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v. Sacken
Männerhand zu eng und dürfte von einer Frau oder einem Kinde getragen
worden sein; er hat etwas mehr als zwei Umgänge, die
Schnecken fünf Windungen.
Ein ganz ähnlicher Ring befand sieh in einem
Grabe bei Kelheim 1 ). Die Gallier und Briten
trugen nach Plinius (XXXIII, 6) und Herodian
(III, 14) einen einzigen Ring am Mittelfinger.
Alle die bisher beschriebenen Gegenstände
bestehen aus der schönsten Bronze, von der Farbe,
wie sie die reinste, bleifreie Mischung von 90 Perc.
Kupfer mit 10 Perc. Zinn zeigt; an einzelnen rostfreien
Stellen schimmert sie wie Gold durch. Eine
herrliche dunkelgrüne Patina überzieht alle so
gleichförmig, das die feinsten Verzierungen sichtbar bleiben und die
Oberfläche glänzend polirt erscheint, ohne die mindeste Unebenheit.
Diese Schichte edlen Rostes ist aber sehr dünn (nur bei den Schnecken
der Fingerringe ist sie mehr durchgedrungen), haftet aber
ausserordentlich fest und besitzt eine bedeutende Härte. Wahrhafte
Bewunderung erregt die hohe technische Vollendung, mit der diese
Gegenstände ausgeführt sind, sowohl der meisterhafte Guss, dessen
Reinheit die mitgegossenen Ornamente am Dolchgriflf bezeugen, als die
saubere, präzise Ciselirung. Wie schon bemerkt, bestand das Modell
des Dolches, nach dem Charakter der Arbeit zu schliessen, aus
Wachs; über dieses wurde die Form aus Lehm gemacht, das Wachs
dann ausgeschmolzen und das Metall an dessen Stelle eingegossen, —
eine Technik, die im Alterthum allgemein war, auch hei den Griechen
und Römern, und sich durch das ganze Mittelalter bis in die neueste
Zeit erhielt 2 ). Das Modell ging natürlich dabei zu Grunde und man
erhielt nur einen Abguss. Hieraus erklärt es sich, dass man von figuralischen
antiken Bildwerken und schöneren Anticaglien niemals zwei
nach demselben Modelle— aus einer Form gegossene Stücke findet.
Einfachere Geräthe, z. R. die bronzenen Äxte (Pfahlstäbe, Celte),
Fig. 7.
’) Lindenschmit, a. a. 0. Hft. 5, Taf. IV.
a ) Benvenuto Cellini beschreibt so das Verfahren. Das Reiterbild des grossen Churfürsten
in Berlin ist auf diese Weise gegossen, und noch in den Zwanzigerjahren
arbeitete Rigetti in Neapel ebenso. In Frankreich wird diese Methode für kleinere
(Jegenstände noch jetzt angewendet, und heisst fonte en cire perdue.