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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

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v.  Sacken

Drei  sehr  ähnliche  Scheiben  wurden  hei  Essek  in  Slavonien
gefunden;  sie  haben  fast  genau  die  gleiche  Grösse,  und  zwar  die  der
grösseren  der  beschriebenen,  aber  die  Buckeln  sind  höher  und
schärfer  herausgetrieben  und  zugespitzt,  am  Rande  haben  sie  ebenfalls ­
  drei  Perlenreihen,  aber  die  bandartigen  Reihen  fehlen;  sie  sind
auch  jede  mit  zwei  Paaren  von  Löchern  versehen,  die  so  genau  an
derselben  Stelle  stehen,  dass  wenn  man  eine  dieser  Platten  auf  die
grössere  von  der  langen  Wand  legt,  man  durch  alle  Löcher  durchsehen ­
  kann.  Man  wäre  hiernach  versucht  zu  glauben,  dass  alle  von
derselben  Hand  herrühren.
Sämmtliche  Fundgegenstände  befinden  sich  im  k.  k.  Antikencabinete,
  und  zwar  die  kupfernen  als  Geschenk  des  Herrn  Karl
Zugmayer  in  Waldeck,  die  Goldscheiben  durch  Kauf  (um  den  Betrag
von  275  fl.)  erworben.
Diese  zweite  Gruppe  bietet  eigenthümliches  Interesse  dar;  wir
treffen  keine  Waffen  und  von  Schmucksachen  fast  nur  Spiralen,  von
denen  die  vier  Paare  8  —10  Zoll  grosser  Doppelspiralen  sehr  ausgiebige, ­
  kolossale  Zierstücke  darstellen.  Bei  den  Bronzealtertliümern
spielt  die  Schneckenwindung  eine  hervorragende  Rolle,  sowohl  neben
den  concentrischen  Kreisen  als  Ornament—  ob  in  religiös-symbolischer ­
  Bedeutung  bleibt  dahingestellt  —  als  auch  als  Schmuckgegenstand ­
  ,  aus  rundem  oder  prismatischem  Draht  gefertigt.  So  sind
Fibeln  aus  zwei  Disken  von  Spiralen  bestehend  sehr  häufig,  besonders
in  Süd-Deutschland,  der  Schweiz  und  Italien.  In  den  Gräbern  von
Hallstatt  fanden  sich  über  zweihundert,  von  allen  Grössen,  von
1—7  Zoll,  ähnliche  bei  Constanz  mit  massilischen  Münzeni),  in
Hannover,  in  Ober-Italien  und  in  Pompeji.  Gewöhnlich  geht  der  Mittelpunct
  einer  Spirale  in  den  Dorn  aus,  das  Centrum  der  anderen  bildet
die  Nullt  zum  Einlegen  desselben,  zwischen  beiden  Scheiben  ist  der
Draht  in  Form  einer  8  gebogen  ;  bei  anderen  ist  die  Verbindung
bandartig,  durch  einen  breiten  Bügel,  an  dessen  einem  Schenkel  bisweilen ­
  die  Nadel  besonders  angebracht  wurde;  so  an  einer  von
Kl  ei  n-H  es  eh  eck  bei  Ulzen“)  und  bei  der  grössten  aller  bekannten

1 )  Bon  stetten,  Receuil  des  antiquites  Suisses,  PI.  XII.  1.
3 )  E  stör  ff,  Die  heid.  Alerth.  von  Ülzen.  Taf.  XII,  2.
            
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