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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

Die  Funde  an  der  langen  Wand  bei  Wiener-Neustadt.

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Spiralfibeln  von  mehr  als  1  Fuss  Länge,  die  bei  Plan  in  Mecklenburg
gefunden  wurde  *).
Auch  drei  selbst  vier  in's  Kreuz  gestellte,  bisweilen  konische
Spiralseheiben  von  je  3  l / z  Zoll  Durchmesser  kommen  vereinigt  vor;
in  ähnlicher  Weise  auch  zwei  flache  Disken,  die  als  der  Kopf  einer
langen  Nadel  erscheinen;  kleinere  derlei  Nadeln  finden  sich  ziemlich
häufig,  z.  B.  im  Donaustrudl,  im  Pfahlbaue  von  Peschiera,  grössere,
jede  Scheibe  von  4  Zoll  Durchmesser  (also  von  der  Grösse  der
Spiralen  von  dem  in  Rede  stehenden  Funde),  in  einem  Grabhügel  bei
Vöklabruck  in  Oberösterreich 2 )»  zu  Griesbach  in  Hessen 2 )  und  in
Ungern.
Eine  nicht  minder  ausgebreitete  Verwendung  fand  das  Spiralgewinde ­
  zu  Armbändern,  wie  wir  oben  gesehen  haben;  sie  kommen
m it  2  —  20  Windungen  bis  zu  l*/ 4  Fuss  Länge  fast  in  allen  Ländern
von  Italien  bis  nach  Dänemark  und  Russland  vor 4 )»  besonders  häufig
in  Ungern.  Derartige  aus  Golddraht  bestehende,  ganz  einfache
Gewinde  hält  man  mit  Wahrscheinlichkeit  für  eine  Art  Münze,  indem
man  nach  Bedarf  ein  Stück  davon  abbrach  und  nach  dem  Gewichte
verwertete.—  Manche  Formen  erscheinen  von  räthselhafter  Bestimmung ­
  und  eröffnen  der  Conjectur  ein  weites  Feld.  Dahin  gehören
Spiraldisken  von  3—5  Zoll  Durchmesser  aus  starkem,  prismatischem
Draht,  im  Centrum  mit  einem  besonderen,  beweglichen,  spitzen  Scheibchen ­
  versehen  und  in  eine  griflartige  Schlinge  ausgehend  (Fig.  14);
gewöhnlich  kommen  sie  paarweise  vor,
indem  die  Schlingen  im  entgegengesetzten ­
  Sinne  gebogen  sind;  solche
kenne  ich  nur  von  Fundorten  in
Oberungern,  wo  sie  in  erheblicher
Zahl  Vorkommen;  andere  gehen  wieder ­
  in  eine  Art  von  Band  aus.  Ebenso
dienten  cylindrische  bis  1  Fuss  lange  Gewinde,  oben  und  unten  mit
einer  horizontal  stehenden  Schnecke  geschlossen,  dann  konische,

Fig.  14.

J )  Schröter,  Friedr.  Francisc.  Taf.  XI,  1.  Eine  bei  Schweidnitz  gefundene  s.
Biisching,  Die  heidn.  Alterth.  Schlesiens,  Taf.  II,  1.
s )  Gaisberger,  Archäologische  Nachlese,  Taf.  II,  10.
3 )  L  i  n  d  e  n  s  c  h  m  i  t,  Alterth.  uns.  heidn.  Vorzeit,  Hft.  IX,  Taf.  II,  7.
4 )  Nordhske  oldsager  2111,  262.
Sitzb.  d.  pl.il,-hist.  CI.  XLIX.  Bd.  I.  Hft.  9
            
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