Die Funde an der langen Wand bei Wiener-Neustadt. 121
prächtigen Schmuck und gewährte zugleich trefflichen Schutz gegen
Hiebe.
Kleiner ist das zweite Armband, die Enden, welche wahrscheinlich
ebenfalls in Schnecken ausgingen, fehlen; es hat einen
Durchmesser von 2y 2 Zoll; das 7 1 / 3 Linien breite Bronzeband, ebenfalls
aussen mit Grat und beiderseits in Kehlungen gegen die scharfen
Ränder verlaufend, ist in mehr als vier Windungen gebracht, es
dürften ursprünglich fünf volle gewesen sein.
Armringe ähnlicher Art, aber aus einem nur einmal herumgehenden,
breiten Bande, das in Spiralen endet, bestellend, wurden
bei Saar 1 ouis, Blödesheim und Ludwigshöhe in Rheinhessen
gefunden!), so wie in Pommern und Mecklenburg 3 ). Spiralförmige,
oft von bedeutender Länge, bis zu 1 Fuss und darüber, die einen
grossen Theil des Armes bedeckten, sind namentlich bei uns nicht
selten, aber sie bestehen meistens aus einem ganz schmalen, fast
drahtartigen Streifen in lockeren Windungen, welche Zwischenräume
von i/ t —i/o Zoll lassen (bis zu 20 Windungen), wähend diese bei
den oben beschriebenen fest anschliessen und ein Ganzes bilden.
Solche der letzteren Art kamen an mehreren Puncten Ungerns, bei
Eck in Ober-Österreich s ) und in Böhmen vor; ähnliche bei
Guntersblum im Rheinlande, Meteln in Mecklenburg 4 )» in den
livischen Gräbern von Ascheraden 5 ) u. s. w.
Die beiden Fingerringe erscheinen als die beschriebenen
Armbänder in Miniatur, nur ist der ebenfalls aussen kantige Streifen,
aus dem sie bestehen, nicht gekehlt und geht in einen runden Draht
über, der die Schnecken oben und unten bildet. Der eine macht nicht
ganz zwei Umgänge, daher die Schnecken nicht gerade über einander
zu stehen kommen; diese sind vier Mal gewunden (Fig. 7). Bei dem
geringen Durchmesser des Ringes von 9 Linien passte er nur für eine
kleine Männerhand, der zweite aber, von derselben Form, mit nur
7 J / 2 Linien Durchmesser, wäre selbst für den kleinen Finger der feinsten
') Linden sch mit, a. n. 0. Bd. II, Hfl 1, Taf. II, I. — Bd. I, Hfl. S, Taf. IV.
2 ) Ledebur, königl. Museen S. 18, Taf. 11. — Schröter a. a. 0. Taf. IV.
3 ) Gaisberger, Archäolog. Nachlese im XXIV. Jahresberichte des Museum
Francisco-Carolinum zu Linz, Taf. II, 10, S. 46.
4 ) Friderico-Franeisceum Taf. XXI, 7.
°) Kruse, Necrolivonica. Tab. IV.