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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

Die  Funde  an  der  langen  Wand  bei  Wiener-Neustadt.

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hieraus  erklären  *);  man  mochte  manchmal  alte  Bronzen  eingeschmolzen ­
  und,  um  die  Masse  zu  vermehren,  Kupfer  zugesetzt,  für  derbere
massive  Objecte,  wie  Keile,  Hämmer  u.  dgl.  das  theuere  Zinn  ganz
gespart  haben.
Diese  einfachen,  leichter  herzustellenden  Kupfergeräthe  dürften
wohl  unbezweifelt  als  einheimisches  Fabrikat  betrachtet  werden;  sie
sind  für  eine  locale  Production  so  recht  charakteristisch;  dasselbe
gilt  von  den  Goldscheiben,  die  in  ihrer  wenig  genauen  Arbeit  keineswegs ­
  eine  durch  fabriksmässige  Übung  gebildete  Hand  verrathen.
Die  schönen  Erzgeräthe  dagegen,  der  zierliche  Dolch,  die  eleganten
Arm-  und  Fingerringe  stellen  sich  als  Erzeugnisse  einer  weit  vollkommeneren ­
  Technik  und  höherer  künstlerischen  Begabung  dar;
wenn  sie  nicht  direct  von  einem  der  südlichen  Culturvölker  herrühren,
so  scheinen  sie  doch  unter  unmittelbarem  Einfluss  desselben  entstanden ­
  zu  sein,  was  aus  dem  Vergleich  mit  den  Objecten  der  zweiten ­
  Gruppe  schlagend  hervortritt,  es  ist  da  ein  Unterschied,  der  in
die  Augen  springt.
Sehr  auffallend  ist  die  Situation  der  Fundstelle  der  letzteren,  in
so  bedeutender  Höhe  des  Berges,  an  einem  schwer  zugänglichen  Orte,
zwischen  Felsen  in  einer  Schutthalde.  An  ein  Grab  ist  nicht  zu  denken, ­
  dagegen  spricht  nicht  nur  der  Abgang  von  Gefässen  und  menschlichen ­
  Überresten,  sondern  auch  die  Menge  der  gleichartigen  Gegenstände ­
  ,  wie  auch  die  hiefür  ungeeignete  Örtlichkeit.  Ebenso  wenig
ist  zu  glauben,  dass  die  Objecte  von  dem  Plateau  des  Berges  herabgeschwemmt ­
  wurden,  da  sie  alle  an  einem  Platze  beisammen  lagen
und  ganz  unbeschädigt  sind,  was  bei  einem  Abschwemmen  mit  Geröll
und  Steinblöcken  nicht  der  Fall  sein  könnte.  Es  bleibt  daher  nur  die
Annahme  übrig,  dass  sie  ein  von  den  Besitzern  selbst  vergrabener
Schatz  sind,  von  diesen  vielleicht  bei  Annäherung  des  Feindes  in
Sicherheit  gebracht,  ohne  mehr  ausgehoben  werden  zu  können 2 ).

f)  Göbel,  Über  den  Einfluss  der  Chemie  auf  die  Ermittlung  der  Völker  der  Vorzeit,
  Kruse,  Necroliv.  Beil.  F.  —  Wocel,  a.  a.  0.  XI,  723  u.  XVI,  169.
8 )  Eine  ähnliche  Bewandtniss  scheint  es  mit  den  im  verflossenen  Sommer  im  Glanthale
  Kärntens  an  einem  Berghange  gefundenen  Bronzen  zu  haben;  hier  waren
4  Keile,  4  Meissei,  2  Messer,  1  Speerspitze,  1  Sichel,  eine  spiralförmige  Haarspange ­
  und  eine  dünne  sehr  wohl  erhaltene  Schale,  wahrscheinlich  in  einem  Topfe,
            
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