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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

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Beiträge  zur  Diplomatik.
zehn  Abteien  sind  mir  wenigstens  Immunitäten
den  noch  erhaltenen  Immunitäten  sind  die

hestandtheil  der  gesammten  urkundlichen  Ausfertigungen  der  kaiserlichen  Kanzlei
älterer  Zeit  im  Wesentlichen  erhalten  sei“,  und  sie  ergibt  sich  von  selbst,  wenn
man  nicht  in  vorgefassten  Meinungen  befangen  ist,  sondern  gewissenhaft  die
noch  vorhandenen  Nachrichten  zusammenstellt  und  die  daraus  sich  ergebenden
Folgerungen  zieht.  Da  zeigt  sich  dann,  dass  wir  allerdings  sehr  beträchtliche
Verluste  zu  beklagen  haben.  Wenn  nun  für  dieselben  in  der  Regel  das  letzte  oder
die  letzten  Jahrhunderte  verantwortlich  gemacht  werden  und  ausserdem  deutsche
Forscher  sich  oft  darin  gefallen,  was  Frankreich  anbetrifft,  die  Hauptschuld  der
Revolution  und  dem  Convent,  in  neuerer  Zeit,  was  Italien  anbetrifft,  gleiche  Schuld
auch  dem  jetzigen  dortigen  Regiment  aufzubürden,  so  ist  es  endlich  an  der  Zeit,
gegen  solche  ungegründete  Declamationen  Einsprache  zu  erheben.  —  Was  speciell
Karolinger  Urkunden  anbetrifft,  so  ist  ein  grosser  Theil  derselben  schon  in  den
Kriegen  des  9.  und  10.  Jahrhunderts  zu  Grunde  gegangen.  Wie  viele  Chartularien
des  13.  oder  14.  Jahrhunderts  von  alten  Kirchen  und  Klöstern  gibt  es  nicht,  deren
Sammler  von  den  älteren  Urkunden  keine  mehr  vorfanden?  Auf  der  anderen  Seite
lehrt  in  vielen  Fällen  eine  Vergleichung  von  etwa  im  17.  Jahrhundert  angelegten
Archivrepertorien  mit  dem  noch  vorhandenen  Urkundenvorrath,  dass  sich  der
letztere  seitdem  nur  wenig  verringert  hat.  Kurz  einzelne  Fälle,  wie  etwa  den  von
,  S.Martin  de  Tours  ausgenommen,  zeigt  sich,  dass  der  Verlust  sich  ziemlich  gleichmässig
  auf  alle  Jahrhunderte  verlheilt.  Und  Frankreich  betreffend  beruht  das  über
die  Behörden  der  Revolutionszeit  gefällte  Verdammungsurtheil  auf  Unkenntniss
der  Geschichte  der  französischen  Archive  oder  auf  leichtsinniger  Benutzung  der  vorliegenden ­
  Daten,  Man  lese  darüber  nach,  was  Bordier  Ies  archives  de  la  France
1  ff.  und  326  ff.  sagt  und  was  der  1860  veröffentlichte  Recueil  des  lois  et  instructions
  qui  regissent  le  Service  des  archives  auch  von  Verordnungen  aus  den  Jahren
der  Revolution  enthält.  Leider  geschieht  noch  in  keinem  deutschen  Staate  für
Archivwesen,  was  Frankreich  in  dieser  Hinsicht  aufzuweisen  hat.  Aber  freilich
muss  man  die  dafür  Zeugniss  ablegenden  zahlreichen  Publicationen  auch  zu  verstehen ­
  wissen.  Es  ist  noch  vor  wenigen  Jahren  von  einem  Fachmanne  in  Deutschland ­
  gedruckt  worden,  dass  sämmtliehe  in  Frankreich  im  J.  1847  verzeichneten
Copialbücher  (deren  Zahl  seitdem  um  vieles  vermehrt  ist)  zusammen  von  der
ältesten  Zeit  bis  in  das  13.  Jahrhundert  nur  854  Urkundenstücke  enthalten  sollen.
Und  für  diese  Behauptung  wird  nun  die  im  Catalogue  des  cartulaires  S.  271  befindliche ­
  Zusammenstellung  citirt,  die  allerdings  die  Aufschrift  trägt:  anciennete  des
titres  transcrits,  dazu  aber  noch  den  erläuternden  Zusatz  hat:  nombre  des  recueil  s
dans  lesquels  les  transcriptions  commencent  par  des  titres  dont  les  dates
remontentjusqu’au  V,  VI,  VII  siede  etc.  Es  sind  hier  also  854  Urkundenbücher
verzeichnet,  welche  bis  in  dieses  oder  jenes  Jahrhundert  zurückreichende  Urkundenstücke ­
  enthalten,  und  wie  viel  Urkunden  der  Zeit  bis  1300  in  diesen  Büchern
enthalten  sind,  ist  nirgends  gesagt.  Wir  wissen  nur  aus  dem  1848  erschienenen
Tableau  general  nunierique  par  fonds  etc.,  dass  bis  zu  diesem  Jahre  in  den  Depar-3(39


nicht  bekannt.  Unter
für  Lorsch,  Fulda,

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