden  Versen  würde  diese  Erklärung  gut
            
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