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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

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v.  Sacken

genau  von  der  Form  unserer  Canapeefedern,  unbekannten  Zwecken’
es  scheint  aber  die  Wirkung  ihrer  Federkraft  in  Anwendung  gekommen ­
  zu  sein.
Auch  die  Bestimmung  und  der  Gebrauch  unserer  mit  einem  Bügel
verbundenen  Doppelspiralen  ist  nicht  klar;  es  scheint,  dass  sie  entweder
der  Quere  nach  auf  der  Brust  getragen  wurden,  eine  über  der  anderen
(zwei  nebeneinander  hätten  nicht  Platz  gehabt),  nach  Art  der  römischen
Brustringe  oder  Phalerä,  oder,  was  wahrscheinlicher  ist,  als  Gürtelspangen, ­
  aufrecht,  die  Bügel  seitwärts  und  gegen  einander  gekehrt,
durch  einen  um  die  Mitte  des  Leibes  gehenden  Riemen  zusammen
gehalten.  In  beiden  Fällen  gaben  sie  nicht  nur  einen  stattlichen
Schmuck  ab,  sondern  gewährten  auch  den  verwundbarsten  Theilen
des  Körpers  Schutz  gegen  Hiebe.  Die  Nadeln  mit  den  grossen  Doppelspiralen ­
  und  einzelnen  Disken,  die  nicht  flach,  sondern  kegelförmig,
bisweilen  in  der  Mitte  mit  einer  dicht  gewundenen  Spitze  versehen ­
  sind,  dürften  denselben  Zweck  gehabt  haben.  Die  Stücke  von
der  Wand  gehören  zu  den  grössten  Spangen  dieser  Art,  die  an
anderen  Orten,  wie  zu  Couters  im  Canton  Graubündten,  in  Rheinhessen ­
  i),  an  den  Ostseeküsten  a)  gefundenen,  sind  meist  kleiner.
Die  nicht  selten  vorkommenden  Spiralröhrchen  sind  auch  noch
nicht  sicher  erklärt;  ganz  dünne  in  kleinen  Stücken  scheinen  nach
den  Hallstätter  und  lievischen  Grabfunden  als  Halsschmuck  gedient  zu
haben,  grössere,  oft  noch  mit  Holz  gefüllt,  als  Umwindung  von  Heften
und  Schäften  s).  Viele  von  derselben  Stärke,  wie  die  unsrigen,  fand
Kruse  in  den  Gräbern  Lieflands,  übereinen  Faden  von  Bast  oder
AVolle  gezogen  um  den  Kopf  gelegt,  so  dass  sie  als  Diademe  in
mehreren  Reihen  übereinander  getragen  worden  zu  sein  scheinen*).
Der  Grund  dieser  häufigen  Anwendung  von  Spiralgewinden  mag
wohl  in  dem  Umstande  liegen,  dass  sie  zwar  mühsam,  aber  verhältnissmässig
  leicht,  ohne  besondere  Vorkehrungen  anzufertigen  sind,
indem  sie  nicht  gegossen,  sondern  durch  Hämmern  und  Strecken  des
Metalles  zu  einem  sich  verjüngenden  Draht,  den  man  dann  zusam-1

 )  Lindenschmit  a.  a.  0.  Ilft.  Iil,  Taf.  VI,  2.
2 )  Klemm,  German.  Alterthumskunde.  Taf.  II,  8.
3 )  Kruse,  Necrolironica,  Taf.  4 k .  —  Taf.  1,  e,  Beil.  C,  S.  13.
4)  Ebenda  S.  6.  Taf.  XVIII,  4,  45 a .  Bähr,  Gräber  d.  Lieven  V,  1.
            
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