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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

Die  Funde  an  der  langen  Wand  bei  Wiener-Neustadt.

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leisen,  graziösen  Schweifung  zur  Spitze  sich  verjüngend;  sie  ist
zweischneidig,  in  der  Mitte  mit  einem  sanften  Grat  versehen;  auf
jeder  Seite  laufen  zwei  Mal  je  drei  schmale  Einkehlungen  oder
Rinnchen  ziemlich  parallel  mit  den  Schneiden  hinauf  und  vereinigen
sich  weiter  oben,  indem  sie  so  lange  Spitzen  bilden.  An  den
Schneiden  ist  die  Waffe  seicht  gekehlt  und  nach  Art  der  Sensen
zugedengelt,  wodurch  sie  nicht  nur  hier  härter,  sondern  auch,  wie
eine  hohlgeschliffene  Klinge,  dauerhafter  wurde  ;  eben  so  waren  die
hierdurch  und  durch  den  Grat  in  der  Mitte  beigebrachten  Wunden
gefährlicher.  Dieser  Umstand  gibt  einen  Wink,  dass  das  Instrument
als  Waffe,  nicht  als  Opfermesser  diente.  Am  untern  Theil  der  Klinge
entfaltet  sich  eine  reiche  Ornamentik  in  feinen  Gravüren.  Sieben
lange,  mit  Strichen  ausgefüllte  Spitzen  sind  zwischen  den  beiden
inneren  Reihen  der  Blutrinnchen  angebracht,  unter  diesen  ein  Querband ­
  von  kurzen  Strichelchen  im  Zickzack;  correspondirend  der
Griffumffassung  sind  nun  Dreiviertelkreise  von  parallelen  Linien  und
Zickzackbändern  eingravirt;  der  innerste  enthält  auf  jeder  Seite  des
Grates  je  vier  immer  grösser  werdende  rechte  Winkel,  mit  Strichen
ausgefüllt.  Beide  Seiten  der  Klinge  sind  vollkommen  gleich.  Der  Griff
umfasst,  wie  dies  auch  hei  den  Bronzeschwerteru  gewöhnlich  ist,
die  Klinge  in  etwas  mehr  als  einem  Halbkreise.  Die  Art  seiner  Befestigung ­
  an  die  Klinge  erscheint  ganz  eigenthümlich,  denn  es  gehen
keine  Nägel  durch;  die  sieben  Knöpfe  auf  dem  halbmondförmigen
Theile  ahmen  Nieten  nach,  sind  aber  keine,  sondern  in  einem  gegossene ­
  Erhöhungen,  von  eingeschlagenen  Puncten  umkränzt.  Während
bei  allen  mir  bekannten  Schwertern  und  Dolchen  der  Griff,  mag  er
aus  Metall  bestehen  oder  aus  einem  andern  Stoffe,  wirklich  mit
Nieten  an  die  Klinge  oder  Griffzunge  (wenn  nicht  Klinge  und  Griff
in  einem  gegossen  sind,  was  aber  selten  vorkommt)  befestigt  ist,
geschah  dies  hier  in  anderer  Weise.  Der  Griff  ist  nämlich  hohl;  die
Klinge  aber  muss  mit  einer  bis  ungefähr  in  die  Mitte  desselben  reichenden ­
  Angel  versehen  und  hier,  von  dem  untern  Ende  des  Griffes
her  verstaucht  worden  sein;  da  dieser  unter  der  halbmondförmigen
Ausladung  etwas  eingezogen  ist,  dann  gegen  unten  sich  wieder  erweitert, ­
  so  wurde  das  Herausfallen  der  Klinge  unmöglich  (sie  hält
wirklich  noch  jetzt  ungemein  fest)  ;  überdies  scheint  sie  auch  an
den  Seiten  etwas  verklopft  worden  zu  sein.  Am  Ende  mit  einer  Scheibe
versehen,  lässt  der  Griff  zum  Anlässen  der  Hand  nur  einen  ganz  kurzen
            
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