Die Funde an der langen Wand bei Wiener-Neustadt.
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hieraus erklären *); man mochte manchmal alte Bronzen eingeschmolzen
und, um die Masse zu vermehren, Kupfer zugesetzt, für derbere
massive Objecte, wie Keile, Hämmer u. dgl. das theuere Zinn ganz
gespart haben.
Diese einfachen, leichter herzustellenden Kupfergeräthe dürften
wohl unbezweifelt als einheimisches Fabrikat betrachtet werden; sie
sind für eine locale Production so recht charakteristisch; dasselbe
gilt von den Goldscheiben, die in ihrer wenig genauen Arbeit keineswegs
eine durch fabriksmässige Übung gebildete Hand verrathen.
Die schönen Erzgeräthe dagegen, der zierliche Dolch, die eleganten
Arm- und Fingerringe stellen sich als Erzeugnisse einer weit vollkommeneren
Technik und höherer künstlerischen Begabung dar;
wenn sie nicht direct von einem der südlichen Culturvölker herrühren,
so scheinen sie doch unter unmittelbarem Einfluss desselben entstanden
zu sein, was aus dem Vergleich mit den Objecten der zweiten
Gruppe schlagend hervortritt, es ist da ein Unterschied, der in
die Augen springt.
Sehr auffallend ist die Situation der Fundstelle der letzteren, in
so bedeutender Höhe des Berges, an einem schwer zugänglichen Orte,
zwischen Felsen in einer Schutthalde. An ein Grab ist nicht zu denken,
dagegen spricht nicht nur der Abgang von Gefässen und menschlichen
Überresten, sondern auch die Menge der gleichartigen Gegenstände
, wie auch die hiefür ungeeignete Örtlichkeit. Ebenso wenig
ist zu glauben, dass die Objecte von dem Plateau des Berges herabgeschwemmt
wurden, da sie alle an einem Platze beisammen lagen
und ganz unbeschädigt sind, was bei einem Abschwemmen mit Geröll
und Steinblöcken nicht der Fall sein könnte. Es bleibt daher nur die
Annahme übrig, dass sie ein von den Besitzern selbst vergrabener
Schatz sind, von diesen vielleicht bei Annäherung des Feindes in
Sicherheit gebracht, ohne mehr ausgehoben werden zu können 2 ).
f) Göbel, Über den Einfluss der Chemie auf die Ermittlung der Völker der Vorzeit,
Kruse, Necroliv. Beil. F. — Wocel, a. a. 0. XI, 723 u. XVI, 169.
8 ) Eine ähnliche Bewandtniss scheint es mit den im verflossenen Sommer im Glanthale
Kärntens an einem Berghange gefundenen Bronzen zu haben; hier waren
4 Keile, 4 Meissei, 2 Messer, 1 Speerspitze, 1 Sichel, eine spiralförmige Haarspange
und eine dünne sehr wohl erhaltene Schale, wahrscheinlich in einem Topfe,