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v. Sacken
genau von der Form unserer Canapeefedern, unbekannten Zwecken’
es scheint aber die Wirkung ihrer Federkraft in Anwendung gekommen
zu sein.
Auch die Bestimmung und der Gebrauch unserer mit einem Bügel
verbundenen Doppelspiralen ist nicht klar; es scheint, dass sie entweder
der Quere nach auf der Brust getragen wurden, eine über der anderen
(zwei nebeneinander hätten nicht Platz gehabt), nach Art der römischen
Brustringe oder Phalerä, oder, was wahrscheinlicher ist, als Gürtelspangen,
aufrecht, die Bügel seitwärts und gegen einander gekehrt,
durch einen um die Mitte des Leibes gehenden Riemen zusammen
gehalten. In beiden Fällen gaben sie nicht nur einen stattlichen
Schmuck ab, sondern gewährten auch den verwundbarsten Theilen
des Körpers Schutz gegen Hiebe. Die Nadeln mit den grossen Doppelspiralen
und einzelnen Disken, die nicht flach, sondern kegelförmig,
bisweilen in der Mitte mit einer dicht gewundenen Spitze versehen
sind, dürften denselben Zweck gehabt haben. Die Stücke von
der Wand gehören zu den grössten Spangen dieser Art, die an
anderen Orten, wie zu Couters im Canton Graubündten, in Rheinhessen
i), an den Ostseeküsten a) gefundenen, sind meist kleiner.
Die nicht selten vorkommenden Spiralröhrchen sind auch noch
nicht sicher erklärt; ganz dünne in kleinen Stücken scheinen nach
den Hallstätter und lievischen Grabfunden als Halsschmuck gedient zu
haben, grössere, oft noch mit Holz gefüllt, als Umwindung von Heften
und Schäften s). Viele von derselben Stärke, wie die unsrigen, fand
Kruse in den Gräbern Lieflands, übereinen Faden von Bast oder
AVolle gezogen um den Kopf gelegt, so dass sie als Diademe in
mehreren Reihen übereinander getragen worden zu sein scheinen*).
Der Grund dieser häufigen Anwendung von Spiralgewinden mag
wohl in dem Umstande liegen, dass sie zwar mühsam, aber verhältnissmässig
leicht, ohne besondere Vorkehrungen anzufertigen sind,
indem sie nicht gegossen, sondern durch Hämmern und Strecken des
Metalles zu einem sich verjüngenden Draht, den man dann zusam-1
) Lindenschmit a. a. 0. Ilft. Iil, Taf. VI, 2.
2 ) Klemm, German. Alterthumskunde. Taf. II, 8.
3 ) Kruse, Necrolironica, Taf. 4 k . — Taf. 1, e, Beil. C, S. 13.
4) Ebenda S. 6. Taf. XVIII, 4, 45 a . Bähr, Gräber d. Lieven V, 1.