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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

Die  Funde  an  der  langen  Wand  bei  Wieiter-Neustadt.

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Lanzenspitzen  u.  dgl.  goss  man  in  Model  von  Stein,  gebranntem  Thon
oder  selbst  Bronze,  und  man  hat  an  verschiedenen  Orten  derlei  Gussformen ­
  gefunden  *)•  Die  Armbänder  und  Fingerringe  mit  ihren  Spiralen
sind  geschmiedet,  aber  mit  einer  Präcision,  die  eine  grosse  Virtuosität
der  Technik  voraussetzt  und  jedem  modernen  Fabricat  Ehre  machen
würde;  die  Windungen  passen  mit  ihren  scharfen  Kanten  so  genau
aufeinander,  dass  nirgends  der  feinste  Zwischenraum  bleibt  und  die
Schnecken  erscheinen  wie  in  Metall  geschnitten.
Von  ganz  anderer  Art  ist  eine  zweite  Gruppe  von  Fundgegenständen ­
  derselben  oder  doch  einer  benachbarten  Lokalität.  Im  verlassenen ­
  Sommer  brachte  der  Hirtenknabe  von  Stollhof,  einem  am
Fasse  der  östlichen  Abdachung  der  Wand  gerade  gegenüber  Emerberg
gelegenen  Gehöfte,  eilf  Pfund  Kupfergegenstände  in  die  Metallfabrik
des  Herrn  Zugmayen-  in  Waldeck;  er  sagte  aus,  dieselben  eine  Stunde
von  Stollhof  an  der  Wand  aufwärts  gefunden  zu  haben.  Die  Fundstelle ­
  liegt  nach  Ausspruch  des  Herrn  Prof.  Dr.  Rudolf  Kner,  der  sie
von  Öd  aus  besuchte,  mehr  als  in  halber  Höhe  des  Berges,  in  einer
Seehöhe  von  ungefähr  2200  Fuss  zwischen  nackten,  steilen  Felsen,
mit  Geröll  bedeckt,  auf  einer  ziemlich  jähen,  nur  mit  einiger  Beschwerde ­
  zu  ersteigenden  Abdachung.  Im  Dolomitschutte,  der  frei  ist
von  jeder  Humusschiclite,  wurden  in  geringer  Tiefe  beisammen
liegend  folgende  Gegenstände  gefunden:
1.  Zwei  massive  Meissei  oder  Keile
(Fig.  8)  von  primitiver  Form,  ohne  Vorrichtung ­
  zur  Befestigung  an  einen  Stiel.  Der
eine,  6</ 4  Zoll  lang,  an  der  Schneide  l'/ 2 ,
am  Kopfe  nur  s / 4  Zoll  breit,  8  Linien  dick,
oben  und  unten  mit  sanfter  Wölbung,  die
Schneide  scharf  zugedengelt,  dürfte  mehr
als  Keil  gebraucht  worden  sein  und  zeigt  an
Kopf  und  Schneide  Spuren  des  Gebrauches,
indem  bei  beiden  das  Metall  über  den  Contour
  hinausgedrückt  erscheint.  Das  zweite
Instrument,  von  Sy 4  Zoll  Länge,  die  stark
convexe  Schneide  2  Zoll,  der  Kopf  etwas

*)  S.  meinen  Leitfaden  zur  Kenntniss  des  heidnischen  Alterthumes  mit  Bezug  auf  die
österr.  Länder.  S.  134.
            
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