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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

Die  Funde  an  der  langen  Wand  bei  Wiener-Neustadt.

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Unstreitig  gehört  dieser  Dolch  zu  den  schönsten  seiner  Art;  ein
ähnlicher  mit  acht  Nägeln  und  geradem  Griff  von  2 3 / 4  Zoll  Länge
wurde  in  einem  Hügel  (ohne  Grah)  hei  Sierra  in  Wallis  gefunden  '),
zwei  andere,  deren  Klingen  mit  einer  Mischung  von  Blei  und  Zinn  wie
plattirt  erscheinen,  in  einem  Grabe  am  Renzenbühl  hei  Thun 2 );  fünf,
sehr  schöne  beisammen  (einer  mit  Silberverzierungen?)  bei  Gauhöckelheim ­
  in  Rheinhessen 3 );  ein  anderer  hei  Neuenheili  gen 4 );
ein  am  Griff  mit  acht  Nägeln  versehener  zu  Malchin  in  Mecklenburg 5 ).
Im  Allgemeinen  sind  derartige  Dolche  in  Süd-Deutschland  und  in  der
Schweiz  weit  häutiger  (kleinere  insbesonders  zahlreich  im  Garda-See)
als  im  Norden  ö ),  ihre  Form  stimmt  übrigens  ganz  mit  der  des  griechischen ­
  Bronzeschwertes  überein,  und  es  befinden  sich  im  Musee
d'Artillerie  zu  Paris  zwei  ähnliche,  mit  geradem  Hefte,  dessen  halbmondförmiger ­
  Theil  12  Nieten  hat,  aus  einem  grossgriechischen
Grabe  von  Ruvo;  einer  von  20  Zoll  Länge  mit  sehr  kleinem  Griff
wurde  in  Macedonien  gefunden 7 ).
Mit  dieser  Prachtwaffe  zusammen  fand  man  mehrere  kleine  Gegenstände, ­
  die  offenbar  dazu  gehören,  nämlich  acht  gleiche,  halbes- ­
  4 -  kugelförmige  Buckeln  von  9  Linien  Durch-(ggg
  messer  (Fig.  3),  sehr  dünn  gegossen,  jede  mit
§-8  zwei  einander  gegenüber  stehenden  Löchern,
pl|  wahrscheinlich  zum  Durchziehen  eines  Fadens
JtaP  versehen,  und  zwei  kegelförmige  von  gleicher
Grösse,  mit  einem  Loche  auf  der  Spitze.  Es  ist  zu  vermuthen,  dass  der
Gürtel  oder  das  Wehrgehenk,  an  welchem  der  Dolch,  der  vielleicht
eine  Scheide  von  Holz,  Leder  oder  Bast  hatte,  hing,  mit  diesen
Knöpfen  besetzt  war.  In  gleicher  Weise  dürften  fünf  röhrchenartige
Spiralen  (Fig.  4)  von  ungefähr  1  Zoll  Länge  ihrer  Elasticität  und

i )  Bonstetten,  Receuil  des  antiquites  Suisses,  pl.  1,8.
3 )  Keller,  Die  alt-helvetischen  Waffen  und  Geräthschaften  in  der  Sammlung-  des
Landammans  Löhner  in  Thun,  in  den  Mitth.  d.  antiq.  Gesellsch.  in  Zürich.  Bd.  II,
Hft.  7,  Taf.  II.
3 )  Lin  de  n  sch  mit,  Die  Alterthiimer  unserer  vaterländ.  Vorzeit.  Hft.  II,  Taf.  4.
Ebenda  Hft.  VI,  Taf.  II,  2.  —Klemm,  Culturwissenschaft.  I,  156.
а )  Schröter,  Friderico  Francisceum,  III,  1,
б )  Nordiske  oldsager  fra  det  kongelige  Museum  i  Kjöbenhavn.  Taf.  32,  Fig.  142.
7 )  Kein  bl  e,  Horae  ferales,  Pl.  VII,  4.  Ein  ähnlicher  mit  acht  Nägeln  von  La  Guillotiere
  in  Frankreich  (ebenda  Fig.  8)  befindet  sich  im  British  Museum.
            
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