Die Funde an der langen Wand bei Wiener-Neustadt.
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leisen, graziösen Schweifung zur Spitze sich verjüngend; sie ist
zweischneidig, in der Mitte mit einem sanften Grat versehen; auf
jeder Seite laufen zwei Mal je drei schmale Einkehlungen oder
Rinnchen ziemlich parallel mit den Schneiden hinauf und vereinigen
sich weiter oben, indem sie so lange Spitzen bilden. An den
Schneiden ist die Waffe seicht gekehlt und nach Art der Sensen
zugedengelt, wodurch sie nicht nur hier härter, sondern auch, wie
eine hohlgeschliffene Klinge, dauerhafter wurde ; eben so waren die
hierdurch und durch den Grat in der Mitte beigebrachten Wunden
gefährlicher. Dieser Umstand gibt einen Wink, dass das Instrument
als Waffe, nicht als Opfermesser diente. Am untern Theil der Klinge
entfaltet sich eine reiche Ornamentik in feinen Gravüren. Sieben
lange, mit Strichen ausgefüllte Spitzen sind zwischen den beiden
inneren Reihen der Blutrinnchen angebracht, unter diesen ein Querband
von kurzen Strichelchen im Zickzack; correspondirend der
Griffumffassung sind nun Dreiviertelkreise von parallelen Linien und
Zickzackbändern eingravirt; der innerste enthält auf jeder Seite des
Grates je vier immer grösser werdende rechte Winkel, mit Strichen
ausgefüllt. Beide Seiten der Klinge sind vollkommen gleich. Der Griff
umfasst, wie dies auch hei den Bronzeschwerteru gewöhnlich ist,
die Klinge in etwas mehr als einem Halbkreise. Die Art seiner Befestigung
an die Klinge erscheint ganz eigenthümlich, denn es gehen
keine Nägel durch; die sieben Knöpfe auf dem halbmondförmigen
Theile ahmen Nieten nach, sind aber keine, sondern in einem gegossene
Erhöhungen, von eingeschlagenen Puncten umkränzt. Während
bei allen mir bekannten Schwertern und Dolchen der Griff, mag er
aus Metall bestehen oder aus einem andern Stoffe, wirklich mit
Nieten an die Klinge oder Griffzunge (wenn nicht Klinge und Griff
in einem gegossen sind, was aber selten vorkommt) befestigt ist,
geschah dies hier in anderer Weise. Der Griff ist nämlich hohl; die
Klinge aber muss mit einer bis ungefähr in die Mitte desselben reichenden
Angel versehen und hier, von dem untern Ende des Griffes
her verstaucht worden sein; da dieser unter der halbmondförmigen
Ausladung etwas eingezogen ist, dann gegen unten sich wieder erweitert,
so wurde das Herausfallen der Klinge unmöglich (sie hält
wirklich noch jetzt ungemein fest) ; überdies scheint sie auch an
den Seiten etwas verklopft worden zu sein. Am Ende mit einer Scheibe
versehen, lässt der Griff zum Anlässen der Hand nur einen ganz kurzen