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v. Sacken
Griechenland im Ende seines Bronzealters stand, da das Erz weitaus
überwiegend gegen das noch kostbare Eisen angeführt wird, kennt
auch schon das Zinn; gewiss kannte man schon die Legirung des
Kupfers, während man zu getriebenen Arbeiten das letztere Metall
rein verwendete. Die ältesten Bewohner des nördlichen Asiens, das
verschollene Volk der Tschuden, verfertigten ihre Werkzeuge aus
Kupfer, das sie in den oberflächlichen Schichten des Altai schürften;
noch jetzt dienen die alten Tschudenschürfe den russischen Bergleuten
als Wegweiser, indem sie nicht in die Tiefe arbeiteten, und nicht
leicht wird ein Bergbau eröffnet, wenn nicht durch eine solche Spur
die Aussicht auf Erfolg gegeben ist t). Sie schmolzen das Metall
theilweise in den Gruben an; im östlichen Sibirien hat man über
1000 kleine Schmelzöfen gefunden, sowie Tiegel und Geräthe. Aber
auch die Bronze war ihnen bekannt, mit 7—26 Percent Zinn; ob sie
dieses aus China bezogen (die chinesischen Legirungen enthalten stets
Zinn) und die Erzgeräthe selbst verfertigten, oder ob sie diese von den
Griechen erhielten, mit denen sie schon zu Herodot’s Zeit in Handelsverbindung
standen, darüber könnte erst eine genauere Untersuchung
der Bronzen Aufschluss geben. So viel ist gewiss, dass sie um 200 vor
Chr. durch tartarische Völkerschaften gegen den Ural zurückgedrängt,
von nun an statt des Zinnes dem Kupfer Blei zusetzten, die Altaigruben
aber verschütteten sie vor ihrem Abzug und diese blieben, da
die nomadischen Tartaren keinen Bergbau betrieben, bis 1373
unbenützt.
Man sieht sonach einerseits die uralte, weit verbreitete Kenntniss
des Bergbaues, andererseits die frühe Bekanntschaft verschiedener
Völker mit der Bronze. Es scheint überhaupt die Verbreitung
der Metalle nicht von einem Puncte, sondern von mehreren
Seiten ausgegangen zu sein, indem man deren Nutzung in verschiedenen
Zeiten und Orten entdeckte, wie dies z. B. beim Eisen der
Fall gewesen zu sein scheint, welches schon sehr früh im Norden
und — gewiss ausser Zusammenhang hiermit —- den südlichen
Kulturvölkern bekannt war. Es kann somit die Möglichkeit nicht in
Abrede gestellt werden, dass auch die Völker, welche sich in unseren
Ländern niederliessen, die Kenntniss der Verarbeitung des Kupfers
1) C. Bitter, Erdkunde, 2. Auf], S. 819, 824, 841.
wissenschaftliche Kunde von Russland, XIX, 55.
Ermann, Archiv für